Künstliche Intelligenz

Deutschland hinkt bei KI hinterher, aber es gibt Hoffnung


Der Hype um künstliche Intelligenz ist vor allem ein Zweikampf zwischen den USA und China. Deutschland hinkt hinterher, aber die Lage ist nicht hoffnungslos.

Das Brettspiel Go ist in China ungefähr so beliebt wie bei uns Uno oder "Mensch ärgere dich nicht". Der Unterschied: Die Go-Regeln sind ziemlich kompliziert, eigentlich nur von Menschen zu verstehen. Eigentlich, denn es ist mittlerweile sieben Jahre her, dass eine Maschine gegen einen der weltbesten Go-Spieler gewann. Das Programm wurde von Google entwickelt und dieser US-amerikanische Triumph war für China ein Weckruf.

Kurze Zeit später gab Präsident Xi Jinping nämlich vor, KI-Supermacht zu werden. Bis 2030 sollen Unternehmen aus dem Land die dominierenden KI-Spieler auf dem Weltmarkt sein.

Knapp 90 Prozent aller KI-Modelle stammen aus den USA und China

Der Weg bis dahin ist jedoch noch weit, wie ein Blick auf die Zahlen zeigt: Laut der Tagesschau werden momentan 73 Prozent der großen KI-Modelle in den USA und 15 Prozent in China entwickelt. Macht zusammen 88 Prozent. Da bleibt für den Rest der Welt nicht mehr viel übrig.

Aussichtslos ist die Lage aber bei uns nicht. Der Spiegel berichtet von drei Beispielen: Das Start-up DeepL schaffte es aus Köln heraus zu einem der führenden Übersetzungsprogramme weltweit. Daimler baut gemeinsam mit der Google-Tochter Waymo an einem computergesteuerten Lastwagen. Am Oberlandesgericht Stuttgart hilft eine KI, Akten aufzubereiten.

Und Hoffnung macht auch ein Blick nach Heidelberg: Das Start-up Aleph Alpha entwickelt eine deutsche Alternative zu ChatGPT mit dem Namen Luminous. Der Spiegel schreibt, dass sie in vielen Belangen offenbar mithalten kann. In den "Kernfunktionen", heißt es von Aleph Alpha, sei ihre KI mittlerweile auf Augenhöhe mit dem US-amerikanischen Konkurrenten.

Das Wissen ist also da, woran liegt es dann, dass es keinen großen KI-Player aus Deutschland gibt? Die Verfügbarkeit von Rechenleistung setzt der weiteren Entwicklung derzeit Grenzen, berichtet die Tagesschau. In den USA investiert allein Microsoft zehn Milliarden Dollar nur in OpenAI, dem Unternehmen hinter ChatGPT. Der größte Teil dieses Geldes werde in die Rechnerleistung fließen, erklärte Dominik Rehse vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung der Tagesschau.

Die EU könnte Rechenzentren schaffen, diskutiert aber lieber

Dagegen würden die in Deutschland bis 2025 eingeplanten staatlichen drei Milliarden Euro für die KI-Förderung auf viele kleinere Maßnahmen verteilt. Doch gerade kleinere IT-Firmen müssen vorhandene Angebote nutzen. Ihnen fehlt meist das Geld, selbst in große Rechenzentren zu investieren.

Europa könnte da helfen. Denn im Verbund mit anderen Ländern der EU wäre Geld für KI-Infrastruktur schneller beisammen. Auf EU-Ebene wird aber gerade vor allem diskutiert. Schon im April 2021 schlug die EU-Kommission ein Gesetz über künstliche Intelligenz vor. Beschlossen ist es allerdings noch immer nicht. Denn das Parlament, so scheint es, steht gerade erst am Anfang: Es diskutiert über die Definition von künstlicher Intelligenz.

Hinweis: Dieser Text stammt aus der Freistunde, der Kinder-, Jugend- und Schulredaktion der Mediengruppe Attenkofer. Für die Freistunde schreiben auch LeserInnen, die Freischreiben-AutorInnen. Mehr zur Freistunde unter freistunde.de.