"Die Frage stellt sich ja nicht"

Präsident des TSV 1860? Thomas Hirschberger rudert zurück


Mitglieder des "Team Profifußball": Thomas Hirschberger, Klaus Ruhdorfer und Jesko Trahms.

Mitglieder des "Team Profifußball": Thomas Hirschberger, Klaus Ruhdorfer und Jesko Trahms.

Von Bernhard Lackner

Wird er oder wird er nicht? Zuletzt heizte Thomas Hirschberger die Spekulationen um eine Kandidatur zur Präsidentschaft beim TSV 1860 an - nun relativiert er die Aussage. "Robert Reisinger ist für drei Jahre gewählt. Passt, alles gut", sagt er.

München - "Ich will Präsident von 1860 München werden, ich hab ja jetzt wieder Zeit", sagte Thomas Hirschberger zuletzt gegenüber der "Bild am Sonntag" - nun hört sich das in einem Interview mit dem "Merkur" wieder etwas anders an. Aktuell stelle sich die Frage für ihn überhaupt nicht, ohnehin sei der aktuelle Oberlöwe Reisinger noch für drei Jahre gewählt.

Hirschberger scheiterte mit Präsidentschafts-Plänen

Wozu dann die Aussage? "Ich sag mal so: Natürlich wäre es weiter ein Traum von mir, 1860-Präsident zu werden. Das war so und wird auch immer so sein", erklärte Hirschberger, in der aktuellen Konstellation stelle sich dies allerdings schwierig dar: "Wir haben nicht nur einen Präsidenten, sondern auch einen Verwaltungsrat, der mich nie nominieren wird."

Schon in der Vergangenheit hatte Hirschberger versucht, sich dem Traum vom Präsidentenamt zu erfüllen: Im Jahr 2005 war der 57-Jährige jedoch gescheitert. 2018 wollte Hirschberger, der für einen Investorenkurs steht und die Rückkehr der Giesinger in höhere Sphären anstrebt, mit dem "Team Profifußball" in den Verwaltungsrat einziehen - stattdessen wurden sämtliche von der Organisation "Pro1860" vorgeschlagenen Kandidaten in das Kontrollgremium gewählt.

Hirschberger: TSV 1860 muss Verhältnis zu Ismaik verbessern

"Mir geht es ja nicht um eine verantwortliche Position, mir geht es um die politische Richtung. Es ist schwierig, wenn sich die beiden Gesellschafter nicht verstehen", erklärt Hirschberger seine Hartnäckigkeit. Aktuell sehe er "keinen strategischen Ansatz, die Weichen in Richtung Erfolg zu stellen. Man hangelt sich durch - von Saison zu Saison."

Seine Empfehlung: Das zerrüttete Verhältnis zum umstrittenen Investor Hasan Ismaik verbessern und für frisches Kapital sorgen. "Aus meiner Warte ist es einfach nicht fair und korrekt, wie man jemanden behandelt, der für 1860 viel Geld hingelegt hat. Zu sagen, jetzt schleich dich wieder, das gehört sich einfach nicht", so Hirschberger: "Man muss mit Ismaik auskommen, nachdem er seine Anteile nicht verkaufen will."

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