Regensburg

Sea-Eye im Weltall


Rettung von Flüchtlingen aus dem Mittelmeer: Ein Schiff der Regensburger Rettungsorganisation Sea Eye im Einsatz.

Rettung von Flüchtlingen aus dem Mittelmeer: Ein Schiff der Regensburger Rettungsorganisation Sea Eye im Einsatz.

Von Redaktion idowa

Sea-Eye-Gründer Michael Buschheuer (42) hat einen neuen Verein mit dem Namen "Space-Eye e.V." gegründet. Die Rettungsorganisation setzt damit auf Satelliten-Unterstützung.

Der gemeinnützige Verein "Space-Eye" soll in diesen Wochen seine Aufklärungs- und Dokumentationsarbeit aufnehmen. Laut Pressemitteilung wurde mit einem namhaften Satellitenbetreiber ein Vertrag geschlossen, der die Bereitstellung von Satellitenbildern des Meeresgebietes vor der libyschen Küste beinhaltet. Expertengruppen sollen die Bilder in der Folge auswerten und auf mögliche Fluchtbewegungen hin untersuchen, aber auch auf Belege für Menschenrechtsverletzungen - etwa durch unterlassene Hilfeleistungen von Schiffen.

Die neue Organisation versteht sich als Unterstützung der Seenotretter. Nach eigenen Angaben hat sich die Organisation in den letzten Monaten immer größeren Repressalien ausgesetzt gesehen. Rettungsschiffe seien beschlagnahmt oder am Auslaufen gehindert worden, Seenotretter seien unter Anklage gestellt worden. Michael Buschheuer, Gründer der Organisation, verweist in einem Statement auf die aktuelle Situation im Mittelmeerraum: "In den ersten Monaten dieses Jahres kamen 289 Menschen bei Fluchtversuchen im westlichen Mittelmeer ums Leben." Aufgrund der Dunkelziffer sei das Ausmaß der Tragödie vermutlich weitaus größer.

Die Regensburger Rettungsorganisation Sea-Eye hat in den vergangenen vier Jahren nach eigenen Angaben mehr als 14.000 Menschen vor dem Ertrinken im Mittelmeer bewahrt.