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Artikel vom 04. Dezember 2012 09:18, 125 mal gelesen

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„Wenn Greg könnte, würde er mich verklagen“

Jeff Kinney im Interview über seine Buchreihe „Gregs Tagebuch“

Jeff Kinney ist der Autor der "Gregs Tagebuch"-Reihe.

Jeff Kinney ist der Autor der "Gregs Tagebuch"-Reihe.

Frankfurt. (dpa) Mit "Gregs Tagebüchern" ist Jeff Kinney vom Entwickler für Online-Spiele zum Starautor geworden. In 44 Sprachen wurde die Kinderbuchreihe inzwischen übersetzt. Nummer sieben ist in Deutschland am 23. November erschienen. In "Gregs Tagebuch. Dumm gelaufen!" treiben den oft schlecht gelaunten Jungen auch Mädchen vermehrt um - was den Autor im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur auch über ein Ende der Serie grübeln lässt.

Sprechen wir über Greg. Sie haben den armen Kerl in die Öffentlichkeit gezerrt, jetzt lacht die ganze Welt über ihn. Wie kommt er damit klar?

"Er denkt, er wird mal reich und berühmt. Und es würde ihm sicher sehr gefallen, wenn er mitbekäme, dass er wirklich auf der ganzen Welt berühmt ist."

Was würde Greg zu Ihrem Riesenerfolg sagen?
"Er würde sich ausgenutzt fühlen, weil ich seine Lebensgeschichte aufschreibe und das ganze Geld dafür bekomme. Darüber wäre er nicht besonders glücklich. Wahrscheinlich würde er mich verklagen. Ja, wenn er den Ehrgeiz hätte, sich einen Anwalt zu besorgen, würde er mich verklagen."

In Band sieben geht es auch um Mädchen. Wird Greg langsam erwachsen?
"Davor habe ich ein bisschen Angst. Eigentlich würde ich Greg am liebsten gar nicht altern lassen, er soll immer so bleiben, wie er ist. Buch Nummer sieben bringt ihn jetzt etwas in Richtung einer älteren Altersgruppe. Ich glaube, ich muss ihn da wieder ein Stück zurückziehen."

Wie wollen Sie das anstellen?

"Keine Ahnung. Vielleicht geht das auch nicht, vielleicht ist der Zug längst abgefahren. Aber hoffentlich fällt mir noch was ein."

Im Original heißt das Buch "Diary of a wimpy kid". Im Deutschen hat der Verlag "Gregs Tagebuch" daraus gemacht. Ganz schön langweilig, oder?

"Als wir mit dem Verlag über die Übersetzung gesprochen haben, wurde mir gesagt, dass es im Deutschen kein Wort für ,wimp' gibt."

"Gregs Tagebuch. Dumm gelaufen!" des US-Autors Jeff Kinney ist in Deutschland am 23. November erschienen. (Fotos: Bastei Lübbe)

"Gregs Tagebuch. Dumm gelaufen!" des US-Autors Jeff Kinney ist in Deutschland am 23. November erschienen. (Fotos: Bastei Lübbe)

So was wie Weichei oder Schlappschwanz hätten wir schon...
"Ich fand das wirklich lustig: dass man so etwas völlig ohne Ironie sagen kann. In Brasilien heißt es "Diario de um Banana". Und das ist auch etwas anderes, Banana ist eine sehr ineffektive Person. In den Niederlanden ist es "Loser". Es ist auch interessant, zu sehen, wie bei manchen Übersetzungen die Namen der Personen geändert wurden. Greg bleibt oft Greg. Aber ich war gerade in den Niederlanden, da heißt er Bram, und das klingt für mich sehr männlich. Im Deutschen heißt Gregs Freund Rowley Rupert. Wahrscheinlich war Rowley zu speziell."

Sie haben das Buch ursprünglich für Erwachsene geschrieben. Tatsächlich wird es von Millionen junger Lesern verschlungen. Hat das Ihre Art, es zu schreiben, geändert?

"Nein. Ich achte auch sehr darauf, dass ich es mit der gleichen Spannung und unter den gleichen Strapazen schreibe. Ich versuche, die Bücher so lustig, wie ich nur kann, zu machen. Aber Humor ist eine Geschmacksfrage. Und Kreativität hat auch eine Lebensspanne. Mir ist schon klar, dass es passieren kann, dass das Zeug irgendwann vielleicht für andere nicht mehr lustig ist."

Sie haben mal gesagt, sieben bis zehn Folgen wären eine runde Sache.
"Ich will da keine Grenze nennen. Ich will nicht einer von denen werden, die ständig ein neues Ende ankündigen. Und das dann doch immer wieder selbst brechen. Ich weiß nur: Wenn man irgendwann das Gefühl hat, immer nur noch dasselbe zu machen, und sich nicht mehr so richtig frisch fühlt - dann sollte man aufhören. Und nicht weiterschreiben, nur weil es erfolgreich ist."

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