Furth im Wald Die Alm, die is (ko)a Sünd

Nachhilfe für alle Ortsunkundigen: „D’Olm“ ist in Furth eine gemütliche Blockhütte samt Biergarten und keine Alm. Foto: Th. Linsmeier
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Nachhilfe für alle Ortsunkundigen: „D’Olm“ ist in Furth eine gemütliche Blockhütte samt Biergarten und keine Alm. (Foto: Th. Linsmeier)

Der Weber Luk hat mit seiner „Olm“ heuer ohne Zweifel das Drachenstich-Volksfest bereichert. Die gemütliche Hütte und deren Umfeld waren immer gut besucht, die Resonanz vonseiten der Gäste durchwegs positiv. Nun hat es der Luk sogar in die Süddeutsche Zeitung geschafft. In der Lokalspitze des Bayernteils ging es unter dem Titel „Die Alm, die is a Sünd“ um seine Innovation.

Genau genommen wird darin verurteilt, dass nun im Bayerischen Wald eine Alm kopiert werde. Wörtlich heißt es: „Schier unersättlich gebärden sich die Niederbayern und die Oberpfälzer. Weil ihnen die eigenen Bräuche längst nicht mehr genügen, ahmen sie zusätzlich die Sitten der Oberbayern nach. Ein klarer Fall von Raubkopie lag beim Chamer Drachenstich vor, wo das Publikum diesmal auf einer Alm bewirtet wurde. Ostbayern, wo es seit Menschengedenken nie eine Alm gab, ist plötzlich Almenland ...“
Jeder echte Further dürfte jetzt seinen Morgenkaffee beim Lesen dieser Zeilen in die Zeitung spucken, nachdem er sich verschluckt hat. Der geschätzte Kollege der noch mehr geschätzten Süddeutschen scheint nicht ganz zu wissen, von was er schreibt. Denn wäre er wirklich vor Ort gewesen, wüsste er, dass „D’Olm“ keine Alm ist – und vor allem der Drache nicht in Cham stirbt. Das wäre genauso, als wenn man ein Foto von Lukas Podolski nehmen würde, das ihn als Sozius auf einem Jetski, der von einem Dunkelhäutigen gesteuert wird, zeigt, und es mit der nordafrikanischen Schleusermafia in Verbindung bringen würde ... Lang lebe der Lokaljournalismus – die beste Waffe gegen Fake-News!

Und folglich haben wir auch knochenhart recherchiert, um herauszufinden, warum der Drache Sonntagnacht nach der letzten Aufführung einen historischen Hut trug. Wie aus gewöhnlich sehr verlässlichen Quellen zu erfahren war, soll es der Hut von einem der beiden Herzöge im Spiel, der des Schuster Stefan, gewesen sein. Und das kam so: Als der Stefan nach der Aufführung gerade melancholisch vor sich hin träumte, schnappte sich der Thiel Jürgen die ausladende Kopfbedeckung und spielte damit Frisbee. Dabei soll der Jürgen selbst von der hervorragenden Aerodynamik des Herzoghutes überrascht gewesen sein, denn der Deckel flog deutlich weiter als geplant – nämlich auf den Rücken des Drachen, wo er an einem Zacken hängen blieb. So fuhr Tradinno gut be-hütet (Achtung: Wortspiel) in seine Höhle auf der Festwiese. Dort wurde Fanny dann wieder entkront und der Herzoghut Bürgermeister Bauer übergeben. Was vom Stefan als Auslöse verlangt wird? Angeblich soll er kostenlos Touristen durch die Drachenhöhle führen müssen – in Badehose und mit Herzoghut ...

  1. Autor

    Thomas Linsmeier
  2. Datum

    23.08.2017 09:15 Uhr
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