Für Europa „Europa muss sich anpassen“: Wie Felix „Pulse of Europe“ nach Passau brachte

Die Organisatoren von "Pulse of Europe" in Passau: Franziska Bujara (links) und Felix Bender (rechts). Foto: Julian Hoecher Media

Die Idee kam in einem Seminar an der Uni Passau. Es ging um die deutsche und europäische Politik. Am Ende der Veranstaltung wurde Felix Bender (24) klar: Es muss etwas für Europa getan werden.

Der 24-Jährige kommt aus der Nähe von Stuttgart und lebt seit Oktober 2013 in Passau. Dort studiert er Staatswissenschaften. Für Europa interessiert er sich schon lange. Seit 2012 ist er Teil der JEF, der Jungen Europäischen Föderalisten. Ein Jugendverband, der sich für Europa einsetzt. „Mir liegt Europa am Herzen“, sagt Felix. Er reist viel und gerne und erlebt dadurch Europa direkt. „Dass es die EU gibt, darf man nicht als selbstverständlich annehmen“, sagt er. „Man muss dafür kämpfen.“

Zurück in das Seminar an der Uni Passau. Mit seiner Kommilitonin Franziska Bujara schloss sich Felix zusammen. Sie war der selben Meinung wie Felix: Es muss etwas für Europa getan werden – und zwar jetzt. Denn gerade in diesem Jahr standen und stehen wichtige Wahlen an. Die beiden überlegten, wie das genau aussehen könnte, und stießen so bald auf „Pulse of Europe“.

Ebenfalls lesen: Jeden Sonntag gehen junge Menschen bei "Pulse of Europe" auf die Straße

Eine der ersten Städte

Felix hatte von der Bewegung über die sozialen Netzwerke erfahren und war von Beginn an von der Idee angetan, für Europa auf die Straße zu gehen. „Wir schrieben also einfach eine Mail an die Gründer in Frankfurt“, blickt Felix zurück. Das war Mitte März. „Wir machten uns nicht viele Gedanken und peilten gleich den nächsten Sonntag an für eine Veranstaltung.“ Das war der 19. März und rund 130 Personen nahmen am ersten „Pulse of Europe“ in Passau teil, darunter viele Studenten – und das, obwohl gerade Semesterferien waren. Passau war damit eine der ersten Städte, die sich an der Bewegung beteiligte.

Von den Gründern in Frankfurt erhielten Felix und Franziska einen Leitfaden, wie die Veranstaltungen ablaufen sollen.

Zu zweit war die Organisation anfangs mit viel Aufwand verbunden. Mittlerweile ist das Team in Passau acht bis zehn Leute stark. So verteilt sich die Last. Felix kümmert sich dabei um Kommunikation und Werbung, vor allem auf Facebook mit Veranstaltungen auf der Plattform.

Die Kosten, die für eine Veranstaltung entstehen, tragen die Organisatoren selbst. Verdienen tun sie nichts, alles geschieht ehrenamtlich. „Für mich ist das völlig in Ordnung“, sagt Felix. „Es ist für einen guten Zweck und lohnt sich.“

Eine Botschaft an die Politiker

Zum Schluss wird Felix nachdenklich: „Europa ist nicht perfekt. Es ist ein Projekt für die Bürger und muss sich daher entwickeln und anpassen – gemeinschaftlich.“ „Pulse of Europe“ hält sich mit konkreten Forderungen zurück, wie die EU reformiert werden könnte. Aber die Bewegung sendet Appelle an die Entscheider in der Politik. „Die Gruppe, die verantwortlich für Europa und die Politik ist, soll sich mehr und stärker damit befassen“, sagt Felix. „Das ist unsere Botschaft.“

„Europa muss sich anpassen“: Wie Felix „Pulse of Europe“ nach Passau brachte „Europa muss sich anpassen“: Wie Felix „Pulse of Europe“ nach Passau brachte

Die Idee kam in einem Seminar an der Uni Passau. Es ging um die deutsche und europäische Politik. Am Ende der Veranstaltung wurde Felix Bender (24) klar: Es muss etwas für Europa getan werden.

Der 24-Jährige kommt aus der Nähe von Stuttgart und lebt seit Oktober 2013 in Passau. Dort studiert er Staatswissenschaften. Für Europa interessiert er sich schon lange. Seit 2012 ist er Teil der JEF, der Jungen Europäischen Föderalisten. Ein Jugendverband, der sich für Europa einsetzt. „Mir liegt Europa am Herzen“, sagt Felix. Er reist viel und gerne und erlebt dadurch Europa direkt. „Dass es die EU gibt, darf man nicht als selbstverständlich annehmen“, sagt er. „Man muss dafür kämpfen.“

Zurück in das Seminar an der Uni Passau. Mit seiner Kommilitonin Franziska Bujara schloss sich Felix zusammen. Sie war der selben Meinung wie Felix: Es muss etwas für Europa getan werden – und zwar jetzt. Denn gerade in diesem Jahr standen und stehen wichtige Wahlen an. Die beiden überlegten, wie das genau aussehen könnte, und stießen so bald auf „Pulse of Europe“.

Ebenfalls lesen: Jeden Sonntag gehen junge Menschen bei "Pulse of Europe" auf die Straße

Eine der ersten Städte

Felix hatte von der Bewegung über die sozialen Netzwerke erfahren und war von Beginn an von der Idee angetan, für Europa auf die Straße zu gehen. „Wir schrieben also einfach eine Mail an die Gründer in Frankfurt“, blickt Felix zurück. Das war Mitte März. „Wir machten uns nicht viele Gedanken und peilten gleich den nächsten Sonntag an für eine Veranstaltung.“ Das war der 19. März und rund 130 Personen nahmen am ersten „Pulse of Europe“ in Passau teil, darunter viele Studenten – und das, obwohl gerade Semesterferien waren. Passau war damit eine der ersten Städte, die sich an der Bewegung beteiligte.

Von den Gründern in Frankfurt erhielten Felix und Franziska einen Leitfaden, wie die Veranstaltungen ablaufen sollen.

Zu zweit war die Organisation anfangs mit viel Aufwand verbunden. Mittlerweile ist das Team in Passau acht bis zehn Leute stark. So verteilt sich die Last. Felix kümmert sich dabei um Kommunikation und Werbung, vor allem auf Facebook mit Veranstaltungen auf der Plattform.

Die Kosten, die für eine Veranstaltung entstehen, tragen die Organisatoren selbst. Verdienen tun sie nichts, alles geschieht ehrenamtlich. „Für mich ist das völlig in Ordnung“, sagt Felix. „Es ist für einen guten Zweck und lohnt sich.“

Eine Botschaft an die Politiker

Zum Schluss wird Felix nachdenklich: „Europa ist nicht perfekt. Es ist ein Projekt für die Bürger und muss sich daher entwickeln und anpassen – gemeinschaftlich.“ „Pulse of Europe“ hält sich mit konkreten Forderungen zurück, wie die EU reformiert werden könnte. Aber die Bewegung sendet Appelle an die Entscheider in der Politik. „Die Gruppe, die verantwortlich für Europa und die Politik ist, soll sich mehr und stärker damit befassen“, sagt Felix. „Das ist unsere Botschaft.“

„Europa muss sich anpassen“: Wie Felix „Pulse of Europe“ nach Passau brachte „Wieder Freude machen“: Interview mit Karl-Burkhard Haus, Teil des Gründerteams von „Pulse of Europe“

Karl-Burkhard Haus ist Teil des Gründerteams von „Pulse of Europe“. Im Interview erklärt der Frankfurter, wie es zu der Bewegung kam und welche Vorteile Europa bietet.

Wie kam es zur Bewegung „Pulse of Europe“?

Karl-Burkhard Haus: Das ist eine private Initiative von Freunden, die sich über den Brexit und die Wahl des neuen US-Präsidenten schrecklich aufgeregt, sich gegenseitig angerufen und sich versichert haben: Wir machen was in Frankfurt für Europa. Wir glauben, dass es einen starken Zusammenhalt der EU als Gegengewicht braucht. Also sind wir auch laut geworden. Nach drei Monaten gibt es jetzt schon über 90 weitere „Pulse of Europe“-Städte in zwölf EU-Mitgliedsländern.

Welches Ziel verfolgt „Pulse of Europe“?

Wir wollen die Straßen und Plätze nicht den EU-Gegnern überlassen, sondern zeigen, dass die Menschen, die die europäische Idee gut finden, eigentlich die Mehrheit darstellen. Sie glauben an eine gemeinsame Zukunft und wollen sich nicht spalten lassen. „Pulse of Europe“ betont die enormen Leistungen der EU und verdeutlicht, dass die großen Probleme unserer Zeit nur durch Zusammenarbeit angegangen werden können.

Wie kann sich ein Jugendlicher einbringen?

Das kommt darauf an, wo seine Fähigkeiten liegen – in den Ortsgruppen gibt es viel zu organisieren, anzupacken und Ideen zu entwerfen. Bei den Kundgebungen dabei zu sein, ist ein tolles Erlebnis, aber vielleicht traut sich auch mal jemand, am sogenannten offenen Mikrofon zu reden, was an der EU wichtig ist – sowohl aus eigener als auch aus gesellschaftlicher Sicht. Es wird auch viel gesungen und Musik gemacht.

Welche Vorteile bietet Europa für junge Menschen?

Ganz grundlegend: Frieden zwischen Völkern, die sich früher gegenseitig von der Landkarte auslöschen wollten. Das ist wichtig zu betonen, denn junge Menschen kennen die grausigen Kriege nur noch aus Büchern oder Erzählungen. Auch viele selbstverständliche Freiheiten sind eben nicht selbstverständlich, sondern tatsächlich vielerorts gefährdet – sogar innerhalb der EU, zum Beispiel in Polen und Ungarn. Die Jugend kann innerhalb der EU eine ungeheure Vielfalt der Lebensweisen, Sprachen und Kulturen kennenlernen und hat dabei mit allen doch Gemeinsamkeiten.

Wie kann man Europa für Jugendliche attraktiver gestalten?

Es ist wichtig, dass die europäische Einigung auch im übertragenen Sinn eine Herzensangelegenheit ist. Europa soll wieder Freude machen. Außerdem wäre es hilfreich, den Sprachunterricht zu verbessern und zu verbreitern, Schulaustauschprogramme zu intensivieren und junge Menschen dafür zu sensibilisieren, dass nationale Alleingänge in der globalisierten Welt, in die sie hineingeboren worden sind, einen Irrweg darstellen.

„Europa muss sich anpassen“: Wie Felix „Pulse of Europe“ nach Passau brachte Das ist "Pulse of Europe" und hier findest du die Veranstaltungen

Das ist "Pulse of Europe"

Den Anfang machte Frankfurt am Main am 15. Januar 2017. Hier trafen sich zum ersten Mal Menschen, um für Europa auf die Straße zu gehen. Die Initiative ging von Sabine und Daniel Röder aus Frankfurt am Main aus. Nach dem Brexit und dem Sieg von Donald Trump fanden sie: Es muss etwas für Europa getan werden.

Die Idee: Jeden Sonntag von 14 bis 15 Uhr treffen sich Menschen für Europa. Zentrum jeder Veranstaltung ist das offene Mikrofon. Hier können sich Teilnehmer in rund zwei Minuten zu Europa äußern und ihre Meinung abgeben. Zum Ende wird gemeinsam die Europa-Hymne gesungen. Mittlerweile ist die Bewegung quer durch Europa vertreten.

 

Hier gibt es "Pulse of Europe"

Von Frankfurt am Main schwappte die proeuropäische Bewegung in viele andere Städte: Freiburg, Karlsruhe, Köln, Hamburg, Kassel, Berlin... Und es dauerte nicht lange, da verließ „Pulse of Europe“ die deutsche Grenze.

In Amsterdam fand Anfang Februar der erste „Pulse of Europe“ statt. Mittlerweile treffen sich sonntags Menschen für Europa unter anderem in folgenden Städten: Galway (Irland), Paris (Frankreich), Lissabon (Portugal), Madrid (Spanien), Kopenhagen (Dänemark), Brüssel (Belgien), Wien (Österreich).

Eine Übersicht aller teilnehmenden Städte findest du hier.

In Passau fand der erste „Pulse of Europe“ am 12. März statt, seitdem folgten vier Veranstaltungen. Regensburg startete am 9. April. In München gehen seit 19. Februar jeden Sonntag Menschen für Europa auf die Straße.

Eine genaue Übersicht über die anstehenden Veranstaltungen von „Pulse of Europe“ findest du auf Facebook: www.facebook.com/PulseofEurope

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