Ein Unfall und seine Folgen "Ich weiß nicht, was ich ohne sie gemacht hätte"

Jochen Bartusel hatte einen Unfall. Nun lobt er die Ersthelfer. Foto: privat, idowa
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Jochen Bartusel hatte einen Unfall. Nun lobt er die Ersthelfer. (Foto: privat, idowa)

Am zweiten Weihnachtsfeiertag war Jochen Bartusel in einen schweren Autounfall verwickelt. (Schwerer Unfall auf B20 - zwei Verletzte) Ein anderer Autofahrer hatte die Kontrolle über seinen Wagen verloren und war in den Gegenverkehr gekracht. Was Jochen Bartusel im Anschluss erlebte, erzählt er im Interview.

idowa: Herr Bartusel, als der Unfall passiert ist, was ging da bei Ihnen im Kopf vor? Was geht einem durch den Kopf, wenn man merkt: "Das geht nicht gut?"

Jochen Bartusel: Das ist ein Punkt, der geht mir nahe. Ich bin eigentlich ein Mensch, der alles unter Kontrolle hat – hatte. Ich war 35 Jahre Soldat und auch Vorgesetzter und habe immer alles im Griff gehabt. Ich habe das immer alles geregelt. Aber da, bei diesem Unfall, das habe ich alles bewusst mitbekommen, diese absolute Hilflosigkeit, dieses: "Jetzt ist es vorbei": Da wache ich auch jetzt noch immer wieder auf, wenn ich diese Scheinwerfer vor mir sehe. Das war das letzte, was ich gesehen habe, bevor es eingeschlagen hat. Ich weiß mittlerweile, dass ich nach rechts in die Leitplanke gefahren bin und dann war es vorbei. Diese Hilflosigkeit, das Wissen, dass du jetzt nichts mehr machen kannst und dass es jetzt einfach passiert: Das ist mir durch den Kopf gegangen.

Wie lange hat es gedauert, bis jemand angehalten hat?

Jochen Bartusel: Ich kann die Zeit nicht genau einschätzen. Das geht an einem vorbei. Gefühlt war es eine halbe Stunde. Es war aber nicht so lange. Ich habe das mitbekommen, wie die Airbags alle aufgegangen sind und danach habe ich erstmal geschrien, obwohl mir nicht viel gefehlt hat. Erst dann habe ich gemerkt, dass ich eigentlich nicht schreien brauche, weil mir ja gar nichts fehlt. Und dann hat es nicht lange gedauert.

Es war relativ fix jemand da. Der hat die Türe aufgerissen. Die war zwar verklemmt, aber die hat er aufgekriegt. Er hat dann sofort beruhigend auf mich eingeredet. Das war der erste gute Punkt: Er war nicht hektisch. Er hat gefragt, ob mir was fehlt und was mir fehlt. Dann hat er noch gefragt, ob ich die Beine bewegen kann oder ob die eingeklemmt sind. Und dann hat er immer gesagt, was er jetzt macht. Also genau das, was man machen muss. Das war sehr beruhigend für mich.

Mir war klar: Das ist einer, der kümmert sich. Dann hat er mich in ein Gespräch verwickelt und hat immer mit mir geredet.

Haben dann weitere Fahrer angehalten?

Jochen Bartusel: Es kam ein zweiter Mann. Und dann kam eine Ärztin, die war zufällig vor Ort. Sie hat gefragt, ob alles in Ordnung ist, und ob ich gehen kann. Dann haben die Männer gesagt: „Ja, er gibt an, dass es passt.“ Dann hat sie gesagt: „Raus aus dem Auto.“ Ich habe gesagt: „Ich sitze doch hier gut.“ Dann hat sie in einem Ton gesagt, dem du absolut nicht mehr widersprichst: „Raus aus dem Auto!“ Sie ist dann weiter zu den anderen Unfallbeteiligten.

Dann haben mich die beiden Männer aus dem Auto rausgeholt. Sie haben mich gestützt und haben mit mir geredet: Wie es mir geht, ob alles gut ist, ob was wehtut. Dann waren da auf einmal drei, vier andere, die Decken und Schlafsäcke aus den Autos geholt haben.

Die Helfer haben die Matten und Schlafsäcke an die Leitplanke gelegt und haben mich da abgesetzt. Die beiden, die mich aus dem Auto geholt haben, sind immer bei mir geblieben, die sind nie weggegangen. Die haben Decken um mich gelegt und so eine Rettungsfolie. Ich war nie alleine.

  1. Autor

    Regina Hölzel
  2. Datum

    11.01.2017 10:44 Uhr
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