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Artikel vom 05. March 2013 14:32, 123 mal gelesen

Oberpfalz

Sicherheitsbericht 2012 - Weniger Straftaten, aber mehr Unfälle

Autor: pm
Symbolfoto: Mathias Adam

Symbolfoto: Mathias Adam

Der positive Trend, was die Anzahl der in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) erfassten Straftaten betrifft, hat sich erfreulicherweise auch im Jahr 2012 fortgesetzt. Zum fünften Mal in Folge sind, die im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Oberpfalz in der PKS erfassten Straftaten rückläufig. Mit 47503 Straftaten wurden 219 Fälle (0,5 %) weniger gemeldet als 2011. Damit sind die Fallzahlen im Verlauf der letzten Dekade um über 16% gesunken.

Geklärt werden konnten 64,5 % der Straftaten. Damit ist die Aufklärungsquote im Vergleich zum Vorjahr leicht, um 0,2 % gesunken.

Die Gesamtunfallzahlen stiegen im abgelaufenen Jahr um 6,3 %. Wurden im Jahr 2011 29922 Unfälle registriert, waren es vergangenes Jahr 31806. Minimal, von 4605 im Jahr 2011 auf 4667 bzw. 1,2 % stieg die Zahl der Unfälle mit Personenschaden an. Äußerst positiv stellt sich die Situation bei den Verkehrstoten dar. Deren Zahl sank von 91 im Jahr 2011 um 24,2 % auf 69 im vergangenen Jahr.

Gewaltkriminalität:

Unter dem Begriff Gewaltkriminalität versteht man u.a. Mord, Totschlag, Vergewaltigung, Raub sowie die gefährliche und schwere Körperverletzung.

Im abgelaufenen Jahr wurden im Regierungsbezirk Oberpfalz 1367 Gewaltdelikte registriert, dies entspricht einem Anstieg zum Vorjahr um 14 Fälle bzw. 1,0 %. Dies stellt den zweitniedrigsten Wert der letzten 10 Jahre dar. Die Aufklärungsquote lag bei 81,3 %.

In Regensburg ging die Gewaltkriminalität das dritte Mal in Folge zurück. Wurden im Jahr 2009 noch 442 Gewaltdelikte registriert, waren es im abgelaufenen Jahr nur noch 405 Fälle. Dieser positive Trend setzte sich auch in der Innenstadt fort. Hier ist ein Rückgang von 169 Fällen im Jahr 2011 auf 144 Fälle im Jahr 2012 festzustellen Ca. 77 % der Gewaltdelikte waren gefährliche oder schwere Körperverletzungen.

Einen Anstieg um 3 Delikte von 87 auf 90 bzw. um 3,4 % gab es in der Stadt Amberg. Wie bereits im Vorjahr stellt dies einen weiterhin niedrigen Stand der Gewaltkriminalität dar.
In Weiden ist ein Anstieg der Fälle von 122 auf 133 bzw. 9,0% zu verzeichnen.

Diebstahlskriminalität:

Die Diebstahlsdelikte sind im Vergleich zum Vorjahr oberpfalzweit um 1,3 % von 15916 auf 16129 Fälle angestiegen. Nach einem kontinuierlichen Rückgang zwischen den Jahren 2008 und 2010 auf den niedrigsten Stand der letzten 10 Jahre, ist nach 2011 ein erneuter leichter Anstieg zu verzeichnen. Dennoch befinden sich die Fallzahlen weiterhin unter den bis zum Jahr 2008 registrierten Fällen und damit auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. Die Aufklärungsquote lag bei 36,4 %.

Die Diebstahlskriminalität in Regensburg sank im Vergleich zum Vorjahr um 248 Fälle bzw. 3,9 %. Im Jahr 2011 wurden 6285 Diebstähle registriert, im vergangenen Jahr waren es 6037. Wie bereits im letzten Jahr wurden etwa ein Viertel der Diebstähle in der Innenstadt begangen.

In Amberg stieg die Diebstahlskriminalität von 924 Fällen im Jahr 2011 auf 1116 Fälle bzw. 20,8 %. Seit dem Jahr 2007 wurden damit erst mal wieder mehr als 1000 Diebstähle registriert.

In Weiden entwickelte sich die Diebstahlskriminalität sehr positiv. Wurden im Jahr 2011 noch 1480 Diebstähle registriert, waren es im abgelaufenen Jahr nur noch 1206 Fälle. Dies entspricht einem Rückgang von 18,5 % und damit dem niedrigsten Stand der letzten 10 Jahre.

Rauschgiftkriminalität:

Nach nahezu unveränderten Werten in den Jahren 2008 bis 2011 sind die Fallzahlen im Vergleich zum Vorjahr um 9,9 % bzw. 246 Fälle gestiegen. Dies stellt den höchsten Stand der letzten fünf Jahre dar. Das weiterhin größte Problem in diesem Deliktsbereich stellen die illegale Einfuhr bzw. der Schmuggel von Metamphetamin in kristalliner Form sog. "Crystal" auch "Crystal Speed" genannt, aus der Tschechischen Republik nach Deutschland dar. Hierbei sind sowohl die Deliktszahlen als auch die sichergestellten Mengen weiter gestiegen. Ca. 80 % des Rauschgiftes werden in den Grenzlandkreisen Cham, Neustadt a. d. Waldnaab und Tirschenreuth sichergestellt. Die Aufgriffe erfolgen überwiegend im Zuge der Schleierfahndung. Bei den Ermittlungen ergeben sich immer wieder Hinweise, dass das Rauschgift auf den grenznahen, tschechischen "Vietnamesenmärkten" erworben wird.

Zur gezielten Bekämpfung werden auf regionaler Ebene und auch länderübergreifend umfangreiche Maßnahmen durchgeführt. Die Aufklärungsquote lag bei 97 %.

Im Landkreis Cham ging die Gesamtrauschgiftkriminalität im Jahr 2012 im Vergleich zum Vorjahr um 114 Fälle bzw. 26,8 % zurück. Allerdings ist ein Anstieg bei den Delikten mit Amphetamin/Metamphetamin festzustellen.

Im Landkreis Neustadt a. d. Waldnaab liegt der Anstieg der Rauschgiftkriminalität im Vergleich zum Jahr 2011 bei 105 Fällen bzw. 35,6 %. Dies stellt eine Deliktszunahme seit dem Jahr 2008 um ca. 80 % dar.

Im Landkreis Tirschenreuth stieg die Zahl der gemeldeten Rauschgiftdelikte von 227 im Jahr 2011 auf 263 im Jahr 2012. Dies bedeutet einen Anstieg um 36 Fälle bzw. 15,9 %. Besonders auffallend ist hier eine Zunahme der Fallzahlen im Bereich Handel und Schmuggel um über 50 %.

Fallschilderung:

Um aufzuzeigen, welche Methoden angewandt wurden bzw. werden, um das Rauschgift nach Deutschland zu schmuggeln, sei exemplarisch folgender Fall dargestellt:

Am 16.11.2012 kontrollierten Beamte der Schleierfahndung auf der BAB A 6 einen mit zwei Personen besetzten Pkw. Nachdem ein beim 32-jährigen Fahrer durchgeführter Drogentest positiv verlief, händigte dieser den Beamten 1,5 Gramm Crystal Speed aus. Bei einer richterlich angeordneten ärztlichen Untersuchung wurde ein vaginal abgestecktes Kondom bei seiner 27-jährigen Beifahrerin entdeckt. Dieses enthielt ca. 70 Gramm Crystal Speed. Gegen beide Personen wurde Haftbefehl erlassen.

Staatsschutzdelikte:

In der Oberpfalz wurden im Jahr 2012 218 Straftaten mit politischer Motivation registriert. Im Vergleich zum Vorjahr stellt dies einen Anstieg um 29,8 % bzw. 50 Fälle dar.

Bei den politisch motivierten Straftaten "Links" wurden im Jahr 2012 27 Delikte und damit um 11 Fälle bzw. 28,9 % weniger als im Vorjahr erfasst. 6 Fälle (22,2 %) konnten geklärt werden.

Die Straftaten mit politischer Motivation "Rechts" sind im vergangenen Jahr um 47 Fälle bzw. 40,5 % auf 163 Straftaten gestiegen. 85 Fälle (52,1 % ) konnten geklärt werden.

Die politisch rechts motivierte Kriminalität ist durch Aufmärsche und Konfrontationsdelikte mit dem politischen Gegner geprägt. Die sog. Propagandadelikte, erfasst in den Paragraphen 86 und 86 a des Strafgesetzbuches, stellen die Masse der Verstöße dar.

Anzumerken in diesem Zusammenhang ist auch die Tatsache, dass die Fallzahlen der "Politisch motivierten Kriminalität" in erster Linie vom Demonstrationsgeschehen im Zusammenhang mit Wahlen oder sonstigen politischen Themen abhängen und daher besonderen Schwankungen unterworfen sind.

Verkehrsunfallentwicklung:

Nach einem Rückgang um 6,4% im Vorjahr stiegen die Unfallzahlen in der Oberpfalz im Jahr 2012 leicht. Die Gesamtzahl stieg von 29920 im Jahr 2011 um 6,4 % auf 31833.

Die Zahl der Unfälle mit Personenschaden von 4605 im Jahr 2011 stieg um 1,4 % auf 4.667 im Jahr 2012. Die Zahl der Verkehrstoten sank um nahezu 25 % von 91 im Jahr 2011 auf 69 im abgelaufenen Jahr und damit auf den bisherigen Tiefststand.


Entwicklung der Schulwegunfälle:

Erfreulich ist die Tatsache, dass der letzte tödliche Schulwegunfall nunmehr bereits sieben Jahre zurückliegt. Allerdings stieg die Zahl der Schulwegunfälle um 25 % von 40 auf 50. Die Zahl der verletzten Schüler erhöhte sich von 59 auf 93. Erklärung hierfür ist der Unfall eines vollbesetzten Schulbusses im Februar des vergangenen Jahres, bei dem 28 Schülerinnen bzw. Schüler glücklicherweise nur leicht verletzt wurden.

Entwicklung der Alkoholunfälle:

Trotz leichter Zunahme der Alkoholunfälle in der Oberpfalz um 2,2%, sank die Zahl der Unfälle mit Personenschaden um 1,3 %. Erfreulich ist der Rückgang der Verkehrstoten von 11 auf 6 und damit um 45,5 %, auf das Niveau des Jahres 2010. Die Zahl der Verletzten sank um 7,7 % von 311 auf 287 und damit auf den niedrigsten Stand der letzten zehn Jahre.

Entwicklung der Geschwindigkeitsunfälle:

Unfälle mit der Ursache überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit stiegen 2012 um 8,7 % von 1315 auf 1430. Demgegenüber blieb die Zahl der Unfälle mit Personenschaden mit 593 nahezu unverändert. Die Zahl der Verkehrstoten verringerte sich signifikant, von 37 auf 21 und damit um 43,2 %. Allerdings stieg die Zahl der verletzten Verkehrsteilnehmer von 854 auf 859.

Entwicklung der Verkehrsunfälle mit Beteiligung von "Jungen Erwachsenen":

Bei den sog. "Jungen Erwachsenen" handelt es sich um Personen im Alter von 18 bis 24 Jahren. Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Beteiligung von jungen Erwachsenen blieb mit 3403 konstant. Die Quote der von dieser Bevölkerungsgruppe verursachten Unfälle verringerte sich von 61,9 % auf 61,5 %.

Entwicklung der Verkehrsunfälle mit Beteiligung von "Senioren":

Bei Senioren spricht man von Personen ab dem 65. Lebensjahr. Im Jahr 2012 stieg die Zahl der Unfälle an denen Senioren beteiligt waren um 4,3 % von 1916 auf 1999. Auch stieg die Zahl der Unfälle, die von Senioren verursacht wurden von 1264 auf 1296 und damit um 2,5 %. Die Quote der durch Senioren verursachten Unfälle war im Jahr 2012, wie bereits im Vorjahr, mit 1,7 % leicht rückläufig. Die Hauptunfallursachen liegen in der "Missachtung der Vorfahrt" mit 25,9 % sowie "Fehlern beim Abbiegen/Wenden" mit 22,5 %.

Alkohol- und Drogenfahrten:

Die Anzahl der festgestellten Alkoholdelikte im Straßenverkehr blieb in den letzten drei Jahren nahezu unverändert und stieg nur leicht von 1913 Delikten im Jahr 2011 auf 1928 Fälle im vergangenen Jahr. Die Zahl der Drogenfahrten reduzierte sich in den Jahren 2005 bis 2010 kontinuierlich. Im Jahr 2011 erfolgte erstmals ein Anstieg um 161 Fälle von 717 auf 878. Dieser Trend setzte sich auch im abgelaufenen Jahr fort. So wurden 2012 987 bzw. 12,4 % mehr Fahrten unter Drogeneinfluss registriert.

Hauptunfallursachen bei Unfällen mit Toten und Schwerverletzten:

Die Unfallursache "Vorfahrt" steht mit einem Anteil von 15,0 % an der Spitze, gefolgt von "Nicht angepasster oder überhöhter Geschwindigkeit", "Fehlern beim Abbiegen/Wenden" und "Fehlern bei der Straßenbenutzung".

Verkehrsüberwachung:

Im Jahr 2012 wurden bei Geschwindigkeitsmessungen mit technischen Großgeräten und Laserhandmessgeräten insgesamt 21.321 Anzeigen erstellt und 45.912 Verwarnungen erteilt. Der Großteil der Beanstandungen bewegt sich im Bereich einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 11 bis 15 km/h.

Der gesamte Sicherheitsbericht ist als Pdf-Datei unter dem Link www.polizei.bayern.de/oberpfalz/kriminalitaet abrufbar.

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