Nagelsmanns Stadion-Entzug endet

Lewandowski gegen Benfica besonders motiviert


Gut gelaunt: Robert Lewandowski.

Gut gelaunt: Robert Lewandowski.

Von mit Material der dpa

Schon ein Unentschieden reicht den Bayern zum Achtelfinaleinzug in der Champions League. Aber gegen Benfica geht es für die Münchner um mehr. Sie wollen weiteres Selbstvertrauen für den Liga-Hit gegen Freiburg tanken. Ein Jubilar ist ganz besonders motiviert.

Das Ende seines Stadion-Entzugs verkündete Julian Nagelsmann mit leuchtenden Augen noch aus der häuslichen Quarantäne. Beim Abschlusstraining für das Jubiläumsspiel von Torjäger Robert Lewandowski gegen Benfica Lissabon gab am Montag im tristen Münchner November-Grau noch einmal Co-Trainer Dino Toppmöller auf dem Platz die Kommandos.

Nachdem alle Corona-Schnelltests bei Nagelsmann in den vergangenen Tagen negativ ausfielen, erwartet der 34-Jährige nach einer finalen PCR-Testung am Dienstag, dass er am Abend (21.00 Uhr/Amazon Prime Video) beim Unternehmen Achtelfinal-Einzug in der Allianz Arena wieder Regie führen kann. "Ich freue mich sehr darauf, dass ich wieder an die die Linie darf", sagte der 34-Jährige. Vier Spiele ohne ihn - inklusive der historischen Pokal-Pleite in Gladbach - reichen ihm total. "So richtig genervt war ich nicht", sagte er vom Coronavirus genervt.

"Er ist gesund. Er ist zurück. Wir sind glücklich, dass er wieder da sein kann auf der Bank", sagte Außenverteidiger Alphonso Davies, der seinen 21. Geburtstag mit einem Sieg gegen Benfica und glücklichen Bayern-Fans in der Allianz Arena feiern will. Nagelsmann brennt vor Tatendrang: Die Matchplan-Sitzung, das leichte Training und auch die Teamsitzungen im Tageshotel will er in den Stunden vor dem Anpfiff bereits wieder aktiv leiten.

Bayerische Laune nach Sieg bei Union wieder besser

Der Chef ist zurück - das gefällt allen voran ihm selbst am meisten. Die Laune auf dem Rasen war beim Training an Allerheiligen nach dem befreienden 5:2-Bundesligasieg bei Union Berlin auch wieder viel besser und sichtbar gelöst. Die erste positive Antwort auf die 0:5-Klatsche im DFB-Pokal gegen Gladbach hatte auch Nagelsmann am Wochenende in der heimischen Küche sehr erleichtert aufgenommen.

Was ihm bei der von seinen "Champions" geforderten Reaktion noch fehlte, waren "die letzten Schritte" in der Abwehrarbeit: "Die Bereitschaft müssen wir wieder reinkriegen." Die Bayern lassen noch zu viele Torchancen zu. Nur in der Königsklasse steht hinten konsequent die Null. Drei Siege, 12:0 Tore - in Europa läuft's top.

Schon ein Punkt im Rückspiel gegen Benfica würde zum frühzeitigen Einzug ins Achtelfinale reichen. Beim 4:0 vor zwei Wochen in Lissabon hatte Nagelsmann erstmals gefehlt. Das Achtelfinale will er aber mit "zwölf Punkten", also mit dem vierten Sieg im vierten Gruppenspiel, perfekt machen. Eine weitere Demonstration der Stärke wäre die ideale Einstimmung auf das Spiel der Woche am Samstag in der Liga gegen den Tabellendritten SC Freiburg. Nagelsmann könnte dafür sogar einige Stars schonen. Er kündigte an, "die Belastung zu verteilen". Davies etwa sei angeschlagen. Leon Goretzka (Fleischwunde am Fuß) und Lucas Hernández (Prellung) sind wieder einsatzfähig gegen Benfica.

"Wir sind alle nicht aus Zucker"

Die Häme nach dem Debakel in Gladbach haben die Bayern-Stars in Motivation umgesetzt. "Das ist für mich okay, wir sind alle nicht aus Zucker", sagte Thomas Müller zu dem "ein oder anderen Spruch unter der Gürtellinie", der ertragen werden musste. Gegen Union lief vor allem die Offensiv-Maschine wieder auf Hochtouren mit fünf Angreifertoren von Lewandowski (2), Leroy Sané, Kingsley Coman und Müller. "Klarer Sieg, drei Punkte, jetzt können wir uns auf die Champions League und Benfica fokussieren", sagte Lewandowski.

Der Weltfußballer steht gegen Portugals Topclub im Fokus. Zum 100. Mal läuft er in der Königsklasse auf. "Das ist eine eindrucksvolle Marke", sagte Nagelsmann, besonders, wenn man auch die Torquote des 33-jährigen Lewandowski bedenke. Nach schon fünf Saisontoren will sich der Pole in seinem Jubiläumsspiel weiter der 100-Tore-Marke nähern, die bislang nur die beiden Weltstars Cristiano Ronaldo (137 Tore) und Lionel Messi (123) übertreffen konnten.

Lewandowski steht bei 78 Toren. "Ich hoffe, dass wir wieder ab der ersten Minute unseren Fußball zeigen werden, dass wir wieder in den Rhythmus und das Tempo kommen und uns viele Situationen herausspielen, um am Ende die Tore zu machen", sagte Lewandowski. Auch Nagelsmann würde dann an der Seitenlinie sehr viel Spaß haben.