Regensburg

Schutzstatus entzogen: Sea-Eye bricht Mission ab


Die Crew der "Seefuchs" hat die aktuelle Mission im Mittelmeer abgebrochen. (Symbolbild)

Die Crew der "Seefuchs" hat die aktuelle Mission im Mittelmeer abgebrochen. (Symbolbild)

Von Redaktion idowa

Die Regensburger Seenotrettungsorganisation Sea-Eye hat nach eigenen Angaben die aktuelle Mission im Mittelmeer abgebrochen. Der Grund: Dem Rettungsschiff "Seefuchs" sei der seerechtliche Schutzstatus entzogen worden.

Das teilte Gorden Isler, Sprecher von Sea-Eye, am Donnerstag mit. Demnach hätte die Besatzung der "Seefuchs" am Mittwoch eine entsprechende Mail des niederländischen Verkehrsministeriums erhalten. Die "Seefuchs" befand sich zu diesem Zeitpunkt vor der libyschen Küste, um in Seenot geratene Flüchtlinge zu retten. Angesichts der neuen Entwicklung hätte die Crew jedoch keine andere Wahl gehabt, als die Mission abzubrechen und nach Valletta zurückzusegeln.

Isler kritisierte das Vorgehen der Behörden stark: "Wir haben ausschließlich aus sozialen Netzwerken davon erfahren, dass der italienische Verkehrsminister Danilo Toninelli am Flaggenstatus der Seefuchs zweifelt. Daher nahmen wir selbst am Montag Kontakt mit unserem Flaggenstaat, den Niederlanden, auf, um schließlich am Mittwoch per Email zu erfahren, dass man sich dort tatsächlich nicht mehr für uns verantwortlich fühlt. Nach mehr als zwei Jahren intensiver Zusammenarbeit mit den italienischen und niederländischen Behörden ist diese Vorgehensweise absolut unverständlich." Laut Isler habe die Sicherheit der Crew nun oberste Priorität. Daher sei es nicht möglich gewesen, die "dringende Mission" weiter fortzuführen.

Die "Seefuchs" hält deswegen nun Kurs auf Malta, wo sie voraussichtlich am Freitagmorgen im Hafen von Valletta einlaufen wird. Unterdessen will sich der ehrenamtliche Vorstand von Sea-Eye um eine Klärung der neuen Situation bemühen.