Landkreis Regensburg

...and justice for all? - Ein Kommentar zum Metal-Verbot in der Messehalle


Gegen Diskriminierung von Rock & Metal (Foto: mad) Das Metal-Verbot in der Messehalle sorgt für Empörung unter den Fans der härteren Musik. Auf Facebook gründete sich bereits die Gruppe

Gegen Diskriminierung von Rock & Metal (Foto: mad) Das Metal-Verbot in der Messehalle sorgt für Empörung unter den Fans der härteren Musik. Auf Facebook gründete sich bereits die Gruppe

Von Matthias Jell und Redaktion idowa

Vier Jahre dauerte die Invasion der Headbanger in Straubing, ehe man nun vor wenigen Wochen die weiße Fahne hissen musste. Die Stadt hat ein Machtwort gesprochen: Metal-Veranstaltungen sind in der Messehalle ab sofort tabu. "Nicht nur Metal-Konzerte, sondern auch alle anderen Konzerte", wird man bei den Stadtoberen nicht müde zu betonen.

Der diesjährige Veranstalter des Metal Invasion-Festivals hatte die Zügel nachweislich allzu sehr schleifen lassen und Auflagen nicht eingehalten. Dass der dabei entstandene Lärm und Müll auf herzlich wenig Gegenliebe bei Anwohnern stößt, ist nachvollziehbar. Dabei waren die Vorkommnisse im Rahmen des Metal Invasion-Festivals wohl nur ein Tropfen auf dem heißen Stein für die durch das Gäubodenvolksfest ohnehin schon leidgeprüften Anwohner. Irgendwann reicht's. Jetzt musste halt die Metal-Gemeinde dran glauben. Was bleibt, ist ein fader Beigeschmack. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier das schwächste Glied einer Reihe von Veranstaltungen entsorgt wurde. Vielleicht sogar entsorgt werden musste. Nicht zwingend, weil man dem Musik-Genre Heavy Metal gegenüber feindlich gesonnen wäre, sondern weil die anderen Veranstaltungen am Hagen absolute Immunität genießen.

Immer wieder wurde seitens der Stadt betont, dass die Messehalle einfach nicht für Konzerte geschaffen, man aber trotzdem um kulturelle Vielfalt bemüht sei. Beides positiv, in der Umsetzung allerdings mangelhaft. Wenn man schon zu der Erkenntnis gelangt ist, dass die Messehalle wegen des fehlenden Schallschutzes nicht für Live-Musik geeignet ist, müsste man auch so konsequent sein und Konzerten darin generell eine Absage erteilen. Dazu zählt mitunter auch Live-Musik bei der Meisterfeier der Handwerkskammer. Allerdings hat man es hier mit einer renommierten Veranstaltung zu tun, die der Stadt Straubing nicht nur in puncto Reputation gut zu Gesicht steht, sondern auch wirtschaftlich. An diesem Stuhl sägt niemand gern, also drückt man ein Auge zu.

Wenn dann aber nach außen hin der Eindruck einer ungleichen Behandlung entsteht, sollte das nicht verwundern - am wenigsten die Verantwortlichen der Stadt. Zweifelsfrei steckt man dort in der Klemme: man hat eine Halle, die für Konzerte nicht geschaffen ist. Des Volkes Seele kocht, weil man wieder einer Veranstaltung beraubt wurde und auf der anderen Seite machen erboste Anwohner mobil, drohen der Stadt gar mit rechtlichen Schritten wegen ständiger Lärmbelästigung. Keine einfache Situation. Dennoch wäre die Stadt gut beraten, das Gespräch mit den Bürgern zu suchen, um so eine gemeinsame Lösung auszuarbeiten und dafür zu sorgen, dass das Gefühl der Gleichbehandlung entsteht. Oder wie es schon Metallica mit dem Titel ihres Kult-Albums so treffend auf den Punkt brachten: and justice for all!