Landkreis Landshut

Protest gegen „Frei.Wild“-Konzert


Am Freitag wollen die Gegner des "Frei.Wild"-Konzerts vor dem Rathaus protestieren. (Foto: cv)

Am Freitag wollen die Gegner des "Frei.Wild"-Konzerts vor dem Rathaus protestieren. (Foto: cv)

Von sj

Über zu wenig Aufmerksamkeit braucht sich die Südtiroler Band "Frei.Wild" in Landshut nicht zu beklagen. Nun rufen die Gegner der Band am Freitagmittag zu einer Kundgebung vor dem Rathaus auf. Das Motto: "Stoppt das ,Frei.Wild'-Konzert". Dieses soll wie geplant am 18. April in der stadteigenen Sparkassen-Arena stattfinden. Die Stadt steht weiterhin zu ihrer Entscheidung, die Band auftreten zu lassen. Trotz der kontroversen Diskussionen sieht die Polizei sowohl Kundgebung als auch Konzert relativ gelassen entgegen.

"Die Brisanz des Konzerts ist uns zwar bewusst, aber wir sind nicht sonderlich beunruhigt", sagt Polizeisprecher Stefan Scheibenzuber. Auch die Kundgebung am Freitag versetzt die Polizei nicht in Alarmbereitschaft. Angemeldet hat die Versammlung der DGB-Vorsitzende Hans-Dieter Schenk. Trotz des offiziellen Mottos, das Konzert zu stoppen, geht Schenk nicht davon aus, dass der "Frei.Wild"-Auftritt noch abgesagt wird: "Wir wollen aber, dass so ein Konzert zumindest nächstes Jahr nicht mehr stattfindet." Schenk rechnet mit mehr als 100 Teilnehmern, besonders auch von Schulen. Denn mehrere Anti-Rassisimus-Schul-AGs haben sich klar gegen das Konzert positioniert. In einem Brief an den Oberbürgermeister Hans Rampf, der der LZ vorliegt, fordern die entsprechenden AGs des Hans-Leinberger-Gymnasiums und der Fachoberschule, dass sich Rampf dafür einsetzen solle, dass die "völkisch-nationalistische" Band "Frei.Wild" nicht mehr auf städtischen Bühnen auftritt. Bekanntlich sind einige Texte der Band umstritten. Gegner werfen ihr vor, mit nationalistischen Tönen rechtsextremes Gedankengut salonfähig zu machen.


Die Stadt als auch der Messegeschäftsführer Bernhard Seyller sehen für ein künftiges "Frei.Wild"-Auftrittsverbot auf städtischen Bühnen keinen Anlass. "Das ist zwar absolut an der Grenze. Wir sind aber nicht die Moralapostel, sondern haben nach Recht und Gesetz zu entscheiden", sagt Thomas Link, der persönliche Referent des OB. Mit Recht und Gesetz meint Link die Erkundigungen, die unter anderem die Messegesellschaft im Vorfeld eingeholt hat, beispielsweise beim Verfassungsschutz. Auch durch die Erfahrungen vom "Frei.Wild"-Konzert im vergangenen Jahr sieht Seyller sich in der Entscheidung für das Konzert bestätigt: "Es gab keinerlei Vorkommnisse, und wir hatten auch mit dem Veranstalter keine Probleme." Das Publikum sei sehr gemischt gewesen. Seyller wird auch dieses Jahr in der Halle sein, um sich ein Bild zu machen. Sollte es irgendwelche rechtextremen Umtriebe geben, werde man sofort einschreiten. Bisher sei das Konzert noch nicht ausverkauft.

Ob "Frei.Wild" erneut in der Sparkassen-Arena auftreten werden, lassen sowohl Link als auch Seyller offen. Man werde das, sagt Seyller, ergebnisoffen prüfen.

Info

Die Kundgebung der "Frei.Wild"-Gegner findet am Freitag ab 13.30 Uhr vor dem Rathaus statt.