Geschichte

Israel feiert 75. Jubiläum - Deutsche Luftwaffe dabei

Israel begeht das Jubiläum seiner Staatsgründung. Doch die Feiern werden überschattet vom heftigen Streit um die Justizreform, der seit Wochen andauert. Bleibt es friedlich?


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Israelis, die gegen die Pläne der Regierung von Ministerpräsident Netanjahu protestieren, das Justizsystem zu reformieren, bei einer alternativen Feier zum Unabhängigkeitstag in Tel Aviv.

Von dpa

Israel hat am Mittwoch den 75. Jahrestag seiner Unabhängigkeit gefeiert. Bei einer Flugparade über weiten Teilen des Landes war neben weiteren internationalen Gästen erstmals auch die deutsche Luftwaffe vertreten. Auch Luftwaffen-Inspekteur Ingo Gerhartz war bei der Veranstaltung zugegen.

Ein Eurofighter des Typs Eagle Star 2.0 wurde dabei allerdings - anders als zuvor von der israelischen Armee mitgeteilt - nicht von ihm persönlich geflogen. Die Flügel des Kampfjets waren mit der deutschen und der israelischen Flagge dekoriert.

"Wir wünschen Israel eine gute Zukunft", sagte Gerhartz in einer Grußbotschaft auf Hebräisch. "Es ist eine große Ehre für die deutsche Luftwaffe, Teil der Luftparade über Israel an diesem Jubiläumstag sein zu dürfen", sagte er. "Wir sind sehr dankbar für die Freundschaft und Partnerschaft mit der israelischen Luftwaffe, gerade vor dem Hintergrund unserer Geschichte. Der Eagle Star 2.0 steht als Symbol für unsere enge Verbindung und unsere Freundschaft."

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Die Jubiläumsfeiern werden überschattet vom Streit um die Justizreform. In Tel Aviv begann am Abend eine große Kundgebung gegen die Reform.

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Israelische Soldatinnen und Soldaten und Familienangehörige gedenken in Jerusalem der Gefallenen und Terroropfer.

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Israelis stehen still und halten zwei Schweigeminuten ein, während die Sirenen zum jährlichen israelischen Gedenktag für gefallene Soldaten ertönen.

Bei der zentralen Feier in Jerusalem waren am Dienstagabend zwölf Fackeln entzündet worden. Sie symbolisieren die in der Bibel erwähnten zwölf Stämme Israels.

Mehrere Städte, darunter auch Tel Aviv, setzten bei den Feiern überwiegend stilles Feuerwerk ein. Mit dieser geräuschreduzierten Variante sollte unter anderem auf Soldaten mit Posttraumatischer Belastungsstörung Rücksicht genommen werden. Das Knallen der Feuerwerkskörper könnte Betroffene sonst mental wieder in Kampfsituationen zurückversetzen.

Die Jubiläumsfeiern werden überschattet vom erbitterten Streit um eine Justizreform, die Gegner als Gefahr für die Demokratie ablehnen. An einer Demonstration in Tel Aviv nahmen am Dienstagabend Tausende Menschen teil.

Der Staat Israel wurde am 14. Mai 1948 ausgerufen. Staatsgründer David Ben Gurion verlas damals in Tel Aviv die Unabhängigkeitserklärung. Israel feiert sein Jubiläum nach dem hebräischen Kalender und somit in diesem Jahr früher.