Konflikte

200.000 Menschen demonstrieren in Israel gegen Justizreform

Ungeachtet massiver Proteste will Israels rechts-religiöse Regierung ihr Vorhaben zur Schwächung des Justizsystems vorantreiben. Nach landesweiten Demonstrationen sind am Montag auch Streiks geplant.


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Israelische Rettungskräfte an dem Tatort, wo ein Fahrzeug in eine Menschenmenge an einer Bushaltestelle in der Nähe einer israelischen Siedlung in Ostjerusalem raste.

Mehr als 200.000 Israelis haben nach Angaben der Veranstalter bei Demonstrationen in Tel Aviv und anderen Städten gegen den Kurs der rechts-religiösen Regierung protestiert. In der Küstenstadt Tel Aviv marschierten Demonstranten den sechsten Samstagabend in Folge mit israelischen Flaggen durch die Straßen. Die Proteste, die auch in Städten wie Jerusalem, Beerscheva und Haifa stattfanden, richten sich vor allem gegen Pläne der Regierung, das Justizsystem im Land gezielt zu schwächen.

In einer Schweigeminute gedachten die Demonstranten der drei israelischen Opfer eines palästinensischen Anschlags am Freitag in Ost-Jerusalem. Der 31-jährige Attentäter aus Ost-Jerusalem hatte nahe dem Viertel Ramot sein Auto in eine Menschenmenge gelenkt. Dabei wurden zwei Brüder im Alter von sechs und acht Jahren sowie ein 20-Jähriger getötet. Der Attentäter wurde von Polizisten erschossen.