Freilandhaltung

Tiere im Außengehege: Das sollten Sie beachten!


Ein Gehege aus Holz, Draht und Plexiglas schützt die Tiere vor Fressfeinden wie Mardern und Greifvögeln.

Ein Gehege aus Holz, Draht und Plexiglas schützt die Tiere vor Fressfeinden wie Mardern und Greifvögeln.

Die Temperaturen steigen - eine gute Gelegenheit, Meerschweinchen und Kaninchen an ein Außengehege zu gewöhnen. Beachtet der Halter ein paar Dinge, können die Tiere auch das ganze Jahr über draußen bleiben.

Ob jetzt im Frühjahr oder dann auch das ganze Jahr: Meerschweinchen und Kaninchen fühlen sich im Außenstall oft sehr wohl - vorausgesetzt der Halter hat den Tieren ein entsprechendes Zuhause eingerichtet. Für Jungtiere, trächtige Weibchen sowie Nackt-Züchtungen ist es im Winter allerdings zu kalt. "Und wenn die Tiere mal krank werden, müssen sie auch ins Haus", mahnt Sarah Ross von der Tierschutzorganisation Vier Pfoten. Außerdem sollten die Tiere langsam an das Leben im Freien gewöhnt werden. "Am besten fängt man damit im Frühjahr an. Da kann sich das Fell an den jeweiligen Temperaturwechsel anpassen", erklärt die Expertin.

Von einem beliebigen Wechsel zwischen draußen und drinnen rät sie ab. Dabei komme die körpereigene Temperaturregulation der Tiere durcheinander, und die Erkältungsgefahr wachse. Damit sich die gesunden und erwachsenen Tiere im Freien richtig wohlfühlen, müssen Größe und Standort des Außengeheges richtig gewählt sein. "Egal welche Bauart bevorzugt wird, die Tiere brauchen Wetter- und Sonnenschutz", erklärt Andreas Reinert, Präsident des Vereins Meerschweinchenfreunde Deutschland.

Um die Nager vor direkter Sonne zu schützen, sollte das Gehege Richtung Nordosten ausgerichtet sein, rät Peter Mickmann vom Zentralverband Deutscher Rasse-Kaninchenzüchter. Ist es nass, kalt und windig, brauchen die Tiere einen trockenen und isolierten Unterschlupf. Als Material eignen sich vor allem Holz und Stein in Verbindung mit Draht. Als Windschutz kann eine Plexiglasscheibe zur Wetterseite nützlich sein. Auf jeden Fall muss das Gehege mit vier Wänden und einem Dach rundum gesichert sein. Das schützt zum einen vor dem Ausbüchsen der Tiere, zum anderen aber auch vor Fressfeinden wie Marder, Fuchs und Mäusebussard.

Die Tiere brauchen ein trockenes Häuschen mit mindestens zwei Ausgängen. "Das Häuschen sollte nicht direkt auf dem Boden stehen, damit der Bodenfrost nicht einzieht", sagt Reinert. Als Unterlage am Ruheplatz eignen sich Hobelspäne. Um sich warm zu halten, kuscheln sich die Tiere dann beim Schlafen aneinander. "Das nennt sich Kontaktliegen", erklärt Ross. Auch darum sei die Einzelhaltung tabu. Sind die Tiere aktiv, machen ihnen Schnee, Matsch und Kälte nichts aus.

Das Gehege hat idealerweise eine Sand- und eine Rasenfläche sowie eine Aussichtsplattform. "Besonders Kaninchen hüpfen da gerne drauf, damit sie einen besseren Überblick haben", weiß Ross. Da Meerschweinchen und Kaninchen Fluchttiere sind, mögen sie keine großen Freiflächen. Das macht ihnen Angst. "In der Natur würden die Tiere auch nicht über eine Lichtung laufen", sagt Reinert. Die Nager lieben es, sich zu verstecken. Deshalb sollte das Gelände zahlreiche Unterschlupfmöglichkeiten bieten und mit Steinen, Rinden, Wurzeln, kleinen Büschen oder Ästen unterteilt sein.

Natürlich brauchen Meerschweinchen und Kaninchen auch draußen genug zu fressen. Tägliches Frischfutter wie Möhren, Äpfel und Paprika kann in kleinen Portionen verabreicht werden. Außerdem mümmeln die Tiere gerne staubfreies und trockenes Heu. Genug frisches Trinkwasser muss immer erreichbar sein. Im Sommer sind Trinkröhrchen aus Metall ungeeignet, weil sie sehr heiß werden können. Besser sind Steingutnäpfe, die auf eine kleine Erhöhung, etwa einen Stein, gestellt werden.

Und wie sieht es im Freien aus mit Krankheitsschutz? "Kaninchen brauchen alle sechs Monate eine Kombi-Impfung gegen RHD und Myxomatose", sagt Ross. Beides sind Virusinfektionen. Die Myxomatose wird unter anderem durch Insekten übertragen. RHD (Rabbit Haemorrhagic Disease) kann auch über direkten Kontakt mit kranken Tieren übertragen werden. "Gegen die Myxomatose gibt es allerdings keinen hundertprozentigen Schutz. Das ist ähnlich wie beim Menschen mit der Grippeimpfung", erklärt Mickmann. Wer seine Tiere jetzt zum Frühling ins Freigehege setzen möchte, der sollte sie langsam daran gewöhnen: Schließlich kann es noch frisch draußen sein, und das Gras kann Verdauungsprobleme verursachen.

Ein Schlafplatz, oder auch Stallbucht genannt, sollte mindestens diese Größe haben (ohne Auslauf):

  • Für große Rassen (mehr als 5,5 kg): 110 cm breit, 80 cm tief und 70 cm hoch.
  • Für mittelgroße Rassen (3,5 bis 5,5 kg): 85 cm breit, 80 cm tief und 60 cm hoch.
  • Für kleine und Zwergrassen (1,5 bis 3 kg): 65 cm breit, 70 cm tief und 50 cm hoch.