Tipps vom Experten

So sehen Sie den Kometen "Neowise" am besten


Der Komet Neowise über der Kapelle "St. Johannes der Täufer" im bayrischen Raisting. Nur alle 5.000 bis 7.000 Jahre kommt der Komet der Erde so nah, dass er mit bloßem Auge zu sehen ist.

Der Komet Neowise über der Kapelle "St. Johannes der Täufer" im bayrischen Raisting. Nur alle 5.000 bis 7.000 Jahre kommt der Komet der Erde so nah, dass er mit bloßem Auge zu sehen ist.

Von Redaktion idowa und mit Material der dpa

In der Nacht auf Donnerstag war der Komet "Neowise" der Erde am nächsten und konnte dank des guten Wetters besonders von Bayern aus gut beobachtet werden. Doch nach wie vor lohnt sich ein Blick in den Nachthimmel. Wir haben einen Experten gefragt, was Sie bei der Beobachtung des einzigartigen Himmelsphänomens beachten sollten.

Das letzte mal sahen die Menschen "Neowise" in der Jungsteinzeit: Nur alle 5.000 bis 7.000 Jahre zieht der Himmelsbrocken so nah an der Erde vorbei, dass er mit bloßem Auge beobachtet werden kann. In der Nacht auf Donnerstag stand er der Erde am nächsten - "nur" noch 100 Millionen Kilometer entfernt, also ungefähr zwei Drittel des Abstands der Erde zur Sonne. Stephan Dütsch von der Sternwarte Thananger im Landkreis Straubing-Bogen empfiehlt Kometen-Begeisterten, heute mal etwas länger aufzubleiben: "Am besten sieht man Neowise heute von Mitternacht bis 3 Uhr früh", sagt er. Zu finden sei der Komet Richtung Norden zwischen dem Sternbild Großer Wagen und der Horizontlinie.

Besser ohne Teleskop

"Man sollte auch nicht unbedingt mit schwerem Gerät und Teleskopen anrücken", erklärt Dütsch. "Damit können Sie schon fast den Kometenkern anschauen, aber das Tolle an Kometen ist ja der Schweif." Ein so großflächiges Objekt wie Neowise könne man am besten mit dem bloßen Auge beobachten, fügt er an.

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag können sich Himmelsbeobachter in Bayern nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) freuen: Voraussichtlich wird der Komet heute nur im Süden Deutschlands zu sehen sein - in Mittel- und Norddeutschland werden wohl dichte Wolken den Blick versperren. Wer Neowise heute nicht anschauen kann, muss sich laut Experte Dütsch aber nicht ärgern. "Ich habe ihn gestern schon angeschaut - und morgen wird er noch fast genauso aussehen", sagt der Astronom. "Für den Laien ist die Nähe bei diesen riesigen Distanzen sowieso nicht zu unterscheiden."