Reality-Show auf Netflix

„Love Is Blind“ - oder auch nicht

In der Netflix-Serie zählt ausschließlich der Charakter – bis zu dem Punkt, an dem sich die Singles verlobt haben und den anderen zum ersten Mal gegenübertreten dürfen.


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„Love Is Blind“, Beziehungsexperiment, sechs Staffeln, verfügbar auf Netflix, freigegeben ab zwölf Jahren.

Die Idee: Natürlich zählen die inneren Werte. Doch vor allem in der Liebe schadet es bestimmt nicht, wenn einem der Partner auch optisch gefällt. In Zeiten von Dating-Apps, in denen Menschen rein auf ihr Äußerliches reduziert werden, nimmt die Oberflächlichkeit allerdings überhand. Genau deshalb ist „Love Is Blind“ spannend.

Darum geht’s: In der Netflix-Serie lernen sich Singles kennen, die gerne endlich den Richtigen finden, heiraten und eine Familie gründen möchten. Das Besondere: Sie sehen ihr Date während der Kennenlernphase nicht, denn zwischen ihnen steht eine Wand. Sie können also nur miteinander reden. Und so wissen die Singles nicht, ob sie den anderen im echten Leben überhaupt attraktiv finden würden.

Haben zwei Singles nach einigen Dates eine emotionale Verbindung zueinander aufgebaut und sind sich sicher, dass der andere der Richtige ist, macht (meist) der Mann der Frau einen Heiratsantrag – immer noch mit der Wand zwischen ihnen. Frisch verlobt kommt dann der große Moment: Sie dürfen sich das erste Mal von Angesicht zu Angesicht sehen. In diesem Moment werden Träume wahr – und manche zerplatzen wie Seifenblasen.

Und sofort geht es Schlag auf Schlag weiter: Die Pärchen fliegen in die Flitterwochen. Hier dürfen sie feststellen, ob es auch eine körperliche Anziehung gibt. Danach wird die junge Liebe gleich noch mehr auf den Prüfstand gestellt: Die Verlobten fliegen zurück in die Heimat und beziehen für zwei Wochen eine gemeinsame Wohnung. Und ab da hat auch der Alltag sie wieder: Die Teilnehmer bekommen ihre Handys zurück und gehen wieder zur Arbeit. Spätestens an diesem Punkt gibt es ersten Beziehungsstress.

Nach zwei Wochen des Zusammenlebens kommt dann der große Moment, der Tag der Hochzeit. Vor dem Altar müssen sich die Teilnehmer endgültig entscheiden: Sage ich „Ja, ich will“ zu dem anderen oder ist das Experiment gescheitert?

In aller Kürze: „Love Is Blind“ testet, ob Singles den Partner fürs Leben finden können, ohne zu wissen, wie der andere aussieht.

Fazit: Der Prozess, bis sich die Singles in den Kabinen füreinander entscheiden, zieht sich teils etwas. Doch spätestens dann, wenn sich die Verlobten erstmals sehen, fiebert man mit. Und auch die Zeit danach enthält viele unerwartete Wendungen, Drama, Eifersucht, Tränen – oder eben doch die ganz große Liebe. Eine Empfehlung für alle Fans von Reality-Formaten.