Waffenbrunn Asylbewerber kommt nach Messerattacke in die Psychiatrie

Wegen gefährlicher Körperverletzung kommt ein Asylbewerber nun in die Psychiatrie. Foto: David Ebener, dpa

Im Sicherungsverfahren gegen einen 36 Jahre alten Asylbewerber aus dem Irak hat die Schwurgerichtskammer des Landgerichts Regensburg unter Vorsitz von Richter Denis Biermann nach fünf Verhandlungstagen den Beschuldigten in eine forensische psychiatrische Klinik überstellen lassen. Seine Tat, die von der Staatsanwaltschaft ursprünglich als versuchter Mord angeklagt worden war, werteten die Richter am Ende entsprechend den übereinstimmenden Schlussvorträgen von Staatsanwaltschaft und Verteidigung nur noch als gefährliche Körperverletzung.

Wie berichtet kam der Beschuldigte im Jahr 2014 über die Türkei und Griechenland nach Deutschland und lebte vom Januar bis zu seiner Festnahme am 20. Juni vergangenen Jahres in der Asylbewerberunterkunft in der Pfarrer-Waldhier-Straße in Waffenbrunn. Etwa seit dem Frühjahr machte er seiner fast 20 Jahre älteren Zimmernachbarin Liebeserklärungen und Heiratsanträge. Diese lehnte jedoch seine Avancen unmissverständlich ab. Als sein Verhalten immer aufdringlicher wurde, brach sie schließlich den Kontakt zu ihm ab.

Am Vormittag des Tattages konnte der Beschuldigte durch den Türspalt beobachten, wie seine Angebetete nur mit einem Bademantel bekleidet über den Flur in Richtung ihres Zimmers ging. Er griff sich ein Messer mit einer zirka 20,5 Zentimeter langen und dreieinhalb Zentimeter breiten, nach vorne spitz zulaufenden Klinge. Mit dieser Waffe näherte er sich der späteren Geschädigten von hinten. Zwar konnte sie ihn aus den Augenwinkeln sehen, schenkte ihm aber keine Beachtung, zumindest rechnete sie mit keinem Angriff. So konnte sie der Beschuldigte in ihr Zimmer drängen. Wohl aus Enttäuschung über die ständigen Zurückweisungen und in der falschen Annahme, sie hätte ihn bei der Polizei angezeigt, versetzte er ihr zwei kräftig ausgeführte Stiche in den Rücken. Der erste Stich drang am rechten unteren Schulterblattrand zirka neun Zentimeter tief ein. Beim zweiten etwa fünf Zentimeter tiefen Stich parallel zur zehnten Rippe brach der Messergriff ab und die Klinge blieb im Rücken des Opfers stecken. Akute Lebensgefahr bestand nicht.

In seinem über seinen Verteidiger Mathias Klose und einen Dolmetscher abgelegten Geständnis beteuerte der Beschuldigte, dass er das Opfer nicht töten, sondern nur verletzen wollte. Diese Behauptung konnte durch die umfangreiche Beweisaufnahme nicht widerlegt werden, zumal die Geschädigte nicht als Zeugin zur Verfügung stand. Sie war in der Zwischenzeit wieder in ihr Heimatland Ukraine zurückgekehrt. Auch der von der Schwurgerichtskammer hinzu gezogene Sachverständige sah im Hinblick auf die psychotische Erkrankung des Probanden keine Anhaltspunkte hierfür und attestierte ihm im Übrigen, dass er die Tat im Zustand der Schuldunfähigkeit begangen hat. Deshalb wertete die Schwurgerichtskammer die Straftat lediglich als gefährliche Körperverletzung. Da ohne eine entsprechende Behandlung beim Beschuldigten auch weiterhin erhebliche rechtswidrige Taten zu erwarten sind und er deshalb für die Allgemeinheit als gefährlich einzustufen ist, wurde seine Sicherungsverwahrung angeordnet. In der Regel wird die Notwendigkeit einer solchen Unterbringung im jährlichen Turnus von Sachverständigen überprüft. Das Urteil ist rechtskräftig.

 

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