Volleyball Bundesliga NawaRos Zwischenfazit: "Der richtige Schritt"

NawaRo Straubing schlägt sich bisher achtbar in der Volleyball-Bundesliga. Foto: fotostyle-schindler.de

Nach neun Spielen zieht NawaRo Straubing ein erstes positives Fazit. „Der Aufstieg war der richtige Schritt“, sagt Geschäftsführerin Ingrid Senft.

Am Samstag steht für NawaRo Straubing das erste Spiel des neuen Jahres an: In eigener Halle empfängt das Team von Trainer Benedikt Frank die Ladies in Black Aachen. Aufsteiger NawaRo steht nach neun absolvierten Spielen mit acht Zählern derzeit auf Rang zehn der Volleyball-Bundesliga. Das Zwischenfazit der Verantwortlichen fällt dabei durchaus positiv aus. „Es war der richtige Schritt für uns, in die 1. Bundesliga zu gehen“, sagt Geschäftsführerin Ingrid Senft. Man habe gewusst, dass das erste Jahr sportlich nicht einfach wird. „Aber für unser Ziel, sportlich den Klassenerhalt zu schaffen, sind wir voll im Plan.“

Alles rund gelaufen ist bei NawaRo bislang allerdings nicht. Da war beispielsweise die fehlende Spielberechtigung für Kapitänin Danica Markovic zum Saisonauftakt. Oder der kurzfristige, nicht geplante Abgang von Mittelblockerin Tyler Richardson. Auch sportlich gab es Höhen und Tiefen. Konnte das junge Team immer wieder mit guten Auftritten überzeugen, so gab es auch enttäuschende Vorstellungen wie beim letzten Heimspiel, als das Team gegen Münster chancenlos mit 0:3 verlor. „Da hat nicht viel gepasst. Das war der Tiefpunkt der bisherigen Saison“, sagt Senft. Die Reaktion der Mannschaft zehn Tage später beim 3:0-Erfolg in Erfurt nötigte ihr dann aber Respekt ab: „Das haben sie wirklich gut gemacht. Es war sicherlich kein schönes Spiel, aber die Mädels haben ihr Spiel durchgezogen und haben verdient gewonnen.“

Die Geschäftsführerin ist unter dem Strich zufrieden mit der Punktausbeute: „Wir müssen die Situation immer realistisch einschätzen.“ NawaRo hat mit acht Zählern schon mehr auf dem Konto, als mancher Experte den Niederbayerinnen vor der Saison zugetraut hätte. Gegen Teams wie Suhl, Erfurt und Berlin, die man vor der Saison mindestens in Reichweite gesehen hat, konnte NawaRo immer punkten.

Neue Mittelblockerin kommt

Beachtlich ist auch, dass NawaRo die Punktezahl trotz einiger personeller Probleme erreicht hat. So zwickte bei Danica Markovic zuletzt der Rücken, Lisa Izquierdo ist nach einer langen Knieverletzung noch nicht bei einhundert Prozent, Dana Schmit weilte bei der Nationalmannschaft und nach dem Abgang von Tyler Richardson musste in den vergangenen Spielen Nachwuchstalent Valbona Ismaili (15) in der Mitte aushelfen. Hier gibt es allerdings positive Nachrichten. NawaRo ist auf der Suche nach einer Mittelblockerin fündig geworden und hofft, dass der Neuzugang bereits am Samstag gegen Aachen spielen kann.

Neben dem Feld war die Umstellung zwischen den Ligen gar nicht so groß. „Wir haben den Standort in der 2. Liga schon fast wie einen Erstliga-Standort betrieben“, sagt Ingrid Senft. Es gebe nun nicht in einem bestimmten Bereich einen großen Mehraufwand. „Es sind eher viele kleine Dinge, die in Summe eine Herausforderung für uns sind.“ Eine große Aufgabe war beispielsweise im Sommer die Umstellung von Rotations- auf LED-Banden in der Halle. Um den Verein getreu dem Namen nachhaltig aufzustellen, will man sich in Zukunft noch breiter aufstellen. „Wir brauchen mehr Leute mit dem nötigen Know-how“, sagt Senft. Auch in der Geschäftsstelle wird man zur neuen Saison eine von der Liga vorgeschriebene zusätzliche Halbtagskraft einstellen.

Beim Zuschauerzuspruch Luft nach oben

Noch nicht ganz zufrieden kann man mit dem Zuschauerzuspruch sein. Waren zum Saisonauftakt gegen Schwerin noch knapp 900 Zuschauer in der Halle, so wurden es im Laufe der Saison weniger, zuletzt gegen Münster waren es gar nur 342. Der Schnitt liegt bei 632 (Der Vergleichswert aus der letzten Erstliga-Saison: 906). „Wir haben nach wie vor das gleiche Stammpublikum“, glaubt Ingrid Senft. Vielleicht würden einige Zuschauer aber noch mit der Situation in der 1. Liga fremdeln, dass man nun nicht mehr, wie in der 2. Liga gewohnt, fast immer gewinnt, sondern als Underdog in die meisten Spiele geht. Die Managerin ist aber auch davon überzeugt, dass noch Spiele anstehen, die viele Zuschauer anlocken werden.

Finanziell hat man sich im Vergleich zur Zweitliga-Saison zwar gesteigert, laut Senft aber „keinen Quantensprung“ gemacht. Um rund ein Viertel hat sich der reine Spieleretat erhöht. Aktuell laufen im Hintergrund bereits die Planungen für die kommende Spielzeit. Man wolle sich punktuell verstärken und müsse dafür den Etat weiter erhöhen, sagt Senft. Ansonsten will man bei NawaRo aber am eingeschlagenen Weg festhalten, der laut Senft ein „deutschlandweit einzigartiges Projekt auf diesem Niveau“ ist: Jungen Spielerinnen die Möglichkeit geben, 1. Bundesliga zu spielen. „Wir sind davon überzeugt, dass wir im nächsten Jahr die Früchte aus dem schwierigen ersten Jahr ernten können“, so Senft. Dann nämlich sind die Straubinger Talente in ihrer Entwicklung um die Erfahrung eines Erstliga-Jahres weiter. Erst einmal liegt der Fokus aber auf der aktuellen Saison – und da gilt es, auf sportlichem Weg die Klasse zu halten.

 
 

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