US-Wahl Duell ums Weiße Haus: Was sind die Positionen von Donald Trump und Joe Biden und wie denken junge Amerikaner darüber?

Dienstag, 3. November 2020 findet die Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten statt. Die Amerikaner entscheiden darüber, ob Donald Trump weitere vier Jahre im Amt bleibt oder ob es einen Wechsel im Weißen Haus gibt. Foto: Illustrationen: Pixabay

Donald Trump gegen Joe Biden: Am Dienstag wird in den USA ein neuer Präsident gewählt. Wir haben die Positionen der beiden zu den drei großen Themen, die das Land gerade bewegen, zusammengestellt – und junge Unterstützer dazu befragt.

So äußert sich Donald Trump zum Pariser Klimaabkommen: 

"Das stark fehlerhafte Pariser Klimaabkommen schützt die Umweltverschmutzer, verletzt die Amerikaner und kostet ein Vermögen. Nicht unter meiner Aufsicht!"
Donald Trump am 4. September 2019 auf Twitter

Das denkt Joe Biden über die Klimakrise: 

"Wir müssen die Orte, an denen wir leben, arbeiten und lernen, gesünder und energieeffizienter machen. Deshalb wird meine Regierung vier Millionen Gebäude nachrüsten und zwei Millionen Häuser überall im Land wärmedämmen – dabei werden über eine Million Jobs entstehen."
Joe Biden am 17. Juli 2020 auf Twitter

Clarissa, 19 Jahre, aus South Carolina, unterstützt Donald Trump. So blickt sie auf die Klimapolitik Donald Trumps:

"Ich glaube, dass der Klimawandel existiert, aber nicht in dem Maße, wie die Leute denken. Die Wirtschaft ist momentan wichtiger, Menschen zur Arbeit zu bringen, damit Familien gesund und sicher bleiben. Der Klimawandel sollte nicht als wichtiger eingeschätzt werden."

Arianna, 18 Jahre, aus New York, unterstützt Joe Biden. Das denkt sie über die geplanten Maßnahmen zum Klimaschutz von Joe Biden:

"Joe Biden kann mit seinem Plan Erfolg haben, da die Amerikaner sich endlich bewusst werden, wie schlimm die Klimakrise ist. Die Waldbrände in Kalifornien haben dieses Bewusstsein beschleunigt und die Schwere der Situation für viele Amerikaner erhöht. Ich glaube daher, dass Bidens Plan Zustimmung finden und in gewisser Weise durchgesetzt werden wird."

Donald Trumps Einstellung zur Corona-Pandemie: 

"Jedes Jahr sterben viele Menschen, manchmal über 100 000, trotz des Impfstoffs an der Grippe. Werden wir unser Land herunterfahren? Nein, wir haben gelernt, damit zu leben, genau wie wir lernen, mit Covid zu leben, das in den meisten Bevölkerungsgruppen weit weniger tödlich ist!"
Donald Trump am 6. Oktober 2020 auf Twitter

Das sind Joe Bidens Gedanken zur Pandemiebekämpfung: 

"Wir werden unsere Wirtschaft nicht wieder auf Kurs bringen, unsere Kinder nicht sicher zur Schule bringen und unsere Leben nicht zurückhaben, solange wir nicht mit dem Virus klarkommen."
Joe Biden am 20. August 2020 beim Parteitag der Demokraten

Clarissa erlebt die Pandemie so: 

"Die Pandemie ist für mich eine große Übertreibung. Nicht eine Person, die ich kenne und die das Virus bekam, hatte einen schweren Verlauf. Sie sagten, es wäre nur eine Erkältung gewesen. Der Kampf gegen das Virus ergibt keinen Sinn. Die CDC (Behörde des Gesundheitsministeriums, Anm.d.Red.) ändert ihre Geschichte jeden Tag, manchmal verhält sie sich auch scheinheilig. Ich verstehe auch nicht, wie eine Stoffmaske vollständig vor der Ausbreitung eines Virus schützen kann."

Ariannas Eindrücke der Corona-Pandemie unterscheiden sich: 

"Die Pandemie hat die große Spaltung unserer Gesellschaft wirklich sichtbar gemacht. Ich habe die notwendigen Vorkehrungen getroffen, aber ich kenne viele, die alle Vorschriften völlig ignoriert haben. Ich denke, dass die Infektionszahlen in den kommenden Monaten weiter genau überwacht werden sollten und die alleinige Grundlage dafür sein sollten, ob bestimmte öffentliche Räume wieder geöffnet werden können oder nicht."

Donald Trump sagt Folgendes, nachdem ihm Rassismus vorgeworfen wird: 

"Ich bin die am wenigsten rassistische Person der Welt. (…) Schau dir die ‚Criminal Justice Reform’* an, (…) schau die ‚Opportunity Zones’** an: (...) Der größte Profiteur ist die afroamerikanische Bevölkerung. (...) Das Größte ist: die niedrigste Arbeitslosenquote in der Geschichte dieses Landes für Afroamerikaner."
Donald Trump am 30. Juli 2019 im Interview mit dem Sender C-SPAN

*Soll Fehler in der Strafjustiz beheben
**Investitionsprogramm, das Gebiete mit niedrigerem Einkommen fördern soll

So sieht die Rassenproblematik in den USA laut Joe Biden aus: 

"Systemischer Rassismus durchdringt jeden Teil unserer Gesellschaft, einschließlich der Strafverfolgung – und wir müssen harte Arbeit leisten, um ihn auszurotten."
Joe Biden am 16. Juni 2020 auf Twitter

Clarissa glaubt, Donald Trump kann Frieden in die Unruhen in ihrem Land bringen: 

"Die US-Bevölkerung ist sehr gespalten, sie wäre es aber nicht, wenn die Medien uns nicht absichtlich spalten würden. Wenn Trump Frieden in den Nahen Osten und nach Nordkorea bringen kann, kann er Frieden in die Turbulenzen der USA bringen."

Arianna begründet, warum Donald Trump die Minderheiten nicht schützen kann: 

"Trump dient nicht dem Schutz von Minderheiten. Dies zeigt sich deutlich in seiner Verachtung gegenüber der ,Black Lives Matter'-Bewegung, seinem Zögern und der anfänglichen Versäumnis, ,white supremacists' (Anhänger rassistischer Ideologien, Anm.d.Red.) zu verurteilen, und dem Mangel an Beweisen dafür, dass sein ,Opportunity Zones'-Programm** zu einer positiven Veränderung geführt hat."

Wie sehen Donald Trump und Joe Biden Deutschland? Was denken Clarissa und Arianna über unsere Heimat? Und was sagt eine junge Amerikanerin, die weder Trump noch Biden besonders viel abgewinnen kann, über den Wahlkampf und die Debattenkultur in den USA? Die Antworten gibt es hier

 
 
 

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