US-Wahl Trump gegen Biden: Was denken zwei junge Unterstützerinnen über Deutschland?

Für den einen ein "entscheidender Partner", für den anderen ein "Gefangener Russlands": Joe Biden und Donald Trump sich sich in Sachen Außenpolitik und Beziehungen zu Deutschland uneins. Foto: ROURKE/SEMANSKY/AP/dpa

Die Sichtweisen auf Deutschland von Donald Trump und von Joe Biden könnten nicht unterschiedlicher sein. Was denken der amtierende US-Präsident und der Kandidat der Demokraten über Deutschland? Und wie sieht es bei jungen Unterstützern der beiden Kandidaten aus?
 

Das denkt Donald Trump über Deutschland:

„Wir schützen Deutschland, wir schützen Frankreich, wir schützen all diese Länder. Und dann machen zahlreiche Länder einen Pipeline-Deal mit Russland, durch den sie Milliarden von Dollar in die Kassen Russlands zahlen. (...) Deutschland ist ein Gefangener Russlands. Sie haben ihre Kohlekraftwerke abgeschaltet, sie haben ihre Atomkraftwerke abgeschaltet, jetzt bekommen sie eine Menge Öl und Gas aus Russland. Ich denke, das muss sich die NATO ansehen. Es ist sehr unangemessen.“
– Donald Trump, im Rahmen eines Treffens mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg vor einem Nato-Gipfel in Brüssel 2018

So sieht Joe Biden Deutschland:

„Deutschland ist ein absolut essentieller, entscheidender Partner, und die Transatlantische Allianz ist weiterhin die Grundlage für unsere gesamte Beziehung zur Welt. Ohne ein starkes Europa, enge Beziehungen zu Europa, ist es nicht vorstellbar, wie amerikanische Interessen auf der ganzen Welt erfüllt werden können.“
– Joe Biden bei einem Treffen mit Kanzlerin Merkel in Berlin 2013


Clarissa, 19 Jahre, aus South Carolina, unterstützt Donald Trump. So blickt sie auf Deutschland:

"Ich sehe Deutschland als ein starkes Land, aber in meinen Augen ist kein Land so stark wie die USA, und es ist gut, Verbündete zum Schutz zu haben. Kein Land kann zu viel Schutz haben. Man weiß nie, wann etwas Schlimmes passieren wird."

Arianna, 18 Jahre, aus New York, unterstützt Joe Biden. Das denkt sie über Deutschland:

"Ich sehe Deutschland als einen entscheidenden Verbündeten der Vereinigten Staaten. Ich denke, die Beziehungen sind im Moment ziemlich angespannt und scheinen viel schwächer zu sein als früher. Ich hoffe jedoch, dass diese Beziehung in Zukunft wiederhergestellt werden kann und wir dieses starke Bündnis verbessern können."

Liz, 18 Jahre, aus New York, kann weder Donald Trump noch Joe Biden was abgewinnen. Das denkt sie über den Wahlkampf:

"Die amerikanische Debattenkultur hat sich wirklich zu einem Witz entwickelt. Jeder kann Videos von Debatten aus dem vergangenen sowie dem aktuellen Jahrhundert finden und sehen, wie anders über Politik gesprochen wurde. Die Damen und Herren sprachen mit Raffinesse und Klasse. Die Kandidaten kannten ihr Wahlprogramm, sie haben nicht das ,Blame Game' gespielt. Die Mehrheit zeigte nicht nur mit dem Finger aufeinander. Die erste Präsidentendebatte für die Wahlen 2020 vor einigen Wochen mit Präsident Donald Trump und seinem Gegenkandidaten Joe Biden war eine Katastrophe. Trump unterbrach ständig den Moderator und Biden, während Biden Trump einen Clown nannte und ihm sagte, er solle die Klappe halten. Was sind sie für Vorbilder meines Landes? Wenn es eine Debatte gibt, entstehen auf Twitter immer Memes. Die sind zwar witzig. Eine Debatte sollte jedoch nicht als komisch angesehen werden. Wir Wähler müssen wissen, was der Kandidat für die Gesundheitsversorgung und die Bekämpfung der Pandemie plant, aber niemand kann etwas verstehen, wenn sie nur schreien und zanken. Es ist wirklich eine Schande, dass die Wahldebatten der Präsidenten so weit gekommen sind. Die Wahl eines richtigen Kandidaten kann im Moment für Wähler eine große Herausforderung sein. Man denke an Wähler wie mich, die sich normalerweise weder als Demokraten noch als Republikaner betrachten."

Die Aussagen von Donald Trump und Joe Biden im Video:

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