Interviewserie "Über den Rand" Corn Flakes for free und die Kollegen aus der Zukunft

Wie muss man sich „einen Tag bei Google“ vorstellen?

Den typischen Tag gibt es eigentlich nicht. Der Zeitplan ist sehr flexibel bei Google. Wichtig sind die Ergebnisse. Wie Du zu denen kommst, darfst Du sehr frei gestalten. Wir haben zum Beispiel keine festen Arbeitszeiten. Dadurch, dass Du mit anderen Leuten zusammen arbeiten musst, musst Du halt dafür sorgen, dass sich Deine und deren Arbeitszeiten überlappen. Ich arbeite zum Beispiel viel mit Leuten in Japan, und Japan ist halt von uns aus gesehen 16 Stunden in der Zukunft, dementsprechend muss ich meine Meetings mit Japan eher abends machen, also eher so fünf oder sechs Uhr abends. Ich muss auch nicht jeden Tag ins Office gehen. Einmal die Woche mache ich Home-Office, die Kollegen und ich arbeiten dann teilweise über Video Chat. Unser Google Maps Design Team sitzt auf fünf Kontinenten, wir sind in Sidney, Tokyo, London, Zürich, New York, Seattle und eben in der Bay Area um San Francisco.

Cornflakes und Obst im Büro

Einmal die Woche Home-Office – das heißt, es lohnt sich trotzdem, auf dem Firmengelände zu arbeiten, oder?

Klar, was die Ausstattung angeht, ist Google ein Pionier in der Tech-Branche. Es gibt zum Beispiel Micro-Kitchens, die mittlerweile viele Startup-Unternehmen kopiert haben. Das ist wie ein kleiner Kiosk, an dem alles umsonst ist. Es gibt alle möglichen Getränke, Cornflakes, Früchte, Obst, Snacks, Chips. Außerdem natürlich Kantinen, wo Du dreimal am Tag warmes Essen kriegst. Es gibt auch die Möglichkeit, auf dem Firmengelände Kleidung zu waschen.

Eine Kreativ-Insel also sozusagen. Sprechen wir über Ihren Weg zu Google. Der ging zunächst nicht über die Hochschule. Warum?

Für ein Kunst-Studium in Deutschland hätte ich eine Bewerbungsmappe gebraucht, mit Probearbeiten. Die Studiengänge waren auch noch sehr auf „Print“ und Grafikdesign und allgemein sehr konventionell ausgerichtet. Mein Interesse ging damals schon mehr in Richtung Internet und Websites. Mediengestalter hat sich dann einfach gut angehört.

Nach der Ausbildung kam dann aber doch noch ein Studium, oder?

Genau, „MultiMediaArt“ in Salzburg. Anders als in Deutschland gab es in Österreich schon Studiengänge für digitale Mediengestaltung. Die FH Salzburg hat aus meiner Sicht das beste Studienangebot gehabt. Ich habe bis heute Kontakt zu meiner Studiengangsleiterin. Die versucht hin und wieder, mich nach Salzburg zu bringen…! Sie sagt immer mal wieder: „Marcel, magst Du nicht mal ein halbes Jahr unterrichten?“ (lacht).

Kein Interesse?

Im Augenblick nicht, nein.

Nach dem Studium war Marcel Uekermann am Aufbau zweier Internet-Communities mit mehreren hunderttausend Usern beteiligt. Darum geht es im dritten Teil unseres Interviews.

 

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