Super Bowl LIV Das größte Sportevent des Jahres

Die Vince Lombardi Trophy ist in der Nacht von Sonntag auf Montag das Objekt der Begierde im Super Bowl LIV in Miami. Foto: imago

In der Nacht vom zweiten auf den dritten Februar 2020 ist der Tag der Wahrheit in der National Football League gekommen. Im Hard Rock Stadium in Miami findet der 54. Super Bowl zwischen den Kansas City Chiefs und den San Francisco 49ers statt. Lesen Sie hier alles, was Sie aus sportlicher Sicht über dieses Ereignis wissen müssen.

Nach einer spektakulären Spielzeit blicken die meisten Football-Fanatiker wohl eher mit etwas Wehmut auf den Tag des Super Bowl. Nicht, weil man sich nicht auf das große Endspiel freuen möchte, sondern eher weil sich damit die nur sechs Monate dauernde Spielzeit der NFL dem Ende zuneigt. Das erste nennenswerte Vorkommnis nach dem Super Bowl stellt nämlich der Draft im April da – eine Durstrecke für die Fans.

Wege zum Sieg für Kansas City

Nach einem eigentlich eher holprigen Start in der regulären Saison und einigen Verletzungs- und Abstimmungsproblemen, haben sich die Kansas City Chiefs seit Mitte der Spielzeit mehr als nur gefangen. Die Offensive der Chiefs fegt nun schon seit einigen Monaten durch die Liga und entwurzelt alles, was nicht niet- und nagelfest ist. Der sogenannte "X-Factor" zum Super-Bowl-Sieg dürfte einmal mehr die Leistung von Star-Quarterback Patrick Mahomes werden. Schafft es San Francisco nicht, diesen unter Druck zu setzen und so zu Fehlern zu zwingen, ist ein offensives Feuerwerk der Chiefs wohl nicht zu verhindern.

Der Weg zum Sieg dürfte für Kansas City dadurch vor allem über die Leistung der Offensive Line führen. Gegen die äußerst variable Defensive der 49ers müssen vorwiegend die Guards und Tackles von KC gewappnet sein, um Quarterback Mahomes die nötige Zeit für seine präzisen Pässe über das halbe Feld zu verschaffen. Ferner muss sich die Defensive der Chiefs in einer ähnlichen Verfassung präsentieren, wie das bereits im AFC Championship Game gegen die Tennessee Titans der Fall war, um das erfolgreiche Laufspiel von San Francisco nicht zur Entfaltung kommen zu lassen.

Das Rezept für San Francisco

Die Stärken der 49ers sind neben dem herausragendem Pass Rush um Rookie-Star Nick Bosa mittlerweile auch das gefährliche Laufspiel. Entscheidend bei der Funktionalität des Laufspiels war bisher immer dessen Unberechenbarkeit in personeller Hinsicht. Deshalb scheint es eine fatale Idee darzustellen, Raheem Mostert, der im NFC Championship Game das Spiel seines Lebens absolvierte, das Feld alleine zu überlassen, trotz seiner hervorragenden Leistungen. Für Head Coach Ryan Shanahan ist die Bewahrung seiner Ruhe bei der Auswahl der Spielzüge und der daran beteiligten Spieler obligatorisch für den Erfolg seiner Offensive.

Das große Fragezeichen bei den Kaliforniern ist allerdings deren Quarterback Jimmy Garappolo. Dieser verteilte in der regulären Saison zwar stets gekonnt und ruhig die Bälle und sorgte mitunter auch zeitweise für staunende Gesichter ob seiner starken Vorstellungen, war jedoch in den bisherigen Playoff-Begegnungen gegen Minnesota und Green Bay kaum gefordert. Im Gegensatz zu diesen Spielen, dürfte es gegen Kansas City ohne die rege Beteiligung des Quarterbacks allerdings wohl nichts mit dem Titel werden. Inwiefern der eher unerfahrene Garappolo diesem enormen Druck gewachsen ist, wird sich spätestens in der Schlussphase des Super Bowl zeigen, entscheidet wohl aber auch den Ausgang dieses Endspiels.

Ein vorsichtiger Blick in die Glaskugel

Wer aber entscheidet nun den Super Bowl für sich? Hier eine Einschätzung aus unserer Sportredaktion. Aufgrund der Tatsache, dass Kansas City sich am Sonntagabend im ersten Super Bowl der Vereinsgeschichte seit 1969 wiederfinden wird und als Team mittlerweile extrem zusammengewachsen ist, während sich die Mannschaft der 49ers mit vielen jungen Akteuren eigentlich noch in der Aufbauphase befindet, wird sich das blinde Verständnis in der Kansas City Offensive auszahlen und zum Sieg führen. Im krassen Widerspruch zum letzten Super Bowl, der als langweiligster aller Zeiten gilt, dürfen sich die Fans und Gönner des American Football aber grundsätzlich auf eine offensive Schlacht im Hard Rock Stadium freuen.

Ein Franke im Fokus

Eine ungewöhnlich hohe Aufmerksamkeit erhält in diesen Tagen auch Mark Nzeocha. Der gebürtige Ansbacher ist der erste deutsche Akteur seit längerer Zeit, der in einem Super Bowl auf dem Feld stehen wird. Der Linebacker der San Francisco 49ers, der seit zehn Jahren als Profi in der NFL aktiv ist, kommt allerdings nur in den sogenannten "Special Teams" zum Einsatz und hat allgemein sportlich keine große Relevanz für den Ausgang der Partie. Aus deutscher, bayerischer oder fränkischer Sicht dürfen Nzeocha trotzdem natürlich alle Daumen für einen überraschenden Einsatz und oder den Gewinn der Vince Lombardi Trophy gedrückt werden.

 

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