Straubing Recup gegen Becherflut

 Foto: ZAW Straubing

Der schnelle Kaffee für unterwegs hat sich durchgesetzt. Mit ihm kam auch die Becherflut. Jede Stunde fallen 320.000 Becher allein in Deutschland an. Der Zweckverband Abfallwirtschaft Straubing Stadt und Land (ZAW-SR) appelliert an Anbieter und Verbraucher, Wegwerfbecher nach Möglichkeit zu vermeiden und auf Mehrweg zu setzen.

"Die bekannten Lösungen, den eigenen Mehrwegbecher mitzubringen oder sich Zeit für eine Tasse in Ruhe zu gönnen, scheitern oftmals in der Eile des Alltags", so Anton Pirkl, Geschäftsleiter beim ZAW-SR. "Wir können das Konsumverhalten der Menschen kaum verändern. Umso erfreulicher ist es, dass es mit RECUP zwischenzeitlich ein Mehrwegsystem auf Pfandbasis gibt, in das sich interessierte Anbieter und damit auch Konsumenten ganz einfach einklinken können."

Das Prinzip ist ganz einfach: Der Kaffeeanbieter nimmt am System teil und hält RECUP-Becher im Sortiment für interessierte Kunden bereit. Der Kunde erhält gegen ein Pfand in Höhe eines Euros sein Getränk in diesem Mehrwegbecher und kann ihn an einer beliebigen anderen Pfandstation zurückgeben. Der Erfolg dieses Prinzips steht unter anderem in Zusammenhang mit einer großen Verbreitung. Je dichter das Netz an beteiligten Pfandstationen wie Cafés, Bäckereien, Einzelhandel, Tankstellen ...ist, desto bequemer und einladender ist es für den Nutzer und damit erfolgreicher im Hinblick auf die Abfallvermeidung. In Bayern gibt es über 250 beteiligte Stationen, zwei sogar schon in Straubing.

Pirkl stellt anerkennend fest, dass sich einzelne Unternehmen bereits um Abfallreduzierung bemühen und eigene Mehrweglösungen gefunden haben. Er sieht im übergeordneten Pfandsystem eine mögliche Ergänzung zu den individuellen Strategien und auch eine große Chance, Wegwerfbecher zu reduzieren. Deshalb macht der ZAW-SR, unterstützt von der "Region der Nachwachsenden Rohstoffe" auf dieses System aufmerksam. I

n einem Schreiben an Anbieter von "To-Go-Getränken" Anfang der Woche warb der Verband für Mehrweg. "Wir haben sicherlich nicht alle erreicht, aber mit Hilfe von BioCampus Straubing doch eine große Verteilerliste zusammengestellt", so Pirkl. "Interessierte Unternehmen und Institutionen, die das Anschreiben nicht erreicht, sind herzlich eingeladen, sich mit uns in Verbindung zu setzen."

Gespannt sehen alle Beteiligten der Rückmeldung entgegen. Die beiden Verbandsvorsitzenden Landrat Josef Laumer und Oberbürgermeister Markus Pannermayr hoffen, dass es gemeinsam gelingt, in dieser Region ein Zeichen zu setzen und die Zahl der Wegwerfbecher zu verringern.

 
 
 

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