Straubing Infostand der Linksjugend - CBD-Gras am Stadtplatz

Unter anderem mit diesem Banner will die Straubinger Linksjugend auf dem Straubinger Stadtplatz am Freitag auflaufen. Foto: Linksjugend ['solid] Straubing

Die Legalisierung von Drogen wird immer mal wieder heiß in der Öffentlichkeit diskutiert. Am Freitag soll das Thema in der Region wieder Gehör finden. Die linksjugend ['solid] Straubing will am Freitagnachmittag in der Gäubodenstadt mit einem Infostand über Drogen aller Art aufklären. Die Jugendorganisation der Partei lädt zu einer "Diskussion bei einem CBD-Joint" ein, heißt es in einer Mitteilung. 

Gegen 16 Uhr direkt gegenüber der Polizei am Straubinger Stadtplatz soll der Infostand der Linksjugend aufgebaut werden. Ziel der Aktion ist es, die Bevölkerung über sämtliche illegale Substanzen zu informieren. Dabei behilflich sein soll ein CBD-Joint, den die Jungpolitiker zusammen mit Interessierten rauchen wollen.

Cannabidiol (CBD)-Produkte sind in Deutschland legal. Trotzdem gab es auch in letzter Zeit erneut Razzien in bayerischen Hanfläden, sogenannten CBD-Shops. Die Beschuldigten standen im Verdacht, mit CBD-Produkten gehandelt zu haben. CBD-Produkte sind Hanfprodukte wie lose Cannabisblüten, Tee oder CBD-Öle, die ausschließlich CBD aus dem weiblichen Hanf, jedoch nur geringe oder gar keine Anteile von THC enthalten. Im Gegensatz zum psychoaktiven THC ist CBD kein Rauschmittel - "high" wird der Konsument nicht. Befürworter sagen ihm jedoch eine gesundheitsfördernde Wirkung nach. 

Auch gibt es nach wie vor reges Diskussionspotential, was die Cannabis-Legalisierung betrifft. In der Union mehren sich in letzter Zeit die Stimmen, die sich gegen die bisherige strikte Ablehnung einer Cannabis-Freigabe wenden. So kann sich beispielsweise der CDU-Innenpolitiker Marian Wendt eine solche Legalisierung vorstellen.

Parteimitglied der Linksjugend Marcus Reimann sagt auf Nachfrage von idowa zu den Zielen: "Die Legalisierung soll für alle Drogen gelten." Und weiter: "Viele der illegalen Substanzen haben medizinisches oder therapeutisches Potential." Cannabis sei bereits für medizinische Zwecke in Deutschland legalisiert worden. Doch auch Drogen wie LSD oder MDMA seien laut Reimann für die Psychotherapie geeignet.

Ein Verbot der Drogen verringere zudem nicht automatisch den Konsum. Als Beispiel nennt Reimann die Drogenpolitik Portugals. Das Land habe bereits vor über 15 Jahren sämtliche Drogen legalisiert und entkriminalisiert. Seitdem seien der Konsum, die Abhängigkeiten und auch Infektionskrankheiten stark zurückgegangen. Nicht nur die Legalisierung war hier für Reimann der Grund, sondern vor allem die Aufklärung in dem Land. 

Ein Interview mit einem Experten zum Thema CBD gibt es demnächst auf idowa. 

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