Straubing Ernährungsdiskussion: Dürfen Hunde vegan sein?

Dies ist nicht der Hund namens Franzl. Dies ist jener Hund, der kürzlich unverwandt auf ein Geschnetzeltes mit Nudeln starrte. Vielleicht wegen der Nudeln. Foto: we

Ein überzeugter Veganer will einen Hund aus dem Straubinger Tierheim holen und ihn bei sich vegan ernähren. Die Tierheim-Leitung ist darüber nicht begeistert. Sie fürchtet, dass der Jagdhund darüber zum Wilderer werden könnte. Wer hat Recht?

Wer weiß denn schon wirklich, ob die Dinge sind, wie sie scheinen? Hunde zum Beispiel: Da hätte man doch geschworen, dass jeder Hund ein vernünftiges Steak nicht nur zu schätzen weiß, sondern dass Fleisch bei ihm einfach dazu gehört; also "Fleisch" im Sinne von: "Fleisch fressen". Fressen Hunde übrigens eigentlich noch? Oder speisen die schon? Man ist ja so schnell verunsichert heutzutage, weil ja Sprache heute politisch korrekt sein muss; drum sagt man ja nicht mehr "verhaltensgestört", sondern "verhaltensoriginell", weil "gestört" so was Gestörtes hat, und das wollen wir nicht. Jetzt aber die Hunde: Schadet Fleisch denen?

Es ist nämlich so, dass es einen sehr originellen Streit gibt: Ein Mann will aus dem Straubinger Tierheim einen Hund, und der Hund heißt Franzl. Aber der Mann, der ihn gerne haben will, heißt Herr Schmitt, ist überzeugter Veganer und will, dass der Franzl bei ihm auch vegan leben soll. Er hat sich extra bei der Stiftung Pro Vegan erkundigt, ob vegane Ernährung für Hunde gut ist, und Pro Vegan hat gesagt, dass vegan für Hunde sehr gut ist. Und jetzt das Problem: das Straubinger Tierheim.

Im Lokalfernsehen hat die Tierheim-Chefin Ricarda Diessner schon gesagt, dass jeder füttern kann, wie er mag. "Wir schreiben den Leuten nichts vor", hat sie gesagt. Aber der Hund wäre auf einem Grundstück ohne Zaun direkt neben dem Wald, und der Franzl ist ein Beagle, das ist ein Jagdhund. Da fürchtet das Tierheim, dass ein vegan lebender Jagdhund auf die Idee kommen könnte, dass ein fesches Haserl ein prima Nahrungsergänzungsmittel sein könnte, noch primiger als Chiasamen sogar.

"Hunde", sagt aber der bislang verhinderte Franzl-Besitzer Schmitt, "haben jahrhundertelang fleischlos gelebt", und das ist nun wirklich eine sehr steile These. Die meisten Menschen würden ein komplettes Cordon Bleu darauf verwetten, dass das Gebiss von Hund und Kuh sich deshalb klar unterscheidet, weil die Kuh von Haus aus Veganer ist, beziehungsweise Veganerin. Beziehungsweise: fast. Weil als Kalb nimmt sie ja Tierisches zu sich, nämlich Kuhmilch. Der Hund wiederum hat ein Gebiss, das dem seines Urahns, dem Wolfe, ähnelt, welcher ganze Großmütter frisst, was nun gewiss unvegan ist; vom Rotkäppchen selber gar nicht hat zu reden. Wo also hat der Hund jahrhundertelang fleischlos gelebt?

"Auf dem Bauernhof", sagt Herr Schmitt. Auf Bauernhöfen, sagt er, hat es ja selten Fleisch für den Bauern gegeben, vor allem auf denen im Bayerischen Wald, und für den Hund schon gleich gar nicht. Aber jeder Tierarzt, jeder Futtermittelhändler und fast jeder Hundebesitzer, der das Bauernhof-Argument hört, besteht da sofort darauf, dass der Bauernhof-Hund sehr gern Mäuse und Ratten gejagt und auch gefressen hat.

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