Fangen wir am besten mit David Storms an, dann wird vielleicht am besten klar, was das Problem ist. Genauso gut könnte es aber irgendein anderer von den Leuten sein, die mit Bluetone zu tun haben, er würde in etwa die gleiche Geschichte erzählen. Aber nehmen wir Storms, weil er große Festivals kennt und dieses Festival zum ersten Mal erlebt hat. David Storms ist Chef von Bento's Event Tent, er hat das neue Palast-Zelt geliefert und aufgebaut, und dieses Zelt hat die Besucher begeistert. Was also sagt David Storms über Bluetone? "Als Gast würde ich sagen, ,Boah, das ist aber eine ganz tolle Sache, was da gemacht wird." Aber er war nicht als Gast da, und deshalb sagt er noch einen Satz: "Es wäre ganz schade, wenn das an der Organisation scheitern sollte."

David Storms hat das Problem so erlebt: Sein Personal wurde zum Zeltaufbau nicht mitgebucht, "aus Kostengründen", sagt er, und dass Bluetone acht eigene Leute stellen wollte. "Und dann stehen statt acht Personen da sechs Studenten, und die wussten überhaupt nicht, worum es ging. Nicht einmal Arbeitshandschuhe hatten die dabei." Beim Abbau waren es noch weniger, und die Veranstaltungs-GmbH machte Druck, sie brauchte den Platz für den Volksfestaufbau. "Wenn der Bauhof nicht geholfen hätte", sagt Storms, "wären wir, überspitzt gesagt, heute noch da."

Hat er Bluetone vorher gekannt? "Nein, gar nicht, überhaupt nicht", sagt Storms, "man hat mir gesagt, ,jazzbasiert', und dass es das erste Mal in so einem Zelt ist." Jazz ist eine Nische, kein großes Geschäft. Ein Mann wie Storms weiß das. "Ich bin", sagt er, "mit dem Preis entgegengekommen." Und dann hat er das Line-up gesehen: Lionel Richie, ZZ Top, Revolverheld, die großen Namen. "Da hab ich gesagt, ,Herr Huber, Sie rufen hier Top Acts auf, da können Sie nicht anfangen, hier bei mir zu sparen'." Storms hat einen Drei-Jahresvertrag. Nach dem Festival sagt er: "Ich bin nicht scharf darauf, das weiterzuführen."

Wer mit Ralph Huber über das alles spricht, erlebt einen überraschten Ralph Huber. Er spricht von vielen guten Neuerungen, von positivem Feedback, von begeisterten Besuchern, und "finanziell", sagt Huber, "schaut es dieses Jahr gut aus". Er spricht vom Mehrwert für Straubing, vom Gewinn für die Stadt, und vom Erfolg des Jazzbrunchs am Samstag. Und was sagt Huber zur Unzufriedenheit im Umfeld? "Das", sagt Ralph Huber, "überrascht mich jetzt sehr."

Viele derzeitige oder frühere Partner sprechen von Fehlern in Kommunikation und Organisation. Huber sagt: "Mich kann man doch jederzeit anrufen"; seine Partner sprechen von fehlenden Rückrufen, unbeantworteten E-Mails und "Beratungsresistenz", und einer sagt: "Der Ton macht die Musik, und der ist nicht gut."