Statistik zur Viehhaltung Immer weniger Betriebe in Bayern – kaum weniger Tiere

In Bayern gibt es immer weniger landwirtschaftliche Betriebe, die Schweine und Rinder halten. Gleichzeitig sinkt die Zahl der gehaltenen Tiere laut Statistik kaum. Der Trend geht also offenbar auch in Bayern hin zu Großbetrieben – damit liegt der Freistaat im bundesweiten Trend.

Ein Blick auf die Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zeigt: Sowohl in der Schweinezucht wie auch in der Rinderhaltung ist die Zahl der Betriebe in Bayern seit 2010 deutlich zurückgegangen. Die Gesamtzahl der gehaltenen Tiere schrumpft zwar auch, allerdings längst nicht so drastisch. Im Jahr 2010 wurden laut Statistik in Bayern etwa 3,5 Millionen Schweine in rund 7.600 Betrieben gehalten, 2018 waren es nur noch etwa 4.800 Betriebe – ein Rückgang von 37 Prozent. Im gleichen Zeitraum verringerte sich die Zahl der gehaltenen Schweine nur um 8,5 Prozent auf knapp 3,2 Millionen.


Grafik: idowa; Bild: CHROMORANGE/imago

Ähnlich sieht es bei den Rindern aus. Hier werden statt Betrieben allerdings die Haltungen erfasst – ein Betrieb kann mehrere Haltungen haben. Für das Jahr 2010 spricht die Destatis-Statistik von knapp 60.000 Rinderhaltungen und etwa 3,4 Millionen Tieren in Bayern, bis zum Jahr 2018 sank die Zahl der Betriebe um 25 Prozent auf rund 44.500. Allerdings gab es im Vergleich zu 2010 nur knapp zwölf Prozent weniger Rinder, laut Statistik rund drei Millionen.


Grafik: idowa; Bild: CHROMORANGE/imago

Bayern liegt im bundesweiten Trend

Deutlich weniger Betriebe, aber kaum weniger Tiere: Auch in Bayern scheint es in der Schweine- und Rinderhaltung immer mehr größere Betriebe zu geben. Ein Blick auf den Trend für ganz Deutschland zeigt, dass Bayern hier keine Ausnahme darstellt: 

Die Zahl der Betriebe mit Schweinehaltung in Deutschland ist demnach im Zeitraum von 2010 bis 2019 um mehr als 35 Prozent gesunken – von 33.400 auf rund 21.600. Laut Destatis ist dieser Rückgang trotz einer Abnahme der Gesamtzahl landwirtschaftlicher Betriebe in Deutschland dennoch überdurchschnittlich hoch: Diese ging zwischen 2010 und 2016, dem Jahr der letzten Agrarstrukturerhebung, von knapp 300.000 auf rund 275.000 Betriebe zurück. Das entspricht einem Minus von 8 Prozent.

"Höfesterben" trifft vor allem kleinere Betriebe

Der gesamtdeutsche Schweinebestand ging von 2010 bis 2019 um zwei Prozent auf rund 26 Millionen Tiere zurück. Eine nahezu konstante Gesamtzahl der Schweine verteilt sich also auf immer weniger Betriebe. Die auch als „Höfesterben“ bezeichnete Entwicklung betrifft vor allem kleinere Betriebe. So gab es 2010 noch 4.200 Höfe mit Beständen unter 100 Schweinen. Knapp neun Jahre später waren es nur noch 1.700 – ein Minus von 60 Prozent.

Alles schrumpft – außer die Großbetriebe

Die Zahl der Betriebe in der Größenordnung zwischen 500 und 999 Schweinen nahm zwischen 2010 und 2019 um 32 Prozent ab, solche mit Beständen zwischen 1.000 und 1.999 Tieren nur um acht Prozent. Deutlich gestiegen ist die Gesamtzahl von Schweinehaltungs-Großbetrieben mit mehr als 2.000 Tieren: Von etwa 2.000 Ende 2010 auf 2.700 im Jahr 2019 – ein Zuwachs von 35 Prozent. Die Zahl der größten Betriebe mit mehr als 5.000 Schweinen erhöhte sich gar um 67 Prozent von 300 auf 500 in ganz Deutschland.

Ähnliche Tendenzen zeigen sich in der deutschen Rinderhaltung: Zwischen 2010 und 2019 ist hier ebenfalls ein deutlicher Rückgang aller Haltungen um 23 Prozent zu beobachten. Die Zahl der kleineren Haltungen von 1 bis 199 Tiere ging um 26 Porzent zurück, während die Zahl größerer Haltungen mit mehr als 200 Tieren um 14 Prozent stieg.

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