SSV Jahn Regensburg Achim Beierlorzer über seine Zeit in Leipzig und die Mentalität der Jahnelf

Sie waren zuletzt als Jugendtrainer in Leipzig aktiv, nun sind Sie zurück im Profifußball. Was ist beim Arbeiten mit einer Profimannschaft anders im Vergleich zu einem Jugendteam?
Beierlorzer: Hier hat man mit Spielern zu tun, die schon wissen, was sie wollen. Die Jugendlichen sind oft noch irgendwo zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Sie würden zwar gerne, aber so ganz umsetzen können sie es nicht. Jugendarbeit ist noch viel mehr Persönlichkeitsentwicklung als Leistungsentwicklung. Seit ich 2014 den ersten Kontakt mit dem Jahn hatte, war für mich eigentlich klar, dass ich wieder in den Herrenbereich möchte. Es war auch mit Leipzig so kommuniziert, dass mir der Verein keine Steine in den Weg legt, wenn ich noch einmal eine passende Chance bekomme, im Profibereich als Cheftrainer zu arbeiten. Das war immer mein Traum und ich wusste in diesem Sommer schnell, dass ich die Aufgabe beim Jahn annehmen wollte.

Sie waren in Leipzig auch als Interims- und Co-Trainer im Profibereich tätig. Was sind die großen Unterschiede zum Jahn?
Beierlorzer: Man kann die beiden Vereine gar nicht vergleichen. Beim Jahn sprechen wir zum einen von viel Tradition, zudem ist in den vergangenen Jahren mit dem neuen Stadion und den professionellen Strukturen sehr viel gewachsen. Auf der anderen Seite ist Leipzig ein Verein, der im Hinblick auf seine Professionalität natürlich auf einem ganz anderen Level unterwegs ist. Da gibt es keinen Bereich, der nicht zu einhundert Prozent professionell aufgestellt ist. Die Bedingungen, die Leipzig hat, hängen natürlich auch mit der Finanzierbarkeit zusammen. Alles was sinnvoll ist, wird dort eben auch ermöglicht. Beim Jahn müssen wir ganz genau schauen und abwägen, was von dem, was sinnvoll ist, wir finanziell auch jetzt schon umsetzen können, was uns im Hier und Jetzt am meisten weiterhilft und was vielleicht auch noch warten muss. Aktuell haben wir uns zum Beispiel ein neues Analysesystem für den Trainingsbetrieb angeschafft, das den Verein auch langfristig nach vorne bringen wird. Wir müssen schauen, dass wir uns kontinuierlich auf ein höheres Niveau bringen. Und es macht unheimlich Spaß, das mitzuentwickeln.

Der Verein ist nun deutlich weiter als noch 2014, als Sie die erste Anfrage vorliegen hatten. Inwieweit haben auch Sie sich seitdem weiterentwickelt?
Beierlorzer: In jedem Jahr entwickelt man sich als Trainer enorm weiter. Die letzten drei Jahre unter den eben beschriebenen Bedingungen in Leipzig haben mich natürlich auch sehr weitergebracht.

Wie hat Sie speziell die Zusammenarbeit mit Ralf Rangnick weitergebracht?
Beierlorzer: Das war eine tolle Erfahrung für mich. Ralf Rangnick ist sehr ambitioniert und hat große Erfahrung, zudem ist er ein ganz besonderer Mensch. Natürlich bringt einen das auch persönlich weiter. Aber ich möchte das nicht nur auf Ralf Rangnick beziehen. Da waren auch ganz viele andere Leute in Leipzig, von denen ich sehr viel mitnehmen konnte.

Blicken wir zum Schluss noch auf die Saison voraus. Der Jahn hat nach vier Spielen drei Punkte auf dem Konto. Was wird wichtig sein, damit die Mannschaft am Ende über dem Strich steht und die Klasse hält?
Beierlorzer: Der Klassenerhalt ist unser einziges Ziel. Dafür müssen wir uns auf jedes Spiel hundertprozentig fokussieren und müssen alles reinwerfen, was wir haben. Diese Bereitschaft und Mentalität dürfen wir in keinem Spiel vermissen lassen. Dass die Mannschaft das Potenzial hat, in dieser Liga zu bestehen, davon bin ich zu einhundert Prozent überzeugt. Das immer wieder abzurufen, das wird die große Herausforderung sein. Da müssen wir mental mit den Spielern enorm arbeiten. Wir müssen uns immer auf das anstehende Spiel so fokussieren, als wäre es das Aufstiegsspiel gegen 1860 München.

Sind diese Mentalität und der gewachsene Teamgeist die größten Stärken Ihrer Mannschaft?
Beierlorzer: Ja, das kann ich so unterschreiben.

 
 

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