Solidarität Ethikkodex und Gedenken an Nazi-Opfer bei Rabbinerkonferenz

Fast 300 Rabbiner aus 47 Ländern haben sich in München auf der dreitägigen Rabbinerkonferenz getroffen. (Archivbild) Foto: picture alliance / dpa

Drei Tage lang haben sich Rabbiner aus ganz Europa in München getroffen, um sich auszutauschen. Ein wichtiges Treffen, bei dem auch mehrere Beschlüsse gefasst wurden. Einer davon ist vor allem für das Gemeindeleben wichtig.

Die Generalversammlung der Europäischen Rabbinerkonferenz (CER) hat einen Ethikkodex für ihre Mitglieder beschlossen. Der Kodex regle unter anderem Fragen zum menschlichen Miteinander sowie den Umgang in Konflikten oder Fundraising, sagte ein Sprecher des Gremiums am Mittwoch zum Abschluss des dreitägigen Treffens. Auch Nähe- und Distanzregeln seien enthalten, um insbesondere präventiv einen möglichen sexuellen Missbrauch aber auch Machtmissbrauch von Rabbinern gegenüber Gemeindemitgliedern zu unterbinden.

Seit Montag hatten sich fast 300 Rabbiner aus 47 Ländern in München getroffen, um über Themen wie die Corona-Pandemie, den Ukraine-Krieg oder das künftige Gemeindeleben zu beraten. Zum Abschluss besuchten sie die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers in Dachau. Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern (ikg), warnte bei dem Gedenken: "Judenhass und Autoritarismus gehen damals wie heute Hand in Hand. Extremismus von links und von rechts gefährdet die Religion, das Zusammenleben, die Freiheit. Er bedroht alles, was wir aufgebaut haben."

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) nannte die Zunahme antisemitischer Straftaten unerträglich. "Jüdischer Glaube und jüdische Kultur sind ein unverzichtbarer Teil unseres Landes", sagte er. "Wir geben weder rechtsextremem, noch linksextremem, noch islamistischem Antisemitismus auch nur einen Millimeter Platz."

In dem bereits 1933 errichteten Dachauer Lager und seinen Außenlagern saßen mehr als 200.000 Menschen in Haft, mindestens 41.500 von ihnen starben oder wurden ermordet. Am 29. April 1945 befreite die US-Armee das Lager.

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