Sicherheitsgespräch der Polizei Kriminalität geht in Landshut allgemein zurück

Rechtsreferentin Kristina Neumaier (von links), LKD Werner Mendler, LPD Robert Weber, Stadtdirektor Andreas Bohmeyer, Oberbürgermeister Alexander Putz, Polizeivizepräsident Manfred Gigler, POR Georg Marchner und LKD Paul Marder Foto: Polizei Landshut

In nahezu allen Kriminalitätsbereichen waren in Landshut im vergangenen Jahr Rückgänge zu verzeichnen. Das geht aus dem Sicherheitsbericht der Polizei hervor.

Der niederbayerische Polizeivizepräsident Manfred Gigler überreichte am Freitag, 3. Juni, gemeinsam mit Leitendem Polizeidirektor Robert Weber (Leiter PI Landshut), Polizeioberrat Georg Marchner (Leiter VPI Landshut) und dem Leitendem Kriminaldirektor Werner Mendler (Leiter KPI Landshut), im Rahmen des jährlichen Sicherheitsgesprächs den Sicherheitsbericht 2021 für die Stadt Landshut an Oberbürgermeister Alexander Putz.

Manfred Gigler und Leitender Kriminaldirektor Paul Mader berichteten von einem Rückgang der Gesamtkriminalität in der Stadt Landshut um 680 Straftaten (minus 13.3 Prozent) auf insgesamt 4.416 Fälle (2020: 5096). Sie machten jedoch deutlich, dass auch 2021 die Corona-Pandemie Auswirkungen auf die Kriminalität hatte. Es ist davon auszugehen, dass durch die pandemiebedingten Einschränkungen auch Tatgelegenheiten weggefallen sind.

Ein wichtiger Index für die Kriminalitätsbelastung der Bevölkerung ist die sogenannte Häufigkeitszahl (HZ). Sie gibt die Anzahl der erfassten Straftaten im Jahr, gerechnet auf 100.000 Einwohner, wieder. Für die Stadt Landshut beträgt die HZ für das vergangene Jahr 6044; dies entspricht einem Rückgang von 12,9 Prozent (minus 898) im Vergleich zum Vorjahr.

Höhere Aufklärungsquote

Der Anteil der geklärten Straftaten konnte um 0,9 Prozent gegenüber 2020 auf 70,7 Prozent gesteigert werden. Die Stadt Landshut liegt damit bei der Aufklärungsquote deutlich über dem bayernweiten Durchschnitt von 66,9 Prozent.

Im Bereich der Gewaltkriminalität ist ein Rückgang um 76 Fälle, auf insgesamt 144 Delikte zu verzeichnen. Bei der Gewaltkriminalität werden unter anderem sämtliche Straftaten gegen das Leben oder die körperliche Unversehrtheit erfasst.

Die Straßenkriminalität weist gegenüber dem Vorjahr einen Rückgang um 277 Fälle auf 841 Straftaten auf. Bei der Straßenkriminalität werden solche Delikte erfasst, die ausschließlich oder überwiegend auf öffentlichen Straßen, Wegen oder Plätzen begangen werden.

Positiv haben sich im vergangenen Jahr auch die Fallzahlen bei der Diebstahlskriminalität entwickelt. Die Diebstähle sind um 270 Fälle auf nunmehr 980 Delikte zurückgegangen.

Damit liegen die Fallzahlen bei der Gewalt-, Straßen- und Diebstahlskriminalität jeweils auf dem niedrigsten Stand der letzten zehn Jahre.

Auch bei den Wohnungseinbrüchen war ein erneuter Rückgang von 36 (2020) auf 21 Delikte im vergangenen Jahr festzustellen. Die Bekämpfung der Wohnungseinbruchskriminalität wird auch weiterhin, sowohl im repressiven, als auch im präventiven Bereich eine hohe Priorität in unserer täglichen Arbeit haben, so Leitender Kriminaldirektor Paul Mader.

Mehr Rauschgiftdelikte

Die Fallzahlen im Bereich der Rauschgiftkriminalität haben sich im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2020 von 579 auf 684 Delikte erhöht. Die Rauschgiftkriminalität umfasst dabei fast ausschließlich Delikte, die zumeist durch polizeiliche Ermittlungen erst aufgedeckt werden. Deshalb bringt dieser Deliktsbereich einen Zusammenhang zwischen statistischem Fallaufkommen und erfolgreicher Intervention der Polizei zum Ausdruck, führte Paul Mader weiter aus.

Neben der Kriminalitätslage reflektierten die Teilnehmer auch die polizeiliche Verkehrsunfallstatistik. Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle ist im Vergleich zum Vorjahr (2346) um 1,5 Prozent auf 2310 Unfälle zurückgegangen. Auch die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschäden ist rückläufig. Registrierte man im Stadtgebiet Landshut unter Einbeziehung der A 92 im Jahr 2020 noch 345 Verkehrsunfälle mit Personenschaden, ereigneten sich im vergangenen Jahr 334 Verkehrsunfälle mit Personenschäden.

Weniger Alkoholunfälle

Hauptunfallursachen sind nach wie vor nicht angepasste beziehungsweise überhöhte Geschwindigkeit und Fahren unter Alkoholeinfluss. Im Vergleich zu 2020 sind die Geschwindigkeitsunfälle von 27 auf 17 und die Alkoholunfälle von 31 auf 24 zurückgegangen.

Das Polizeipräsidium Niederbayern führt auch heuer wieder verstärkte Kontrolltätigkeiten zur Bekämpfung der Hauptunfallursachen durch.

Der Polizeivizepräsident betonte, dass neben der Gewährleistung der objektiven Sicherheitslage und der Verkehrssicherheit insbesondere die Stärkung des Sicherheitsgefühls der Bevölkerung eine zentrale Aufgabe der niederbayerischen Polizei einnimmt. Eine gute objektive Sicherheitslage und damit einhergehend ein gutes Sicherheitsgefühl sind auch ein wesentlicher Standortfaktor für unsere Region, so Robert Weber, Leiter der PI Landshut.

Oberbürgermeister Alexander Putz sagte: "Der neue Sicherheitsbericht zeigt, welch hervorragende Arbeit die Polizei vor Ort leistet. Mit ihrem vorbildlichen Einsatz tragen die Beamtinnen und Beamten entscheidend dazu bei, dass sich die Menschen in unserer Stadt jederzeit sicher fühlen können." Umso verstörender sei es, dass es leider immer wieder zu verbalen oder gar körperlichen Angriffen auf Polizisten komme, so Putz. "Die jüngsten Vorfälle auf der Frühjahrsdult, als einige Einsatzkräfte von Angreifern teils ernsthaft verletzt wurden, sind eine Schande für unsere Stadt und dürfen sich nicht wiederholen."

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