Schwarzach/Köln Von Stefan Raab entdeckt, von Nintendo inspiriert: Maxi Gstettenbauer aus Niederbayern

Er ist 27 Jahre alt und kommt aus Schwarzach in Niederbayern: Maxi Gstettenbauer. Mit seinem neuen Programm "Maxipedia" tourt er in den nächsten Monaten durch ganz Deutschland. (Foto: www.kick-management.de) Quelle: Unbekannt

Bülent Ceylan, Dieter Nuhr, Django Asül - diese Comedians sind so ziemlich jedem bekannt. Jetzt kommt ein junger Wilder aus dem tiefsten Niederbayern auf der Überholspur: Maxi Gstettenbauer. Der 27-Jährige aus Schwarzach lebt mittlerweile in Köln und ist dort längst kein unbeschriebenes Blatt mehr. Zu seinen Entdeckern zählt niemand Geringerer als Stefan Raab. Sieben Mal stand der junge Comedian und bekennende "Zocker-Nerd" schon bei TV Total auf der Bühne. Was Maxi Gstettenbauer noch mit Bayern verbindet, was ihn beim Zocken so richtig auf die Palme bringt und wie man sich als Comedian so durchschlägt, verrät er im Interview mit Idowa.de.

Idowa.de: Servus Maxi. Du bist ja gebürtiger Straubinger und lebst mittlerweile in Köln. Wann bist du nach Köln gezogen und warum?

Maxi Gstettenbauer: Servus idowa.de! Ich bin mit 18 weg von Schwarzach. In Straubing bin ich geboren und zur Schule gegangen. Ich bin von Schwarzach weg, weil das das Einzige ist, was man in Schwarzach machen kann. (lacht)

Idowa.de: Was fehlt Dir als waschechter Niederbayer in Köln?

Gstettenbauer: Definitiv der authentische bayerische Dialekt. Der Richtige. Das Kauderwelsch, das die hier in Kölle reden, strapaziert die Nerven. Das schlimme ist ja, dass wirklich jeder nördlich der Isar meint, er könne bayerisch. Ist aber nicht so.

Idowa.de: Was für einen Bezug hast Du noch zu Deiner Heimat?

Gstettenbauer: Das R rolle ich immer noch sehr charmant.

Idowa.de: Wann kam der Entschluss, es als Comedian zu versuchen und warum?

Gstettenbauer: Damals mit 15 habe ich immer Harald Schmidt geguckt und fand den immer klasse. Mit 18 habe ich dann die ersten amerikanischen Stand-Up-Comedians gesehen wie George Carlin, Jerry Seinfeld oder Louis C.K.. Das hat mich total umgehauen was die gemacht haben.

Idowa.de:Schreckt einen die Vielzahl an Comedians am Anfang nicht eher ab, weil es immer schwieriger wird, seine eigene Sparte zu finden?

Gstettenbauer: Nein. Wenn du gut bist, wirst du dich immer irgendwie durchsetzen. Das tolle an uns Menschen ist ja, dass jeder irgendwie etwas Besonderes ist. Im positiven wie im negativen. Man muss diese Besonderheit nur finden, damit auf die Bühne gehen und schon ist man einzigartig. Am besten ist, wenn man keine Rolle spielt, sondern einfach man selbst ist. Der Unterschied zwischen den Guten und den Schlechten ist aber das Handwerk. Das muss man erlernen. Es gibt einen riesigen Amateurbereich und einen kleinen erlesenen Kreis von Profis.

Idowa.de: Bist Du mittlerweile hauptberuflich Comedian?

Gstettenbauer: 2009 habe ich angefangen und seit 2012 lebe ich von diesem Beruf.

Idowa.de: Wie weit ist der Schritt vom "Zocker-Nerd" zum Comedian?

Gstettenbauer: Ich bin ja beides. Ich stülpe mir morgens ja nicht den "Comedian"-Anzug über und steige abends wieder in die "Zocker"-Hose. Ansonsten war die Anfangszeit als Comedian sehr hart. Kaum Geld. Aber ich hab einfach überall gespielt, wo man mich ließ. Meine Auftritte hab ich natürlich aufgenommen und danach analysiert. Sehr unangenehm. Doch das ist der einzige Weg, wie man wirklich besser wird.

Idowa.de: In Deinem Programm lässt du über alles mögliche Dampf ab. Was bringt Dich beim Zocken so richtig auf die Palme?

Gstettenbauer: Wenn ich kurz vorm Gewinnen bin und die Internetverbindung reißt ab.

Idowa.de: Hast Du einen Beruhigungs-Tipp für alle Zocker, die kurz davor sind, den Controller an die Wand zu werfen?

Gstettenbauer: Ja, den Controller an die Wand werfen.

Idowa.de: Wie denkst Du Dir Dein Programm aus?

Gstettenbauer: Gar nicht. Comedy kann man nicht "konstruieren". Naja, kann man schon, aber dann ist es halt sehr unglaubwürdig und anstrengend, anstatt witzig. Ich greife nur Dinge aus meinem Leben auf. Sachen, die ich wirklich erlebt oder gesehen habe. Jede Nummer auf der Bühne hat ihren Ursprung in der Realität. Natürlich mit der ein oder anderen Übertreibung.

Idowa.de: Wie fühlt es sich an, wenn man als Neuling auf der Bühne steht und die Zuschauer bei Gags nicht lachen? Lernt man da mit der Zeit, das gekonnt zu überspielen oder verunsichert Dich das auch heute noch?

Gstettenbauer: Wenn sie nicht lachen, hat das zwei Gründe: Entweder, du bist nicht lustig oder es ist keiner da. Am Anfang trifft beides sehr häufig zu. Die ersten Auftritte waren das Schlimmste überhaupt. Stand-Up-Comedy wird so dermaßen unterschätzt. Die Leute sehen nicht, wie schwierig es ist, überhaupt anzufangen. Am Anfang bist du einfach scheiße. Da kann man nix machen. Es ist wie in jedem Beruf. Du bist unsicher, fängst an zu schwitzen, deine Eltern verleugnen dich. Das volle Programm. Doch irgendwann kommt die Sicherheit auf der Bühne und du verstehst auch deinen Stil immer besser. Der Prozess ist aber sehr hart. So war es zumindest für mich.

Idowa.de: Du warst unter anderem auch schon bei TV Total zu Gast. Nervös gewesen im Vorfeld? Wie lief der Auftritt?

Gstettenbauer: Ich war schon ein paar Mal bei Stefan zu Gast. Er ist einer meiner Entdecker! TV Total ist immer eine Herausforderung, weil die Zuschauer im Studio und auch Zuhause in erster Linie natürlich wegen Stefan da sind. Sie wollen ihn sehen und nicht irgendeinen Dödel aus Niederbayern. Deshalb muss man bei TV Total schon sehr genau wissen was man macht, damit der Auftritt gut läuft. Ich war jetzt sieben mal da und es wird von Mal zu Mal besser.

Idowa.de: Du bist mit Deinem neuen Programm "Maxipedia" in den nächsten Monaten viel unterwegs. Mit Ausnahme eines Auftritts in München aber nicht in Bayern. Hat das einen bestimmten Grund?

Gstettenbauer: Ja, ich bin in Bayern einfach noch nicht bekannt genug. Das ändern wir jetzt aber. Ich fange immer erst in der größten Stadt an und dann arbeite ich mich langsam ins Ländliche vor. Das nächste mal bin ich in München am 30. September im Schlachthof.

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