Zum ersten Pfingst-Open-Air (POA) in Salching lockten Bands wie Cro, Kraftklub und Frittenbude am Wochenende fast 6 000 Besucher in das Centro Benedetto im Industriegebiet. Zum 31. POA zog das Festival von Hauzenberg bei Passau nach Salching um. Am neuen Veranstaltungsort gibt es bei der Organisation zwar noch einige Mängel, dennoch ist das Pfingst-Open-Air -Team mit dem Ablauf mehr als zufrieden und einem weiteren POA im nächsten Jahr am Centro Benedetto nicht abgeneigt. Allerdings wurde das Festival von zwei Gasexplosionen überschattet, bei der sechs Menschen verletzt wurden.

Im Salchinger Industriegebiet ist am Freitagmittag schon die Hölle los. Viele sind am Donnerstag angereist und bereits in Festivalstimmung. Huhn, Krokodil oder Schwein. Es ist auch keine Seltenheit, verkleideten Menschen über den Weg zu laufen. Der Zeltplatz ist bereits voll und manche haben es sich auf dem Campingstuhl mit einem Bier und Essen aus der Dose so richtig gemütlich gemacht. "Es sind fast 6 000 Besucher gekommen, davon zeltet circa die Hälfte", informiert Kathi Kasipovic-Rauecker, eine der Verantwortlichen des POA. Grundsätzlich sei alles reibungslos verlaufen, vor allem weil die Zusammenarbeit mit Polizei und Sicherheitspersonal so gut funktioniert habe. "Unglücklicherweise gab es zwei Unfälle mit einem Gaskocher", informiert die Verantwortliche. Innerhalb kürzester Zeit seien Polizei und Rettungskräfte vor Ort gewesen.

Am Nachmittag ist es auf dem Konzertgelände noch relativ ruhig. Viele sitzen auf ihrer Picknickdecke und genießen die Livemusik. Geht es dann dem Abend zu, steigt die Stimmung. Immer mehr Leute kommen vor die Bühne, bis zur späteren Stunde der Platz voller tanzender Menschen ist. Auf der Main-Stage sorgten dieses Jahr unter anderem Kraftklub, Cro und Frittenbude für ein bebendes Publikum.

Die Veranstalter suchen jedes Jahr auch nach lokalen Bands, die am POA die Chance haben, ihr Können unter Beweis zu stellen. "Die Nachwuchsförderung ist eine inhaltliche Säule dieser Veranstaltung", erklärt Kathi. Das mache das Pfingst-Open-Air aus. Auch die Besucher sind von der Auswahl der Künstler begeistert. Vor allem "die Mischung von lokalen und bekannten Bands ist besonders".

Feiern bis in die Nacht

Bis spät in die Nacht wird auf dem Konzertgelände getanzt und gefeiert. Bei drei verschiedenen Bühnen und einem Elektrogelände ist für jeden Musikgeschmack etwas dabei. Nach dem Tanzen verschlägt es viele wieder zu den Essensständen für einen kleinen Mitternachtssnack. Auf dem Zeltplatz ist es inzwischen stockdunkel. Aber von allen Seiten kann man Stimmen, Musik und Gelächter hören. Für jeden, der hier zeltet, wird es eine kurze Nacht. Dennoch wird am nächsten Tag wieder weiter gefeiert.

20 Jahre lang war das Pfingst-Open-Air ein fester Bestandteil der Passauer Kulturszene. Danach fand es zehnmal in Hauzenberg statt. Nun kam das 31. Festival nach Salching. Die Verantwortlichen sind mit dem Ablauf des ersten POA am Centro Benedetto mehr als zufrieden. "Es ist normal, dass beim ersten Mal nicht alles reibungslos verläuft. Hier und da sind immer noch kleine Mängel, die verbessert werden müssen." Viele Besucher sind jedoch der Ansicht, dass die Organisation vor allem bei den sanitären Einrichtungen noch fehlerhaft ist. "Die Situation ist katastrophal. Es sind viel zu wenig Duschen und Toiletten, vor allem auf dem Zeltplatz", beklagen einige Camper. Die Meinungen über das gesamte Festivalgelände im Vergleich mit Hauzenberg gehen auseinander. Die einen finden, dass Hauzenberg sich als Veranstaltungsort besser eignete, da "das Konzertgelände viel größer war. In Salching sind die Bühnen zu nahe aneinander aufgebaut, dadurch versteht man die Musik nicht mehr richtig." Der Campingplatz aber "ist viel besser, weil er vom Konzertgelände schnell zu erreichen ist."

Ein neuer Veranstaltungsort sei längst notwendig und die Situation in Hauzenberg so nicht mehr tragbar gewesen, erklärt Kathi. "Wir suchten seit Jahren nach einer neuen Location. Mit dem Crossroots-Festival waren wir schon im Salchinger Industriegebiet und haben gemerkt, dass das der perfekte Platz für das POA ist."

Einfach "abgefahren"

"Das Besondere", am Festival ist laut einigen POA-Fans "die Stimmung". Man lernt so viele Leute kennen und lässt es sich einfach gut gehen. So wird für ein kurzes Interview auf dem Konzertgelände mitten auf dem Boden Platz genommen und später miteinander getrunken. Die Stimmung ist ausgelassen, wildfremde Leute sind wie die besten Freunde und jeder genießt die Livemusik. "Abgefahren." oder "Geil.", so fassen einige Besucher das POA in einem Wort zusammen.