Salching POA Camping-Reportage - Der Hipster 2.0

Eindrücke vom Camping im POA-Festivalgelände. Foto: Elisabeth Stadler Quelle: Unbekannt

Auf der Matschautobahn neben dem Zeltplatz pilgern Hunderte gen Toilettenhäuschen. Bewaffnet mit Zahnbürste und Handtuch nutzen sie die wenige Zivilisation, die ein Festival wie das Pfingst Open Air bietet. Es ist Samstag, 9 Uhr und die Schlange vor der Wasserstelle ist bereits jetzt über 10 Meter lang. Eine Entschädigung: Nach einer nassen Nacht gibt es Sonne satt für den gesamten Platz, endlich können meine Gummistiefel trocknen.

Mittlerweile wird auch der letzte Rest der Camper wach. Für uns war die Nacht bereits gegen halb 6 jäh zu Ende. Die jüngeren Gruppe links neben uns stimmt belustigt ein Lied an: "Ich bin Hipster, du bist Hipster, Hipster 2.0". Nach anfänglichem Ärger entpuppt sich das Erlebnis später zum Gesprächsthema des Morgens. Nicht nur ich bin von den "Hipstern" wach geworden.


Als ich nach einer Katzenwäsche zurück zu unserem Campingareal komme, beobachte ich die Nachbarn auf unserer rechten Seite. Die Jugendlichen haben schon ihr zweites Bier geöffnet. Sie feiern ausgelassen das Abitur eines Freundes und nutzen die Schlammassen für ihren Spaß. Zwar möchte ich nicht selbst so matschig sein, die Jungs jedoch sind nett und ziemlich unterhaltsam.


Da das Festival-Gelände am Samstag bis zum Nachmittag geschlossen ist, weil die Organisatoren gegen den Matsch vom Freitag kämpfen, spielt sich das Geschehen nahezu komplett auf dem Campingplatz ab. Bei einem Spaziergang verschaffe ich mir einen Überblick. Nicht nur Zelte stehen auf dem aufgeweichten Weizenfeld, auch Campingwagen und VW-Busse parken dazwischen. Besonders angetan hat es mir allerdings ein altes Feuerwehrauto, in dem eine Gruppe schläft.

Auffallend sind auch die vielen Pavillons in diesem Jahr, offensichtlich haben nicht nur wir den Wetterbericht gelesen. Viele davon sind bunt verziert, ausgestattet mit Einweggrills und zahlreichen Stühlen. Mittlerweile brennt die Mittagssonne herrunter und so mancher Krebsrote läuft an mir vorbei - vielleicht hätten sie sich auch mit Schlamm einschmieren sollen.


Gen Abend brechen wir gemeinsam zum Festivalgelände auf. Dank etlichen Tonnen Rindenmulch bräuchte ich meine Gummistiefel dort gar nicht mehr. Den Act, den wir uns um 23 Uhr ansehen wollten, bekommen wir jedoch nicht zu Gesicht. Das Kulturzelt ist bei BBou´s Auftritt brechend voll, bereits 10 Minuten davor lassen die Sicherheitsleute keinen mehr rein. Dafür habe ich Ohrstopsel ergattert - von mir aus können unserer "Hipster 2.0" diese Nacht loslegen.

Trotz Sonnenschein, Bratwürstel und Gummistiefeln freue ich Sonntagmittag aber trotzdem schon wieder auf die Zivilisation. Mit einer Dose Bier, offenen Fenstern und lauter Musik geht es nach Hause. Bis nächstes Jahr ihr Hipster!

 

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