Regensburg Gegen multiresistente Keime: 10 Millionen für die Forschung

Die Forschung an multiresistenten Keimen an der Uni Regensburg wird mit 10 Millionen Euro gefördert. (Symbolbild) Foto: Armin Weigel/dpa

Der Freistaat investiert im Kampf gegen multiresistente Krankheitserreger in ein Forschungsnetzwerk mit Beteiligung der Uni Regensburg. Es geht unter anderem um die Fresszellen des Immunsystems – und darum, wie man aus "couch potatoes" effiziente Jäger machen kann.

Das Ziel des neuen bayerischen Forschungsnetzwerks „bayresq.net“ ist ergeizig. In einer engen Zusammenarbeit zwischen Experten aus den Bereichen Medizin und künstliche Intelligenz sollen grundlegend neue Ansätze für den Kampf gegen multiresistente Keime entwickelt werden, die beispielsweise die Behandlung mit Antibiotika erschweren und für Risikopatienten sogar tödlich sein können. Wie am Mittwoch bekanntgegeben wurde, fördert der Freistaat Bayern die Arbeit des Netzwerkes über einen Zeitraum von fünf Jahren mit über 10 Millionen Euro.

Der Freistaat unterstützt insgesamt sechs Forschungsgruppen, die Universität Regensburg ist an zwei dieser Forschungsprojekte beteiligt. Insgesamt 1,3 Millionen Euro sollen in das Projekt „Metabodefense“ fließen, bei dem die Rolle der Fresszellen des Immunsystems untersucht wird. Laut Professor Jonathan Jantsch, Regensburger Mikrobiologe und Immunologe, haben einige Menschen High-End-Fresszellen, die eine Infektion in Schach halten können, während die Fresszellen anderer eher "couch potatoes" sind. Mit künstlicher Intelligenz wollen die Forscher feststellen, ob ein Patient die richtigen Fresszellen hat. So sollen Risikopatienten frühzeitig identifiziert werden, außerdem sollen Wege gefunden werden, faule Immunzellen zu High-End-Zellen umzuprogrammieren.

Das zweite Projekt, an dem die Universitäten Erlangen-Nürnberg und Regensburg beteiligt sind, beschäftigt sich mit der Identifizierung von Kontrollpunkten des Immunsystems im Kampf gegen multiresistente Bakterien und wird ebenfalls mit insgesamt 1,3 Millionen Euro gefördert. Das Immunsystem steht laut der Forscher im Einklang mit einem körpereigenen bakteriellen Milieu. Diese Bakterien sind auch für die optimale Funktion der Haut sehr wichtig. Unter bestimmten Umständen können einige dieser Bakterien aber Resistenzen gegen Antibiotika entwickeln und Infektionen verursachen. Ziel des Forschungsprojektes ist es, zu verstehen, warum das Immunsystem bestimmte Bakterien der Haut toleriert und keine aktiven Abwehrmechanismen auslöst – letztlich sollen dann Immunreaktionen gegen multirestente Keime ermöglicht werden.

Weitere Artikel

 

idowa-Newsletter kostenlos abonnieren

E-Mail-Adresse:
 
 
 

0 Kommentare

Kommentieren

null

loading