Polizei zerschlägt Drogenring Straubinger wohl in millionenschweren Handel involviert

Ausgangspunkt der Ermittlungen war der Fund von hunderten Kilo Drogen im Hafen von Constanta in Rümänien. Foto: Polizeipräsidium Recklinghausen

In einer bundesweiten Aktion hat die Polizei einen internationalen Drogenschmuggel-Ring zerschlagen. Laut Mitteilung durchsuchte die Polizei Wohnungen in ganz Deutschland, darunter auch im Straubinger Ortsteil Alburg, und verhaftete mehrere Verdächtige. Es geht um Drogenschmuggel in Schiffscontainern, um Rohstoffen aus China, Drogenküchen in Syrien und Import nach Europa im ganz großen Stil.

Laut einer Pressemitteilung vom Freitag der Polizeiinspektion Recklinghausen, die die Ermittlungen führt, wurden am Montag, 22. November, ein 38-jähriger Mann aus Gladbeck, zwei syrischstämmige Männer aus dem rheinland-pfälzischen Speyer sowie ein 43-jähriger Algerier aus Straubing verhaftet und in Untersuchungshaft genommen. Zudem wurden tags danach bundesweit Wohnungen durchsucht, zwei davon in Bayern. Dabei kam es zu zwei weiteren Festnahmen in Gladbeck und Darmstadt. Die Beamten sicherten digitale Datenträger, schriftliche Unterlagen und einen Tresor als Beweismittel.

Wie eine Sprecherin der Recklinghausener Polizei auf Anfrage mitteilte, war das bayerische Landeskriminalamt von Anfang an an den Ermittlungen beteiligt. Auch die Wohnungsdurchsuchungen in Bayern sowie die Verhaftung in Straubing wurden von bayerischen Einsatzkräften durchgeführt, zu einsatztaktischen Maßnahmen konnten jedoch keine genaueren Informationen gegeben werden. Wie es weiter hieß, liegen beide Objekte, die in Bayern durchsucht wurden, im Straubinger Ortsteil Alburg. Dort fand auch die Verhaftung des 43-jährigen Beschuldigten statt.

Der Ausgangspunkt der Ermittlungen liegt laut Polizei bereits im April 2020: Rumänische Behörden fanden damals im Hafen von Constanta 372 Kilogramm Amphetamin-Tabletten. Rasch ergaben sich erste Hinweise auf eine Tätergruppe in Deutschland, die für die Abwicklung des Drogentransportes verantwortlich gewesen sein soll – darunter der 38-Jährige aus Gladbeck. In Recklinghausen wurde eine Ermittlungskommission gegründet, die in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Essen die Ermittlungen aufnahm und Tatverdächtige in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz sowie eben in Straubing aufspüren konnte.

Zahlreiche Häfen in Europa angefahren

Die nun verhafteten Männer sollen einer Gruppe angehören, die den Transport der Drogen per Schiffscontainer koordiniert, teilweise aber auch die Herstellung von Drogen in Syrien mit aus China importierten Grundstoffen organisiert hat. Das Rauschgift wurde in Maschinenteilen oder falsch beschrifteten Kartonagen versteckt auf Containern für den Seeweg verladen. Bestimmt waren die Drogen fast ausschließlich für den arabischen Raum. Um die Transportroute zu verschleiern, wurden allerdings zunächst regelmäßig Häfen unter anderem in der Türkei, Rumänien, Spanien, Schweden und Deutschland angefahren.

In Göteborg verschwanden 100 Kilo Kokain

Im August 2020 ergaben sich dann Hinweise auf eine weitere Drogenlieferung nach Constanta, woraufhin die Ermittlungskommission mit Hilfe der rumänischen Behörden 750 Kilo Amphetamin-Tabletten und stolze eineinhalb Tonnen Haschisch sicherstellte. Aber damit nicht genug: Die Beamten kamen auf die Spur eines Kühlcontainers mit Kokain aus Südamerika, für den die Gruppe ebenfalls logistisch verantwortlich gewesen sein soll. Mindestens 100 Kilo "Koks" waren wohl in den Seitenwänden des Containers versteckt und sollten ursprünglich nach Spanien gehen – wurden aber im Hafen von Göteborg entladen, so dass die schwedischen Behörden Anfang September 2020 nur noch den leeren Container mit aufgetrennten Seitenwänden fanden.

Astronomischer Marktwert der Drogen

Die in Constanta sichergestellten Drogen haben laut Polizei einen Schwarzmarktwert von schätzungsweise 130 Millionen Euro. Dem 43-jährigen Straubinger und den anderen in Untersuchungshaft genommenen Männern wird zur Last gelegt, von Deutschland aus die beiden in Rumänien abgefangenen Lieferungen organisiert zu haben, zwei 38 und 54 Jahre alten Beschuldigten außerdem die Lieferung des verschwundenen Kokains nach Göteborg. Ein weiterer, 22 Jahre alter Beschuldigter soll Drogengeld gewaschen haben.

Darüber hinaus wird nun geprüft, ob die Männer auch als Drahtzieher für andere Lieferungen in Frage kommen: In den Jahren 2019 und 2020 wurden in Griechenland, Ägypten, den Arabischen Emiraten und in der Ukraine weitere Container mit Drogen sichergestellt, für die dieselbe Tätergruppe in Frage kommt.

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