Parteitag in Berlin Grüne wollen Wahlkampf aufarbeiten - Jubel für Baerbock

Annalena Baerbock und Robert Habeck kommen zum kleinen Parteitag. Foto: Kay Nietfeld/dpa/dpa

Die Grünen halten einen kleinen Parteitag in Berlin ab und werten die Bundestagswahl aus. Die Grünen-Chefin und Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock wurde von den Delegierten mit Applaus empfangen.

Die Grünen wollen ihren Bundestagswahlkampf aufarbeiten, nachdem sie im Ergebnis hinter den Umfragen geblieben sind. "Es war nicht der Wahlkampf, den ich geführt haben wollte", sagte Bundesgeschäftsführer Michael Kellner am Samstag in Berlin beim kleinen Parteitag seiner Partei. Die Analyse solle mit externer Hilfe geschehen. Nach einem "fulminanten Start" sei es nicht gelungen, das Momentum zu halten. "14,8 Prozent ist zwar ein Rekord für uns, aber es war mehr drin", sagte Kellner, der auch Wahlkampfmanager der Grünen war.

Die Grünen-Chefin und Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock, deren Buch wegen Plagiatsvorwürfen den Wahlkampf belastet hatte, wurde von den etwa hundert Delegierten gleichwohl mit großem Jubel stehend empfangen. Baerbock betonte, die Grünen seien von sieben Millionen Menschen gewählt worden, darunter viele Junge. Es gebe einen Auftrag, als Teil der Regierung für eine wirkliche Erneuerung des Landes zu sorgen.

Baerbock beschwört den großen Aufbruch

"Wir haben in Deutschland erst einmal mitregiert", sagte Baerbock im Rückblick auf die beiden rot-grünen Koalitionen unter SPD-Kanzler Gerhard Schröder von 1998 bis 2005. Anders als damals, als ihre Partei nur ein kleiner Partner gewesen sei, wollten die Grünen in der nächsten Regierung für einen großen Aufbruch und gesellschaftliche Erneuerung sorgen.

Die Gespräche zur Bildung einer neuen Regierung, die zwischen Grünen und FDP bereits gestartet sind, müssten auch weiterhin vertraulich geführt werden, sagte Baerbock. "2017 darf sich nicht wiederholen." Die letztlich gescheiterten Gespräche zur Bildung einer Koalition aus CDU/CSU, FDP und Grünen waren damals von zahlreichen Indiskretionen belastet worden. "Veränderung braucht Verlässlichkeit, Verantwortung."

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