Overtime-Sieg gegen Frankfurt St. Denis beendet Negativserie der Straubing Tigers

Travis St. Denis (l.) schießt die Straubing Tigers in der Overtime zum Sieg gegen Frankfurt. Foto: fotostyle-schindler.de

Nach zuvor vier Niederlagen in Serie ist den Straubing Tigers in der Deutschen Eishockey Liga wieder ein Sieg gelungen. Im Heimspiel gegen Aufsteiger Löwen Frankfurt verpasste das Team von Head Coach Tom Pokel alle drei Punkte allerdings um 16 Sekunden, bevor Travis St. Denis den Tigers in der Overtime einen 4:3 (1:1, 1:1, 1:1, 1:0)-Sieg sicherte. In der regulären Spielzeit hatten die Niederbayern zuvor alle drei Tore im Powerplay erzielt.

Die Tigers, bei denen Ian Scheid für Trent Bourque in der Verteidigung sowie Bastian Eckl für Yannik Valenti im Angriff neu in das Aufgebot gerückt waren, kamen mit druckvollen ersten Wechseln aus der Kabine und setzten sich früh in der Frankfurter Zone fest. Ebenso schnell stellten sich die Löwen allerdings auf das Straubinger Spiel ein und gestalteten das Match ausgeglichen. Die Hessen hatten darüber hinaus den auffälligsten Akteur der ersten zehn Minuten in ihren Reihen: Dominik Bokk lauerte immer wieder in gefährlichen Schusspositionen und suchte bei jeder Gelegenheit blitzschnell den Abschluss. Das wurde mit dem 1:0 für die Löwen belohnt, als der NHL-Erstrundendraftpick des Jahres 2018 nach Vorarbeit von Brendan Ranford aus dem Slot abzog und über die Fanghand von Tigers-Goalie Hunter Miska traf (7.).

Tigers mangelt es zunächst an Kreativität

Es dauerte einige Minuten, ehe die Gastgeber auf diesen Rückstand die passende Antwort fanden. Den Tigers mangelte es Mitte des ersten Drittels an Kreativität sowie hin und wieder auch an der nötigen Geradlinigkeit in ihren Offensivaktionen. Auch zwei Überzahl-Möglichkeiten sorgten jedoch dafür, dass die Gäubodenstädter Richtung Endphase des Auftaktabschnitts wieder verstärkt das Zepter in die Hand nahmen und Jake Hildebrand verstärkt in den Mittelpunkt des Geschehens rückte. Der Löwen-Keeper war auch bei Luke Adams Powerplay-Abfälscher in der 18. Spielminute zunächst zur Stelle, geriet durch die Parade allerdings aus seiner Position, weshalb Adam im zweiten Versuch mit seiner Rückhand zum 1:1 abstauben konnte. Und spätestens mit diesem Ausgleichstor fanden die Tigers das Gaspedal wieder. Sogar der erstmalige Führungstreffer wäre in den übrigen zwei Minuten bis zur ersten Pause noch drin gewesen, am Ende des ersten Durchgangs dominierten die Niederbayern auch die Schussstatistik deutlich (17:7).

Das zweite Drittel begann indes denkbar ungünstig für die Tigers, mussten die Hausherren doch früh fast 100 Sekunden in doppelter Unterzahl überstehen. Tatsächlich hatten jedoch die Tigers selbst die größte Torchance in dieser Situation, als Mike Connolly nach einem katastrophalen Aufbaupass Hildebrands allein auf den Löwen-Schlussmann zulaufen durfte. Der Straubinger Spiel verpasste den enormen Moralschub allerdings, und als nach Scheid auch Cody Lampl kurz davor war, die Strafbank zu verlassen, schlug Frankfurt doch noch zu – weil die Tigers den Slot vor ihrem Gehäuse wiederum nicht konsequent verteidigten. Diesmal durfte Rylan Schwartz nach Zuspiel von Carson McMillan recht unbedrängt abschließen und das 2:1 für die Löwen erzielen (26.).

Tigers können sich auf ihr Powerplay verlassen

Im weiteren Verlauf des zweiten Abschnitts taten sich die Tigers daraufhin lange schwer im Erarbeiten von zwingenden Ausgleichsmöglichkeiten. Das lag auch daran, dass dem Straubinger Passspiel in vielen Momenten die nötige Schärfe und Präzision fehlte – womöglich ein Resultat der vorangegangenen Negativergebnisse. Auf ihr Powerplay konnten sich die Tigers jedoch erneut verlassen, als Marcel Brandt das Geschehen nach einem gewonnenen Bully auf die rechte Seite verlagerte. Dort zog Travis St. Denis trocken vom Bullykreis ab – und traf mit einem präzisen Schuss in das lange Eck (36.). Und wie sich die Bilder glichen: Wiederum folgte auf das Tor die stärkste Straubinger Phase des Durchgangs, wiederum schnupperten die Tigers am Doppelschlag. Nichtsdestotrotz hatte Frankfurt zur Pausensirene den Rückstand in der Schussstatistik reduziert (19:25) und auch im zweiten Drittel immer wieder das eigene Offensivpotenzial aufblitzen lassen.

Weit weg von fehlerfreiem Eishockey waren am Sonntagabend letztlich aber beide Mannschaften. Das offenbarte besonders deutlich der dritte Durchgang, in dem sich weiterhin die Tigers, allerdings auch die Löwen zahlreiche Ungenauigkeiten leisteten. Da war es logisch, dass auf beiden Seiten immer wieder gute Gelegenheiten entstanden – mit einem leichten Plus für das Pokel-Team. Für die erstmalige Führung benötigten die Tigers – wie sollte es in diesem Match auch anders sein? – indes erneut ihr Powerplay. Simon Sezemsky saß gerade einmal acht Sekunden (!) auf der Strafbank, als ein Pass von Jason Akeson am Bein von Travis Turnbull landete, der Straubing-Rückkehrer unter Bedrängnis schnell schaltete und den Puck aus kurzer Distanz ins Netz beförderte (53.).

Löwen gleichen 16 Sekunden vor Spielende aus

Doch für alle drei Punkte reichte Turnbulls Treffer nicht. Dabei trennten die Tigers davon lediglich 16 Sekunden. Als die Löwen Hildebrand längst vom Eis genommen hatten, bekamen die Gäubodenstädter die Scheibe nach einem Sezemsky-Direktschuss jedoch nicht geklärt – Bokk bestätigte seinen Lauf und staubte zum späten 3:3 ab (60.).

Zumindest ein Overtime-Erfolg wurde es für die Tigers allerdings – und dafür brauchten die Gastgeber in der Verlängerung nicht einmal eine komplette Spielminute. Nach einem Zuckerpass von Brandt hatte St. Denis nur noch Hildebrand vor sich und setzte den Puck von rechts kommend gegen die Bewegungsrichtung des Löwen-Torhüters zum 4:3 unter die Latte. Rechtzeitig vor der CHL-Partie in Villach am Dienstagabend (20.20 Uhr; live bei SPORT1+) kennen die Tigers also wieder den Geschmack eines Sieges – und ein einziger Punkt in Österreich ist bekanntermaßen bereits genug für den Achtelfinaleinzug.

Tom Pokel (Head Coach der Straubing Tigers): „Das war ein Spiel mit sehr viel Kampfgeist. Es fühlt sich gut für ans, wieder auf der Siegerstraße zu sein und das Spiel in der Overtime über die Bühne gebracht zu haben. Die Special Teams waren ein großer Faktor. Es war über 60 Minuten eine konstante, gute Leistung von uns und ein großer Schritt nach vorne. Das war ein wichtiges Spiel, die Jungs haben eine Antwort gegeben.“

Gerry Flemming (Head Coach der Löwen Frankfurt): „Die Atmosphäre hier in Straubing war wie immer großartig. Es war schön, dass wir uns zurückgekämpft und spät ausgeglichen haben, aber in der Overtime ist ein Fehler in der Zuordnung in unserem Tor gelandet.“

Straubing Tigers - Löwen Frankfurt 4:3 n.V. (1:1, 1:1, 1:1, 1:0)

Straubing Tigers: Miska - Manning, Scheid; Brandt, Lampl; Klein, Daschner; Zimmermann - Tuomie, Connolly, Akeson; St. Denis, Adam, Turnbull; Leier, Zengerle, Lipon; Schönberger, Brunnhuber, Eckl.
Löwen Frankfurt: Hildebrand - Maginot, Sezemsky; Gläßl, Vandane; McNeill, Wirt; Freis - Ranford, Rowney, Bokk; Eisenmenger, Wruck, Moser; Wenzel, McMillan, Elsner; Schwartz, Burns, Vogt.
Tore: 0:1 (06:53) Bokk (Ranford), 1:1 (17:54) Adam (Manning - PP1), 1:2 (25:46) Schwartz (McMillan, Wruck - PP1), 2:2 (35:03) St. Denis (Brandt - PP1), 3:2 (52:50) Turnbull (Akeson, Connolly - PP1), 3:3 (59:44) Bokk (Rowney, Sezemsky - EA), 4:3 (60:59) St. Denis (Brandt); Strafminuten: Straubing 8, Frankfurt 10; Hauptschiedsrichter: Martin Frano/Lasse Kopitz; Zuschauer: 3.957.

 
 
 

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