Niederbayern/Oberpfalz So viel verdienen Frauen in Ostbayern (weniger)

Immer noch gibt es bei der Bezahlung von Männern und Frauen große Unterschiede - auch in Ostbayern. Foto: Rainer Jensen/dpa

Gleiches Geld für gleiche Arbeit? Was in der Theorie nur gerecht klingt, sieht in der Praxis oft anders aus. Die Gleichberechtigung endet oft auf dem Lohnzettel. 

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) schlug am Mittwoch in einer Pressemitteilung Alarm: "In Straubing verdienen Frauen im Schnitt 13 Prozent weniger als Männer", hieß es da. Nich nur in der Gastronomie, sondern generell. Ein Blick in die Statistiken der Agentur für Arbeit zeigt: Das stimmt. Die aktuellsten Zahlen zu diesem Thema stammen aus dem Jahr 2017. Demnach verdienen Männer, die in Straubing in Vollzeit arbeiten, im Schnitt 3.150 Euro brutto im Monat. Bei Frauen sind es lediglich 2.736 Euro. Damit ist der Unterschied in Straubing aber noch relativ gering - auf Landkreis-Ebene ist er wesentlich größer: Dort verdienen Männer durchschnittlich 3.046 Euro, Frauen lediglich 2.280.

Immer noch verdienen Frauen durchschnittlich weniger als Männer.

Immer noch verdienen Frauen durchschnittlich weniger als Männer.
(Bild: idowa/Oliver Berg/dpa)

Ein Trend, der sich auch in anderen Kreisen Niederbayerns und der Oberpfalz widerspiegelt: In Regensburg verdienen Männer etwa 4.121 Euro - Frauen knapp 1.000 Euro weniger. In Landshut und Cham ist der Unterschied mit 597 beziehungsweise 697 Euro geringer, aber doch spürbar. Besonders gewaltig ist der Unterschied im Landkreis Dingolfing-Landau, wo Männer im Durchschnitt 4.582 Euro verdienen - und Frauen 2.860 Euro. Die komplette Statistik ist auch auf der Homepage der Agentur für Arbeit einsehbar. 

Was aber sind die Gründe dafür? Laut dem Wirtschaftswissenschaftler Professor Enzo Weber gilt es zu bedenken, dass Frauen häufiger als Männer in Teilzeit arbeiten. Weber ist Inhaber des Lehrstuhls für Empirische Wirtschaftsforschung der Universität Regensburg. "Die Berufswahl spielt eine wichtige Rolle", so Weber weiter. Tendenziell würden Frauen häufiger zeitweise in Teilzeit arbeiten als Männer. "Es gibt aber auch einen nicht erklärbaren Rest, bei dem es sich um Diskriminierung handeln kann."

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