Niederbayer in Pyeongchang Johannes Höpfl freut sich auf seine zweiten Olympischen Spiele

Johannes Höpfl, hier bei Olympia 2014 in Sotschi, ist in Pyeongchang erneut bei den Olympischen Spielen dabei. Foto: dpa

Der Niederbayer Johannes Höpfl nimmt mit 22 Jahren schon zum zweiten Mal an Olympischen Spielen teil. Die Vorfreude auf Pyeongchang ist groß.

Wenn Johannes Höpfl vier Jahre zurück denkt, dann leuchten seine Augen noch heute. Mit gerade einmal 18 Jahren war der Niederbayer damals zum ersten Mal bei den Olympischen Spielen dabei. Ein "Riesenerlebnis" sei das gewesen, erzählt er rückblickend. Nun steht Höpfl vor seiner zweiten Olympia-Teilnahme. Der Snowboarder aus Hauzenberg (Landkreis Passau) hat sich für die Spiele in Pyeongchang (Südkorea) qualifiziert.

Das olympische Gefühl – es ist etwas ganz Besonderes. "Man kann Olympia einfach mit nichts vergleichen. Wenn man mit Athleten aus anderen Disziplinen und Nationen zusammenkommt, das ist einfach cool. Das bekommt man in dieser Form nirgends anders", sagt Höpfl. Die Vorfreude, das wieder zu erleben, sei "sehr groß".

Dass Höpfl erneut an Olympia teilnehmen kann, war lange Zeit jedoch gar nicht klar. Denn aufgrund eines chronischen Patellaspitzensyndroms im rechten Knie fiel er mehrere Monate aus. Eine Zeit, die nicht einfach war für Höpfl. Schon in der Saison 2015/16 hatte er Probleme, fuhr die Saison aber mit Schmerzen zu Ende. Als nach einer Reha die Schmerzen sogar noch schlimmer waren, entschied er sich zu einer Operation. "Ich bin in der Früh aufgestanden, bin ein paar Schritte gegangen und wollte mich eigentlich sofort wieder hinlegen", beschreibt er seine damaligen Gefühle.

Trotz Rückstand qualifiziert

Die OP ist gut verlaufen und inzwischen kann Höpfl wieder völlig schmerzfrei agieren. Allerdings hat ihn die Zwangspause auch zurückgeworfen. Er verpasste einige Weltcuprennen, die bereits zur Qualifikation für Pyeongchang zählten. Anders als seine Konkurrenten hatte Höpfl nur eine Saison Zeit, um Punkte zu sammeln. "Umso glücklicher bin ich, dass es trotzdem geklappt hat", freut sich der Niederbayer.

Deshalb gilt für ihn auch das olympische Motto: Dabeisein ist alles. "Man muss realistisch und ehrlich zu sich selbst sein. Von Medaillen brauche ich nicht reden", schätzt er ein. Vielmehr geht es ihm darum, "meinen Run gut runterzubringen und eine gute Show abzuliefern."

"Keine Grenzen gesetzt"

Angefangen hat Höpfl mit dem Snowboarden im Alter von fünf Jahren. Es habe ihm von Anfang an wahnsinnigen Spaß bereitet, erzählt er. Vor allem die gemeinsame Zeit mit Freunden und der Familie am Berg sei immer besonders gewesen. "Es fährt zwar jeder für sich alleine, aber man ist dennoch eine große Gemeinschaft", sagt er. Der größte Reiz an der Sportart ist für ihn die ständige Weiterentwicklung: "Du lernst immer dazu, dir sind keine Grenzen gesetzt."

Mit elf Jahren kam Höpfl zum Verband. Dass er den Sport einmal professionell betreiben kann, sei zwar ein Traum, aber nie sein konkreter Plan gewesen. Doch sein Talent ließ den Traum letztlich Wirklichkeit werden. Nachdem er die mittlere Reife in Hauzenberg absolviert hatte, zog es ihn im Alter von gerade einmal 16 Jahren weg aus der Heimat nach Berchtesgarden. Im Alter von 17 Jahren kam er zur Sportfördergruppe der Bundeswehr. "Es ist einfach praktisch. Ich habe dort die besten Trainingsmöglichkeiten, der Olympia-Stützpunkt ist dort und auch die Berge sind näher", sagt Höpfl.

Auf Höpfls Weg gab es Tiefen und Zweifel - er überlegte sogar einmal, aufzuhören. "Im Rückblick bin ich sehr froh, dass ich es durchgezogen habe", sagt er heute. Und so steht er vor seinen zweiten Olympischen Spielen. Aktuell befindet sich Höpfl in Japan, die letzte Vorbereitungsphase läuft. Bis zum Wettkampftag werde er nicht besonders aufgeregt sein, sagt er, wenngleich eine Grundanspannung natürlich dazugehöre. 2014 in Sotschi, als er vor seinem Wettkampf im Lift saß, war er "so nervös wie noch nie zuvor." Auch dieses Mal werde er dort wieder nervös sein, denn: "Olympia ist eine andere Hausnummer als alle anderen Wettkämpfe. Darauf arbeitet man vier Jahre lang hin."

 
 

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