Neues vom Turm Fotografen-Jagd, Wellness-Ritter und ein uneinsichtiger Herzog

Da lässt es sich aushalten: Die „Gewölfe“ Philipp Decker (rechts) und Michael Horn nach dem Spiel mit Damenbegleitung im Whirlpool. Foto: Th. Linsmeier

Neuerungen gibt’s heuer nicht nur auf der Bühne, sondern auch auf den Tribünen. So wurden die Ordner in diesem Jahr „bewaffnet“. Nein, nicht mit Laser-Schwertern, wie es auf den ersten Blick den Anschein hat, sondern mit sehr lichtstarken Taschenlampen. Damit werden „böse“ Zuschauer anvisiert, wenn sie es wagen sollten, ihr Handy zu zücken und damit ein Foto bzw. ein Video vom Festspiel zu machen. So soll es angeblich Regisseur Etzel-Ragusa wünschen. Somit wurde nach den Fotoverbot-Plakaten, die jeder Ordner ebenfalls im Verteidigungsarsenal mitführt, aufgerüstet. Stellt sich nur die Frage, was als nächstes kommt: Pfefferspray? Elektro-Schocker? Softair-Scharfschützen?

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Eine andere Frage, mit der sich die Akteure derzeit beschäftigen, ist: Was kann man seinem Körper Gutes tun, nachdem er vor und während der Aufführungen bei tropischen Temperaturen in den dicken, teils schweren Kostümen steckte? Die Damen sollen gern die Röcke hochziehen, die Herren besonders viel trinken. Und den Gevatter Klaus hat vor zwei Jahren schon eine ganz kuriose Methode berühmt gemacht: Er ließ sich nach dem Festzug einen Gartenschlauch einführen in die Rüstung und sie fluten. Deutlich moderner und auch exklusiver ist da schon die Art, wie die beiden „Gewölfe“ Philipp Decker und Michael Horn ihre Betriebstemperatur senken. Nachdem ihre Pferde versorgt waren, entspannten die Herren in einem Open-Air-Whirlpool. Ob dabei die Anwesenheit einer hübschen Dame im kühlen Nass zusätzlich für Hitzewallungen gesorgt hat, ist zwar nicht bekannt, jedoch anzunehmen.

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Dass die Hitze manchmal verwirrt, dafür lieferte auch die Ritterparty Mittwochabend in der Festhalle einen Beweis. Als Beweismaterial dient diesmal einer der Herzöge, den wir keinesfalls namentlich nennen dürfen, weil er sonst gaaaaaanz sauer wäre. Dennoch wollen wir diese Geschichte nicht vorenthalten. Also: Der besagte Herzog legte im Verlauf der Ritterparty eine Raucherpause ein und ging hierzu nach draußen. Nachdem die Sucht gestillt war, kehrte er in die Halle zurück und setzte sich an einen Tisch. Seine Tischnachbarn schauten etwas verdutzt, insbesondere, als der Herzog damit begann, aus einem dort stehenden Glas Bier zu trinken. „Hey, des is ned dei Plotz“, soll einer zu ihm gesagt haben. Aber, Hand aufs Herz: Kann ein Herzog wirklich irren? Vehement verteidigte er sich folglich, dass dies eben schon sein Platz sei – bis zu der Sekunde, als sein Blick dann auf den Tisch hinter ihm fiel: Dort lag nämlich seine markante Sonnenbrille ...

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„Bier zu mir“, heißt es normalerweise im Festspiel, und zwar aus dem Munde der Kirchhofschützen. Deshalb verwunderte es den Hirsch Marco schon etwas, als jemand zu ihm, den Kirchhofschützen, auf dem Weg vom Klo zurück zum Platz sagte: „He, bring bitte a Bier!“ Zunächst schaute der Marco etwas verdutzt, dann war es ihm klar: Die neu angeschafften T-Shirts der Kirchhofschützen sehen denen der Bergwachtler verdammt ähnlich. Und diese hatte für ihre Laura und ihren Matthias am Mittwoch die Bedienung übernommen ... 

 

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