Nach Konzertabsage: Personelle Konsequenz im Bauhaus Dessau

Nach Kritik an der Konzert-Absage von Feine Sahne Fischfilet hat die Stiftung ihre Pressesprecherin freigestellt. Foto: Danny Gohlke Quelle: Unbekannt

Dessau-Roßlau/Berlin (dpa) - Das Bauhaus Dessau kommt nach der Absage des Konzerts der Punkband Feine Sahne Fischfilet nicht aus den Schlagzeilen - jetzt sorgt die Freistellung der Pressesprecherin Helga Huskamp für Diskussionen.

Ein "Bauernopfer" sieht die Grünen-Politikerin Cornelia Lüddemann, die für das Land Sachsen-Anhalt im Stiftungsrat des Bauhauses Dessau sitzt. "Ohne ihr zu nahe treten zu wollen, die Pressesprecherin ist die dritte Reihe", sagte die Landtagsfraktionschefin am Wochenende der Deutschen Presse-Agentur. Im Kern gehe es um die Entscheidung über die Absage auf der Bauhausbühne, und die habe die Direktorin Claudia Perren nach einer Beratung mit Kulturminister Rainer Robra (CDU) getroffen.

"Wir hätten sehr viel direkter kommunizieren müssen, was die zwei Gründe für diese Absage sind", hatte Perren im Interview mit der "Zeit" gesagt. "Es ging in meiner Entscheidung um Rechtsradikale, das ist aber in dem Pressestatement so nicht rübergekommen. Das würde ich auch so nicht wieder machen."

Die Absage an Feine Sahne Fischfilet war als Einknicken vor der rechten Szene kritisiert worden. Kulturschaffende und Architekten protestieren mit einem Offenen Brief gegen die Konzert-Absage. Sachsen-Anhalts Kulturminister Rainer Robra (CDU) hatte dagegen die Absage verteidigt. Dem Radiosender MDR Kultur sagte Robra, eine politische Konfrontation sei mit dem Bauhaus nicht vereinbar.

Es sei nicht um die Band gegangen, hatte Perren betont. Das Bauhaus habe den Rechtsextremen keine Kulisse für Proteste bieten wollen, begründete sie ihre Entscheidung. Außerdem sei ihr das Risiko einer Eskalation zu groß gewesen. Das habe für sie nichts mit ihrem Vertrauen in die Polizei zu tun, sondern mit ihrer Verantwortung gegenüber der Bauhaus-Stätte, die Unesco-Welterbe ist und dessen 100-jähriges Bestehen im kommenden Jahr gefeiert wird.

Feine Sahne Fischfilet wird nun am 6. November in der Alten Brauerei in Dessau auftreten. Die Karten für das Konzert waren am Freitag in kürzester Zeit vergriffen. Die Band aus Mecklenburg-Vorpommern engagiert sich seit Jahren - vor allem auch in der ostdeutschen Provinz - gegen Fremdenfeindlichkeit. Zuletzt spielten die Musiker bei einem Konzert gegen Rechtsextremismus in Chemnitz.

Vor einigen Jahren war die Band wegen Texten, die als Gewaltaufrufen gegen Polizisten interpretiert wurden, im Verfassungsschutzbericht von Mecklenburg-Vorpommern genannt worden. Im Verfassungsschutzbericht taucht ihr Name seit einigen Jahren nicht mehr auf.

 
 
 

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