Kurioser Zwischenfall am Montagmorgen in einer Münchner S-Bahn Richtung Herrsching. Dort war plötzlich buchstäblich Stillstand angesagt. Auslöser war ein Nagellack.

Der Vorfall ereignete sich gegen 9 Uhr morgens in einer S-Bahn am Marienplatz. Etwa zu dieser Zeit ließen sich in einem Abteil plötzlich die Türen nicht mehr schließen. Und mit offenen Türen war eine Weiterfahrt freilich nicht möglich. Einige Minuten vergingen daraufhin, dann konnte eine Bahn-Mitarbeiterin den "Verursacher" der Misere ausfindig machen: einen Nagellack. Kleine Ursache, große Wirkung. Denn der Nagellack befand sich ausgerechnet in den Rillen der Türführung. Dadurch schlossen sich die Türen nicht mehr. Die Bahn vermutete erst eine gezielte Sabotage und erstattete Strafanzeige gegen Unbekannt wegen Sachbeschädigung. Immerhin mussten auch die Fahrgäste diese Verspätung von wenigen Minuten zähneknirschend in Kauf nehmen. 

Erst die Auswertung der Videoaufzeichnungen der betroffenen S-Bahn brachte schließlich am Dienstag Klarheit. "Auf den Bildern ist eindeutig zu sehen, dass einem älteren Ehepaar der Nagellack unbemerkt aus der Tasche flog, über den Boden kullerte und dann in der Türrille landete", bestätigt Wolfgang Hauner, Pressesprecher der Bundespolizei. Eine Straftat ist das natürlich nicht. "Außerdem konnte die Fahrt ja nach etwa drei Minuten wieder fortgesetzt werden", so Hauner weiter.