Viel war von Gemeinsamkeit, Vertrauen und Harmonie die Rede in den Sondierungen für eine Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP. Aber jetzt, wo das Ergebnis auf dem Tisch liegt, tritt deutlich zutage, was ohnehin von Anfang an klar war: Es geht hier um knallharte Verhandlungen mit Siegern und Besiegten. Wir wissen jetzt auch, wer gewonnen hat: die FDP. Und wer als Verlierer vom Platz gegangen ist: die Grünen.

Wer das Ergebnispapier liest, fühlt sich an vielen Stellen an die TV-Trielle oder andere Wahlkampfauftritte erinnert. Versatzstücke aus der Rhetorik aller drei Parteien finden sich teilweise wörtlich darin wieder. Wer denkt bei Sätzen wie "Wir wollen mehr Kinder aus Armut holen" nicht an Annalena Baerbock? Oder hört nicht bei "Unser Ziel ist der Bau von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr, davon 100.000 öffentlich geförderte Wohnungen" den wohl künftigen Kanzler Olaf Scholz reden?