Lappersdorf/Regensburg AfD-Wahlkampfauftakt: Rund 800 Menschen protestieren

, aktualisiert am 03.06.2018 - 06:55 Uhr
Hunderte Menschen demonstrierten am Samstag in Lappersdorf gegen die AfD-Veranstaltung. Foto: News5/Auer

Die AfD hat am Samstagabend in Lappersdorf (Landkreis Regensburg) ihren Wahlkampfauftakt gestartet. Bereits davor hat sich reger Widerstand formiert. 

Bevor die AfD am Abend ihre parteiinterne Wahlkampfveranstaltung im Kulturzentrum Aurelium in Lappersdorf begann, kämpfte die Polizei schon am Nachmittag mit Protesten von linksorientierten Gruppierungen. Eine junge Frau kletterte auf einen Laternenpfahl und kettete sich dort fest. Daraufhin rückten etliche Feuerwehrkräfte an und bauten unter ihr einen Sprungretter auf. AfD-Politiker Benjamin Nolte empfindet das als Steuergeldverschwendung, wie er gegenüber der Redaktion News5 mitteilt und findet zugleich abwertende Worte zur Aktion: "Ist jetzt auch kein Schauspiel, dass mich sonderlich beeindruckt und das den Ablauf der Veranstaltung gefährdet. Der Einzige, der gefährdet wird, ist die Dame selbst." Im Laufe des Nachmittags holte das SEK die Frau vom Laternenpfahl herunter.

Später zogen zwei Demonstrationgszüge durch Regensburg zum Kulturzentrum Aurelium. Vom Hauptbahnhof aus hatten sich laut Polizei um 16.20 Uhr rund 250 Menschen zum Stadtteil Stadtamhof aufgemacht. Sie gingen die Strecke Hauptbahnhof – Maximilianstraße – Drei-Kronen-Gasse – Dachauplatz – Adolph-Kolping-Straße – St.-Georgen-Platz – Eiserne Brücke – Proskestraße – Grieser Steg – Andreasstraße – Stadtamhof. Die Gruppe marschierte friedlich und ohne besondere Vorkommnisse.

Zeitweise bis zu 800 Demonstranten

Aufgerufen hatte dazu die "Initiative gegen Rechts". In Stadtamhof stießen circa 150 Menschen mit einem zweiten Demonstrationszug hinzu, um gemeinsam zu Fuß von Stadtamhof über die Gräßlstraße – Protzenweiherbrücke – Drehergasse – Schwandorfer Straße – Lappersdorfer Straße und die Regensburger Straße zum Veranstaltungsort Aurelium zu gelangen. Sie trafen um 18.30 Uhr ein. Während des Aufzugs kam es immer wieder zu kurzfristigen Verkehrsstörungen.

Am Begegnungszentrum selbst fanden sich circa 250 bis 300 Personen ein, die sich mit den eintreffenden Versammlungsteilnehmern zusammenschlossen, um ihren Unmut gegenüber der im Aurelium stattfindenden Parteiversammlung kundzutun. In der Spitze belief sich die Zahl der Demonstranten auf etwa 800.

Lautstarke Protestrufe

Als die circa 350 Teilnehmer der Parteiversammlung eintrafen, kam es zu lautstarken Protestrufen. Während der Veranstaltung lösten sich die angemeldeten Gegenversammlungen auf. Jedoch versammelten sich circa 100 Personen zu einer Spontandemonstration, die zu Fuß zurück Richtung Regensburg führte. Es kam zu keiner Störung. Gegen 22 Uhr löste sich die Demontration im Bereich Stadtamhof auf. 

Die Parteiversammlung im Aurelium endete gegen 23 Uhr. Zu Gast war auch der thüringische AfD-Landtagsabgeordnete Björn Höcke. Er sprach über die "verfehlte Politik der etablierten Parteien", den Islam und über die "notwendige Veränderung in der deutschen Gesellschaft". Lesen Sie dazu mehr: Björn Höcke zu Gast in Lappersdorf

Die Polizei leiteete gegen mehrere Personen Strafverfahren nach dem Versammlungsgesetz, unter anderem wegen Mitführens von Tierabwehrsprays und Vermummungsgegenständen, sowie nach dem Strafgesetzbuch wegen eines Falles von Körperverletzung, ein.

 

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