Landau/Pilsting Warum ihr das Herzblut nie ausgeht

Hildegard Beer engagiert sich mit viel Herz für die gute Sache. Foto: Bormeth

Hildegard Beer wird für ihr langjähriges Engagement im Blutspendedienst in Berlin geehrt.

Es ist drei Uhr und ruhig in der Pilstinger Schule. Es ist die Ruhe vor dem Sturm. Um fünf Uhr beginnt die Blutspendeaktion - und bis die Spender eintreffen, hat vor allem das Team im Hintergrund jede Menge zu tun. An der Spitze steht Hildegard Beer, 66 Jahre alt. Gerade räumen sie und ihr Mann Josef Kisten aus dem Kofferraum, tragen sie hinein ins Schulgebäude, die Treppe rauf in die Küche. Gut 170 Semmeln, sechs Kilo Wurst, vier Kilo Käse, schachtelweise Eier und Tomaten. „Wer Blut spendet, hat eine leckere Brotzeit verdient“, befindet Hildegard Beer. Damit die auf den Tisch kommt und noch für vieles mehr sorgt sie als gute Fee im Hintergrund. Seit gut zehn Jahren hat sie keine einzige Blutspendeaktion in Pilsting versäumt. Für ihr ehrenamtliches Engagement bekommt sie jetzt eine Auszeichnung: Hildegard Beer darf als eine von gerade mal neun Personen aus Bayern nach Berlin zum Internationalen Weltblutspendetag reisen. Dort wird sie geehrt.

Genau genommen hätte die Blutspendeaktion dieses Mal ohne Hildegard Beer stattfinden müssen. Die 66-Jährige hustet, auf ihrem Nacken sind Schweißperlen sichtbar. Sie ist angeschlagen. Dass sie trotzdem gekommen ist - Ehrensache. „Wir Ehrenamtliche haben halt keine Vertretung“, sagt sie mit einem fast entschuldigenden Lächeln. Wenn ein Termin ruft, dann ist Hildegard Beer da. Braucht jemand ihre Hilfe, springt sie ein. Als zweifache Mutter ist sie Elternbeirätin gewesen, später hat sie sich lange Jahre im Kreisjugendring engagiert. Die ehemalige Bankkauffrau ist gern genommene Kassierin bei Vereinen, ihre zupackende Art wird geschätzt und auch, dass sie nie „Nein“ sagt. „Das müsste ich dringend einmal lernen“, meint sie kopfschüttelnd und beginnt zu sinnieren: „Wenigstens ist es mir beim Frauenbund gelungen, ein wenig kürzer zu treten. Obwohl - dafür bin ich jetzt Mitglied im Kulturkreis.“ Es reißt nicht ab. Dabei will die 66-Jährige um all ihre Ämter kein Aufhebens machen. „Ich will was tun, aber doch nicht im Mittelpunkt stehen. Das ist mir gar nicht recht, wenn man mich heraushebt.“

Ohne Team geht gar nichts

So ganz wusste sie darum auch nicht, was sie davon halten sollte, als Edmund Chmeliczek sie fragte, ob sie nicht mal nach Berlin fahren wolle. Chmeliczek ist Gebietsreferent für den Blutspendedienst des BRK in Niederbayern und hat bei der Ehrung in Berlin an Hildegard Beer gedacht. Die hat sich Bedenkzeit auserbeten. Und war erschrocken, als die Meldung kam, dass sie ausgewählt wurde. Und nur sie. „Ohne mein Team würde es doch gar nicht gehen. Außerdem mache ich das Ganze doch zusammen mit meinem Mann.“ 1975 hat Josef Beer eine BRK Wasserwacht-Einheit in Pilsting gegründet, heute ist er als zweiter Vorsitzender engagiert, die Truppe zählt 175 Mitglieder. Als sich vor gut zehn Jahren die Rufbereitschaft in Pilsting auflöste, gab es niemanden mehr, der die Blutspendetermine hätte organisieren können. Da hat die Wasserwacht die Initiative ergriffen. Seitdem organisiert man vier Termine pro Jahr. Die Helfer in der Küche koordiniert Hildegard Beer, etwa acht Damen sind es. Die klassische Rollenverteilung - die männlichen Helfer beteiligen sich ein Stockwerk tiefer beim Blutspendeteam.

Dass Hildegard Beer sich engagiert, hat nicht nur mit der Freude an der Sache zu tun: „Blutspenden ist sehr wichtig. Ich habe selbst schon mal eine Transfusion benötigt.“ Als Spenderin käme sie nach einer Tumorerkrankung nicht mehr in Frage. Mit ihrem kulinarischen Rahmenprogramm macht sie aber jede Blutspendeaktion in Pilsting zu etwas Besonderem. Denn in Pilsting gibt es nicht einfach nur eine zweckmäßige Brotzeit. Hildegard Beer legt Wert darauf, dass jede einzelne Semmel ein belegtes Kunstwerk ist. Da kommt nicht einfach nur eine Scheibe Wurst drauf - nein, je nach Jahreszeit werden Radieschen, halbierte Tomaten oder Gürkchen auf die Wurst dekoriert. Die Käsebrötchen werden mit Walnüssen aus Beers Garten und Weintrauben verziert.

Den vollständigen Artikel lesen Sie am Dienstag, 7. Juni, in der Landauer Zeitung.

 

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