Zweimal hat Straubing bisher sogenannte Corona-Spaziergänge erlebt. Und es scheint eine Serie zu werden. Wir leben in einer Demokratie, auch wenn Teilnehmer solcher Spaziergänge daran Zweifel säen. Gerade sie nehmen die Rechte dieser funktionierenden Demokratie in Anspruch. Ein legitimes Recht, eigentlich ist es aber auch mit Pflichten verbunden.

Eigentlich. Früher war es zumindest so: Man hat demonstriert, gegen Rüstungswahnsinn, gegen die WAA in Wackersdorf, gegen Rassismus, Sexismus oder die dümpelnde DDR... Jeder wusste, wer dazu aufgerufen hat. Und jeder konnte sich entscheiden, ob er sich einreiht, ob das seiner politischen Gesinnung entspricht. Aus Überzeugung. Wer lautere Absichten hat, kann getrost Gesicht zeigen - auch mit Maske und Abstand.

Eine geordnete, angemeldete Versammlung ist offensichtlich nicht im Sinne der Veranstalter von "Corona-Spaziergängen". Sie bleiben nur zu gern im Dunkeln. Warum, wenn es ihnen wirklich nur um so hehre Ziele wie "Frieden und Menschenrechte" geht?