Ob er dankbar sei, wurde ein Landshuter Gastronom gefragt. Dankbar, dass er nun nach dem Wegfall der Sperrstunde sein Lokal wieder länger öffnen darf. Der Gastronom blickte verwundert: "Warum soll ich dankbar dafür sein, wieder meiner Arbeit nachgehen zu können? Erleichtert - ja, das bin ich. Aber dankbar? Nein, das wäre der falsche Ausdruck dafür."

Diese Äußerung steht sinnbildlich dafür, wie sich viele Betreiber und Angestellte der Gastrobranche nach gut zwei Jahren Pandemie fühlen: Von der Politik schikaniert, gönnerhaft behandelt, zwischendurch auch zu Sündenböcken, zu Pandemietreibern auserkoren. Überschäumende Dankbarkeit sollte man von diesen Menschen nun wohl wirklich nicht erwarten.