Kirche Stadt Würzburg nennt Faulhaber-Platz um: Bischof übt Kritik

Die Stadt Würzburg wird den Kardinal-Faulhaber-Platz wegen der umstrittenen Rolle des katholischen Kirchenmanns im Nationalsozialismus umbenennen. Bischof Franz Jung kritisierte am Freitag die Entscheidung mit deutlichen Worten. Experten hatten sich dagegen ausgesprochen, den Platz umzubenennen, stattdessen eine Einordnung vorgeschlagen mit weiteren, öffentlich zugänglichen Informationen.

Der Stadtrat hatte am Vortag beschlossen, dass der Platz im Umfeld des Mainfranken-Theaters nicht mehr nach Kardinal Michael von Faulhaber (1869-1952) benannt werden soll. Der Grund: Seine Rolle im Nationalsozialismus wird inzwischen zwiespältig gesehen. Faulhaber stammt aus Unterfranken, prominent wurde er als Oberhirte von München-Freising. In der Münchner Innenstadt ist eine Straße nach Faulhaber benannt.

"Ich bedauere die Entscheidung des Würzburger Stadtrats, den Kardinal-Faulhaber-Platz umzubenennen, und halte sie für falsch", teilte Bischof Jung mit. Zurecht sei die Würdigung Faulhabers mit einem eigenen Platz in den vergangenen Monaten "intensiv und fachkundig" diskutiert worden. "Die Klärung der hier aufgeworfenen Fragen auf wissenschaftlicher Basis ist meines Erachtens der richtige Weg", sagte Jung. "Das einstimmige Votum ausgewiesener Experten wurde so nivelliert und letztlich für irrelevant erklärt. Dieser politische Umgang mit historischer Wissenschaft ist ausgerechnet in einer Universitätsstadt sehr fragwürdig." Urteile über die Vergangenheit seien möglich - aber immer nur unter Berücksichtigung der jeweiligen Umstände, sagte Jung weiter.

Wie der Platz künftig heißen könnte, ist nach Worten einer Stadtsprecherin noch offen. In der Sitzung sei aber zur Sprache gekommen, den Platz möglicherweise nach der kürzlich verstorbenen ehemaligen Landtagspräsidentin Barbara Stamm zu benennen.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

 
 
 

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