Interview mit Regensburger Kardiologen Medizin war seit 2008 extrem innovativ

Gibt es denn noch weitere große technische Fortschritte, die Herz-Eingriffe einfacher machen als noch 2008?

Maier: Ja, es gibt spezielle neue Herzschrittmacher, die bei schwer herzkranken Patienten, zum Beispiel mit Herzmuskelschwäche, das Herz so positiv stimulieren können, dass die Menschen ein angenehmeres und auch längeres Leben führen können. Man nennt das "Resynchronisationsgeräte", die normalisieren quasi die Pumpkraft des Herzens wieder und bringen es zurück "in den Takt". Das ist auch eine neue, kathetertechnische Prozedur, die hier bei uns die "Rhythmusabteilung" durchführt.

Und außerdem implantieren wir erst seit drei Jahren auch kleine Herzschrittmacher, die nur so groß sind wie eine Tintenpatrone und keine Kabel haben. Die werden dann in das "rechte Herz" eingesetzt und das ist eben auch eine Innovation. Die Herzmedizin war allgemein in den letzten zehn Jahren ungemein innovativ und wir haben viel mehr Möglichkeiten, verschiedene Herzleiden zu behandeln.

Hat sich denn auch die Technik zur Diagnose so deutlich verbessert in den letzten zehn Jahren?

Maier: Ja, wir haben auch eine deutlich verbesserte Diagonistik, zum Beispiel durch Computer- und Magnetresonanztomographie, mit denen kann man viele Erkrankungen besser und auch früher erkennen. Vor zehn Jahren hatten wir dafür nur das Belastungs-EKG und das sogenannte "Stress-Echo", bei dem das Herz unter Belastung mit Ultraschall untersucht wird.

Statt Rauchen lieber Treppen steigen

Offenbar sind die Menschen also in guten Händen bei Ihnen, Herr Prof. Maier. Am besten ist es aber natürlich, wenn man Sie gar nicht erst braucht! Hätten Sie deshalb zuletzt noch einen Tipp für unsere Leser, was man tun kann, um das Herz gesund zu halten?

Maier: Da gibt es gar nicht so viel, was man machen muss. Das Wichtigste ist: Nicht rauchen! Das ist extrem schädlich und wir haben immer wieder Patienten mit Herzinfarkten, bei denen das Rauchen das einzige ist, was sie falsch machen für ihr Herz. Zweitens natürlich gesunde Ernährung. Also viel Gemüse, relativ wenig Fleisch und wenig Fette. "Mediterrane Kost", könnte man auch sagen. Zuletzt auf jeden Fall versuchen, nicht zu übergewichtig zu sein. Also sportlich betätigen, auch mal eine Treppe mehr gehen oder mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren. Und mit dem Hausarzt oder einem Kardiologen eng zusammenarbeiten, um mögliche Herzschäden frühzeitig erkennen und behandeln zu können.

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